Durchschlafen und angreifen Papa Lahm fühlt sich wohl

Auch im DFB-Team ist Philipp Lahm, der bald 29-Jährige, schon ein bisschen der Papa im Team. Jetzt will er sich noch den Traum vom WM-Titel erfüllen. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Philipp Lahm genießt es, junger Vater zu sein. Auch im DFB-Team ist der bald 29-Jährige schon ein bisschen der Papa im Team. Jetzt will er sich noch den Traum vom WM-Titel erfüllen.

 

Barsinghausen - Den Saisonauftakt gegen Argentinien hatte Philipp Lahm wegen Vaterfreuden verpasst, die Rückkehr ins Nationalteam genießt der Kapitän. „Selbstverständlich ist der Hunger groß. Natürlich war das EM-Ausscheiden sehr bitter. Aber jetzt geht es neu los“, sagte Lahm vor dem Auftakt der WM-Ausscheidung an diesem Freitag gegen den Fußballzwerg Färöer. Und der ab sofort im deutschen Fußball-Nationalteam auf seine rechte Abwehrseite zurückversetzte Münchner hielt sich auch mit seinem neuen Ziel nicht zurück: 2014 in Brasilien will er endlich den großen Titel – sein Traum.

Den „Traum von der eigenen Familie“ hat sich Lahm schon erfüllt, seine Frau Claudia brachte am Tag des Argentinien-Spiels Söhnchen Julian zur Welt. „Ich fühle mich sehr gut“, berichtete der stolze Vater am Donnerstag in Barsinghausen, wo sich das DFB-Team fit macht für die Partie gegen die Färöer in Hannover. „Hier schlafe ich natürlich durch, zu Hause sieht das etwas anders aus. Meine Frau hat etwas mehr Arbeit als ich“, erzählte Lahm und lächelte.

Im Nationalteam fühlt sich der 91-malige Nationalspieler auch schon ein bisschen als Papa. Beim Training hatte er ein wenig überrascht registriert, inzwischen „mit knapp 29 Jahren hinter Miroslav Klose der Zweitälteste“ zu sein. „Mir macht es großen Spaß, mit den jungen Spielern zu arbeiten“, betonte Lahm. Die Qualität sei sehr groß in der Mannschaft: „Wir haben einen neuen Konkurrenzkampf, der uns weiter nach vorne bringt.“ Auch persönlich habe er das bittere EM-Aus aufgearbeitet, verriet
Lahm. Was dabei herauskam, wollte er nicht verraten. Für Hansi Flick, Assistent von Bundestrainer Joachim Löw ist Lahm der Führungsspieler, „den wir als Trainer auch wollen“. Ein Führungsspieler würde sich nicht damit auszeichnen, nur seine Meinung nach außen zu verbreiten. „Das ist zu wenig. Leere Dosen klappern am lautesten“, meinte Flick.

Lahms Rückversetzung nach rechts, wo er auch beim FC Bayern spielt, darf aber durchaus als EM-Reaktion gewertet werden. „Ich habe immer schon gesagt, dass ich am liebsten rechts spiele. Ich fühle mich da wohler und ich denke, dass ich da auch besser spiele“, sagte Lahm. Beim EM-Turnier hatte Löw seinen Kapitän auf der linken Seite noch wichtiger gesehen. Für Lahm ist es vielleicht schon der letzte Anlauf, Weltmeister zu werden. „Eine Garantie auf den Titel gibt es nicht“, betonte er. Doch er will nochmals angreifen.
 

 

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