Düsseldorf feiert Titel 2. Liga: Greuther Fürth gelingt Klassenverbleib

Fürther Spieler, Betreuer und Fans bejubeln den 1:0-Führungstreffer in Heidenheim. Foto: Stefan Puchner/dpa

Die letzten Entscheidungen in Liga zwei sind gefallen. Weiterer künftiger Drittligist neben dem 1. FC Kaiserslautern ist Eintracht Braunschweig. Die Abstiegsrelegation bestreitet Erzgebirge Aue. Zweitligameister ist Fortuna Düsseldorf. Greuther Fürth rettet sich.

Heidenheim - Nach einer weitgehend verkorksten Saison hat sich die SpVgg Greuther Fürth in einem dramatischen Showdown doch noch zum Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga gezittert. Die Franken kamen am Sonntag beim 1. FC Heidenheim zu einem 1:1 (0:0) und kletterten nur dank doppelter Schützenhilfe am letzten Spieltag aus der Abstiegszone raus.

Weil die Rivalen Braunschweig und Aue gleichzeitig ihre Partien verloren, retteten sich die Franken wegen der um drei mickrige Treffer besseren Tordifferenz auf den 15. Platz. Der zuletzt so verunsicherten Zweitliga-Rekordtruppe bleibt der Gang in die Drittklassigkeit nach 21 Jahren Profifußball erspart.

In einer umkämpften und spannenden Partie hätte Green mit seinem Treffer in der 51. Minute zum Matchwinner für die Mannschaft von Coach Damir Buric werden können. Aber das 1:1 durch Tim Skarke in der 90. Minute ließ die Gäste noch einmal zittern, eine Niederlage hätte den Abstieg bedeutet.

An 24 Spieltagen rangierte Fürth auf einem der letzten drei Plätze - pünktlich am 34. Spieltag ging es nach oben. "Ich denke gar nicht daran", hatte Fürth-Sportdirektor Rachid Azzouzi vor dem Anpfiff zu einem möglichen Abstiegsszenario noch gesagt und ergänzt: "Wir wollen aufzeigen, dass wir Großes schaffen können."

Braunschweig steigt ab, Düsseldorf Meister

Eintracht Braunschweig muss nach sieben Jahren zurück in die 3. Liga und steht neben dem 1. FC Kaiserslautern als zweiter Direktabsteiger aus der 2. Bundesliga fest. Die Braunschweiger unterlagen am letzten Spieltag beim Tabellendritten Holstein Kiel mit 2:6. Auf Rang 16 landete Erzgebirge Aue nach dem 0:1 beim SV Darmstadt 98. Damit müssen die Sachsen in die Relegationsspiele gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC. Den Meistertitel sicherte sich am Sonntag Fortuna Düsseldorf mit dem 3:2-Erfolg beim 1. FC Nürnberg. Damit überholten die Rheinländer den Tabellenzweiten Nürnberg mit 63 Punkten in der Tabelle. Den Siegtreffer für die Gäste erzielte Kaan Ayhan in der Nachspielzeit. Der Tabellendritte Holstein Kiel trifft in der Relegation auf den VfL Wolfsburg.

Holstein Kiel - Eintracht Braunschweig 6:2

Drama um Eintracht Braunschweig: Vier Jahre nach dem Bundesliga-Abstieg und zehn Jahre nach dem Amtsantritt von Trainer Torsten Lieberknecht müssen die Niedersachsen den bitteren Gang in die 3. Liga antreten. Die Löwen verloren in einem wilden Abstiegsfinale mit 2:6 (2:4) beim Relegations-Teilnehmer Holstein Kiel. Den Störchen gelang damit die Generalprobe für die Aufstiegs-Play-offs gegen den VfL Wolfsburg. Braunschweig, der deutsche Meister von 1967, ging durch Jan Hochscheidt (6.) und Ken Reichel (19.) zweimal im ersten Durchgang in Führung und hatte wieder große Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Doch vor allem Steven Lewerenz bekamen die Gäste nie in den Griff - der Offensivmann erzielte vier Treffer (22., 30., 57., 59.). Für die ohne zahlreiche Stammspieler agierenden Kieler trafen zudem Aaron Seydel (16.) und Kapitän Rafael Czichos (33.). Im zweiten Durchgang musste Lieberknecht verzweifelt mitansehen, dass sein Team den effizienten Kielern nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Holstein-Coach Markus Anfang wechselte die Startelf-Kandidaten für die Wolfsburg-Duelle nach und nach aus. Die Eintracht konnte nur noch auf Patzer der Konkurrenz hoffen, doch diese blieben aus.

