DTM im Olympiastadion DTM: Bereit fürs Heimspiel in München

Paddock-Feeling bei der AZ: Die DTM Fahrer Martin Tomczyk, Bruno Spengler und Dirk Werner haben die Redaktion besucht Foto: Petra Schramek

Mit dem legendären M1 durch die Stadt – und dem neuen DTM-Auto durchs Olympiastadion: Der amtierende Champion Martin Tomczyk und seine Kollegen fiebern dem Wochenende entgegen.

 

MÜNCHEN - Martin Tomczyk muss sich erstmal strecken. Mit 1,88 m ist der Rosenheimer für einen Rennfahrer recht groß gewachsen, kein Riese, aber eindeutig zu groß für die weiße Flunder, mit der der amtierende Champion der DTM zum Redaktionsbesuch bei der AZ vorgefahren ist. Rundfunkplatz 4, die Neue Hopfenpost. Vor der Eingangshalle der Abendzeitung stehen drei BMW. Tomczyk muss den Kopf einziehen, als er aus dem M1 steigt, jenem Supersportwagen des Münchner Autobauers, das von 1978 bis 1981 vom Band lief und das die Geschichte der BMW Motorsport GmbH begründete.

Es ist ein Auto, das für Jockeys gebaut sein muss. Und doch lacht Tomczyk. „Das Auto ist eine Legende. So etwas fahren zu dürfen, ist selbst für mich etwas Außergewöhnliches“, sagt er und berichtet von den neugierigen Blicken der Passanten auf der kurzen Fahrt vom BMW-Museum zur AZ. Die DTM ist wieder in der Stadt, am Freitag werden im Olympiastadion bei den Trainings zum ersten Mal wieder die Motoren der Boliden angelassen, am Samstag und Sonntag finden die Rennen statt (die ARD überträgt teils live).

Ein Jahr nach der Premiere der Hatz unterm Zeltdach wird auch BMW um den Sieg kämpfen beim spektakulärsten Rennen im DTM-Kalender. Nach 20 Jahren Pause sind die Münchner zurückgekehrt in die populärste Tourenwagenserie Europas, nun fiebern sie ihrem Heimrennen entgegen. „Der BMW-Vierzylinder steht hundert Meter gegenüber vom Stadion, die BMW Welt genauso. Sehr viele Mitarbeiter aus dem Werk werden zum Rennen kommen. Dazu noch viele Fans unserer Marke. Das wird für uns alle der Höhepunkt des Jahres“, sagt Tomczyk, der letztes Jahr noch für Audi aktiv war. Doch nun stehen er und seine beiden Kollegen Bruno Spengler und Dirk Werner erstmal vor der AZ-Redaktion – im absoluten Halteverbot.

Aber wer solche Autos dabei hat zum Fototermin, dem sei dies gestattet. Neben dem M1, der dem rennfahrenden Prinzen Lepold von Bayern wegen seiner unberechenbaren Power einst den Szene-Beinamen „Dreopold von Bayern“ brachte, stehen noch ein roter BMW M3 aus den späten Achtzigern und ein aktuelles M3 Coupé, das in der DTM als Safety Car eingesetzt wird. Rund 930 PS, verteilt auf drei Autos, vorsichtig durch die Stadt gefahren von drei Rennfahrern. Neben Tomczyk sind auch Bruno Spengler und Dirk Werner gekommen. Für ihr Heimrennen sind sie einen Tag vorher als sonst angereist. Ein Heimrennen ist auch für Rennfahrer etwas ganz Besonderes.

„Der BMW M3 DTM ist in München entwickelt und aufgebaut worden. Viele der Beteiligten haben das Auto vielleicht noch nie gesehen auf der Strecke. Das wird für uns alle ein Fest am Wochenende“, sagt Werner, der aus Würzburg stammt. Eine ganz besondere Beziehung zu München hat auch Spengler. Der Kanadier gewann letztes Jahr das erste Münchner Zeltdach-Rennen, damals noch für Mercedes. Nach sieben Jahren in Stuttgart wechselte er zu BMW – und will nun seinen Titel verteidigen. „Das Rennen im Olympiastadion ist einmalig. Wenn du durch das Marathontor durchfährst und dann dieses große, weite Rund voller Menschen siehst, das ist Adrenalin pur“, sagt er.

Obwohl es keine Punkte für das Klassement zu gewinnen gibt in München, ist das Rennen im Olympiastadion nicht nur für die BMW-Fahrer der Höhepunkt des Jahres. Nirgendwo sind die Zuschauer so nah dran am Geschehen, nirgendwo sind die Mauern so nah dran und nirgendwo werden auch die kleinsten Fehler so sehr bestraft wie im Münchner Mauerkanal. „Punkte hin, Punkte her. Sobald wir im Rennauto sitzen, gehen wir ans Limit und wollen gewinnen. Wir sind alle Racer“, sagt Spengler.

 

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