Duisburgerin muss in München bleiben Geklauter E-Rolli: Opfer (57) soll Schaden selbst bezahlen

Der Fachverkäufer verlangt 3.000 Euro von Barbara Ziller. Geld, welches die Hart IV-Empfängerin nicht hat. Foto: dpa/privat/AZ

Diebe stehlen einer 57-Jährigen ihren Elektrorollstuhl. Weil es keine Einbruchsspuren gibt, will die Versicherung den Schaden nicht bezahlen. Barbara Ziller ist verzweifelt.

München - Nach einem schweren Schlaganfall vor gut einem Jahr ist Barbara Ziller auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Doch seit Weihnachten ist der Rolli verschwunden, schlimmer noch. Die Versicherung zahlt nicht und der Fachhändler, der der 57-Jährigen den Rollstuhl zur Verfügung gestellt hat, verlangt von der Hartz-IV-Bezieherin den Restwert in Höhe von 3.000 Euro.

Barbara Ziller ist völlig verzweifelt: "Ich weiß nicht, wie es jetzt weitergehen soll." Dabei hatte sie damals, als sie den Rolli bekam, extra eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. 30 Euro monatlich zahlte sie aus ihrem knappen Budget. Seit einem schweren Schlaganfall vor gut einem Jahr kann Barbara Ziller nicht mehr arbeiten. Schlimmer noch. Sie sitzt seitdem im Rollstuhl. "Ich kann nur ein paar Schritte gehen. Wenn ich außer Haus muss, brache ich meinen Elektro-Rolli."

Das Diebstahlopfer ist in München gestrandet

Zu Weihnachten besuchte die Duisburgerin einen Freund im Hasenbergl. Er wohnt in der Rainfarnstraße. Der Rolli kam in den Fahrradkeller des Mietshauses. Dort verschwand er irgendwann zwischen dem 22. und 27. Dezember. Die 57-Jährige erstatte Anzeige bei der Polizei Möglicherweise haben sich Jugendliche den Rollstuhl geschnappt und sind damit im Hasenbergl herumgefahren, bis der Akku leer war. "Bisher gibt es keine Spur, weder vom Rollstuhl noch von den Tätern", sagt ein Polizeisprecher.

"Weil es keine Einbruchsspuren gibt, zahlt die Versicherung nicht", erzählt Barbara Ziller der AZ. Damit nicht genug. Der Fachhändler, von dem sie den Rollstuhl hat, will den Schaden ersetzt bekommen. "Ich weiß nicht, wie ich 3.000 Euro bezahlen soll. So viel Geld habe ich nicht", sagt Barbara Ziller.

Sie ist in München gestrandet. Ohne ihren Rollstuhl kann sie nicht aus dem Haus, geschweige die Heimreise nach Duisburg antreten. Die 57-Jährige sitzt in dem Hochhaus im Hasenbergl fest. "Ich müsste mit der Bahn fahren und dabei mit Gepäck mehrmals umsteigen, bis ich wieder Zuhause bin", erklärt die 57-Jährige. Ohne ihren Rollstuhl schafft sie das jedoch nicht.

Freunde haben zusammen mit dem Hausmeister die Umgebung des Hochhauses abgesucht. Doch nirgends fand sich eine Spur von dem rund 100 Kilo schweren Elektrorollstuhl.

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