E-Revolution Elektroautos: Stracks in die Nische

Die Studie E-Bugster präsentiert VW in Detroit als Weltpremiere. Foto: dpa

Die lange versprochene E-Revolution lässt weiter auf sich warten – auch auf der Detroit Motor Show bleibt der Durchbruch aus

 

Detroit - Schnittig sieht er ja aus, der E-Bugster von Volkswagen. Auf Basis des Beetle haben die VW-Ingenieure einen zweisitzigen Elektroflitzer auf die Räder gestellt, der mit seinem 114 PS-Motor ordentlich Fahrspaß bereiten dürfte. Der Haken an der Sache: Das Auto ist nur eine Studie. Sie steht auf der Auto Show in Detroit. Dass es der E-Bugster je auf die Highways schaffen wird, ist eher unwahrscheinlich.

Seit Jahren geistert das Schlagwort von der Elektroauto-Revolution durch die Messehallen. Doch in den Autohäusern kommt davon nicht viel an. Nissan ist von seinem Leaf, der vor einem Jahr auf den Markt gekommen ist, gerade mal gut 21 000 Stück losgeworden – und dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um das „meistverkaufte Elektroauto der Welt”.

General Motors hat von seiner Elektrolimousine Chevrolet Volt in der Heimat sogar nur knapp 7700 verkauft. Die Panne um brennende Batterien nach einem Crashtest hat Zweiflern neue Nahrung geliefert. Der Verkauf des Volt-Schwestermodells Opel Ampera verzögert sich bis Mitte diesen Monats.

Nur als Übergangstechnologien sehen Experten den Hybridantrieb – besonders solche Wagen, die an der Steckdose geladen werden können. Reine Elektroautos werden aber auf absehbare Zeit Nischenprodukte bleiben.

Auch viele Autobauer trauen dem Elektroauto nicht so recht. „Die Skepsis ist berechtigt”, sagte Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne. „Bis zum Jahr 2025 wird der Verbrennungsmotor der Standard bleiben.” Nicht mal beim Hybridauto – der Symbiose aus Elektro- und Verbrennungsantrieb – glaubt der Manager an eine große Zukunft. Zwei Antriebsstränge seien einfach zu teuer.
Toyota gehört zu den wenigen, die dank des Bestsellers Prius auf große Stückzahlen bei den Hybridwagen kommen. In Detroit enthüllten die Japaner jetzt den kleineren Bruder Prius C. VW setzt ab Ende 2012 in Nordamerika seinen Jetta Hybrid dagegen.

Auch Daimler und BMW bauen ihre Hybridpalette aus. So folgt bei den Bayern auf den 7er Hybrid der 5er und 3er Hybrid. Über die geplanten Stückzahlen herrscht Schweigen. Viel lieber reden die Deutschen in den USA über den Diesel – der auf den Highways aber kaum herumfährt. Viele Amerikaner setzen den Diesel auch heute noch gleich mit Stinker.

Im Rennen um die künftig vorherrschende Antriebstechnologie dürfte der Entwicklung des Spritpreises eine entscheidende Rolle zukommen. „Mit steigenden Spritpreisen werden auch in den USA energieeffiziente Motoren wichtiger”, sagt ein Marktbeobachter. Das könnte dem Diesel in die Hände spielen – aber auch die Nachteile des noch deutlich teureren Elektroantriebs aufheben.

 

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