1. FC Nürnberg - Fortuna Düsseldorf 2:3

Der 1. FC Nürnberg hat das I-Tüpfelchen auf seine starke Saison verspielt und die Meisterschaft in der 2. Bundesliga verpasst. Der fränkische Traditionsverein unterlag am Sonntag Fortuna Düsseldorf trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung mit 2:3 (2:1) und wurde so am letzten Spieltag der 2. Bundesliga noch von der Tabellenspitze verdrängt. Schon vor dem Schlussakt war aber klar, dass beide Teams direkt aufsteigen. Vor mit 50.000 Zuschauern ausverkauftem Nürnberger Stadion brachten Georg Margreitter (6. Minute) und Tim Leibold (13.) die Mannschaft von Trainer Michael Köllner schon beruhigend in Führung. In einem rassigen Duell der beiden direkten Aufsteiger sorgten Takashi Usami (37.) und Niko Gießelmann (59.) für den Ausgleich. Kaan Ayhan (90.+1) schoss die Rheinländer noch an die Tabellenspitze. Dann wurden Böller im Fortuna-Block gezündet.

VfL Bochum - Jahn Regensburg 1:1 

Mit dem siebten Heimspiel in Serie ohne Niederlage hat der VfL Bochum nach einer turbulenten Saison die Zweitliga-Spielzeit beendet. Die Revierelf kam am letzten Spieltag am Sonntag zu einem 1:1 (0:0) gegen den SSV Jahn Regensburg und landete damit auf Rang sechs. Die Oberpfälzer, die zweitbester Aufsteiger hinter Holstein Kiel wurden, kamen auf den fünften Platz. Vor 20.811 Zuschauern im Bochumer Stadion erzielte Marco Grüttner mit seinem 13. Saisontreffer in der 64. Minute das 1:0 für die Gäste. Der Ausgleichstreffer gelang den Bochumern in der 87. Minute durch Tim Hoogland.

FC Ingolstadt - 1. FC Kaiserslautern 1:3

Der FC Ingolstadt hat seine Fans im letzten Saisonspiel noch einmal verärgert. Die Schanzer verloren am Sonntag gegen den Absteiger 1. FC Kaiserslautern mit 1:3 (0:2). Es war die achte Niederlage im eigenen Stadion, wo überhaupt nur fünf von 17 Partien gewonnen werden konnten. Der FCI beendete die Saison, in der eigentlich die direkte Rückkehr in die Bundesliga gelingen sollte, mit 45 Punkten auf Platz neun. Der Österreicher Phillipp Mwene mit einem Doppelschlag (40./42. Minute) und Sebastian Andersson (47.) erzielten die Tore für den Tabellenletzten aus der Pfalz, der sich für sein Engagement und seine Zielstrebigkeit belohnte. Die Gäste agierten effektiver.

Arminia Bielefeld - SV Sandhausen 0:0

Arminia Bielefeld ist auch im fünften Spiel in Serie zu Hause ungeschlagen geblieben. Zum Abschluss der Saison trennten sich die Ostwestfalen 0:0 vom SV Sandhausen, der in der Vorwoche den Klassenerhalt gefeiert hatte. Vor 23.070 Zuschauern hatte die Arminia in der ersten Halbzeit doppeltes Pech: Andreas Voglsammer (27.) und Roberto Massimo (38.) scheiterten jeweils an der Latte. Für Aufregung sorgte eine Gelb-Rote Karte gegen Sandhausens Richard Sukuta-Pasu (39.) nach Foulspiel gegen Tom Schütz. Nur vier Minuten zuvor war der Stürmer von Schiedsrichter Benjamin Cortus wegen Meckerns verwarnt worden.

Dynamo Dresden - Union Berlin 0:1

Dynamo Dresden kann auch in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga spielen. Der ehemalige Erstligist sicherte sich am letzten Spieltag trotz einer 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den 1. FC Union Berlin den Klassenverbleib. 41 Zähler und damit ein Punkt mehr gegenüber Greuther Fürth und Erzgebirge Aue reichen für Platz 14. Der Hauptstadtklub, der sich schon vor dem Sonntag gerettet hatte, beendet die enttäuschende Saison noch als Tabellen-Achter (47 Zähler). Den Siegtreffer für die "Eisernen" erzielte vor 30.785 Zuschauer im ausverkauften Dresdner Stadion der eingewechselte Philipp Hosiner auf Vorarbeit von Kristian Pedersen (82. Minute).

SV Darmstadt 98 - Erzgebirge Aue 1:0

Auch dank einer krassen Fehlentscheidung des Schiedsrichters ist der FC Erzgebirge Aue am letzten Spieltag auf den Relegationsplatz zurückgefallen. Die Sachsen verloren am Sonntag mit 0:1 (0:0) beim direkten Konkurrenten SV Darmstadt 98 und wurden dadurch in der Abschlusstabelle noch von der SpVgg Greuther Fürth überholt. Tobias Kempe schoss in der 87. Minute das entscheidende Tor für die "Lilien". Doch Schiedsrichter Sören Storks übersah bereits in der vierten Minute, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde. Dazu wurde den Gästen in der 31. Minute ein klarer Handelfmeter verweigert. Die Auer müssen den Abstieg nun in zwei Relegationsspielen am 18. und 22. Mai gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC verhindern.

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