Drogenprozess Der Dealer und die Pfeffermühle

Anklage wegen Drogenhandels: Horst K. (l.) und Felix H. Foto: jot

Im Prozess um einen schwunghaften Handel mit Kokain und Marihuana spielt auch ein Küchengerät eine wichtige Rolle.

 

München - Kokain- und Marihuanaverkäufe jeweils im dreistelligen Grammbereich, ein Umsatz der über die Jahre in die Tausende ging – Es war ein schwunghafter Rauschgifthandel, der da im Raum München und Germering betrieben wurde. Zwei junge Männer sitzen deswegen seit Mittwoch auf der Anklagebank des Landgerichts.

Den Stoff besorgten sich die beiden laut Anklage im Ausland. Sie schmuggelten das Rauschgift nach Deutschland und lagerten es dann in einem Ramersdorfer Keller.

Offenbar hat aber einer ihrer Kunden irgendwann gesungen und damit Pluspunkte bei den Strafverfolgern gesammelt. Jedenfalls tauchen in der Anklage Drogenverkäufe an diesen, ebenfalls von der Staatsanwaltschaft verfolgten Mann auf.

Angefangen habe demnach alles Anfang 2011. Bis Februar 2013 soll Horst K. (26, Namen geändert) dem Mann in mindestens 26 Fällen jeweils 30 Gramm Marihuana für 315 Euro verkauft haben. Horst K. bestreitet das.

Er gibt aber andere Anklagepunkte durchaus zu. Zwischen März 2013 und März 2014 habe er in fünf bis sechs Fällen 200 bis 300 Gramm Marihuana verkauft. An genaue Daten kann er sich nicht erinnern. „Mein Mandant hat nicht Buch geführt“, erklärte sein Anwalt.

Am 13. Dezember des vergangenen Jahres tauchten die Ermittler dann im Gautinger Büro von Horst K. auf und durchsuchten die Räumlichkeiten. Sie fanden in einem Würfeltresor unter dem Bett 353 Gramm Kokain sowie Streckmittel. Unter der Matratze lagen zwei Gramm Marihuana. Leugnen scheint da zwecklos: Der Junkie gibt zu, dass er 80 Prozent des vorgefundenen Stoffes verkaufen wollte.

Am gleichen Tag wurde auch die Wohnung von Felix H. (29) durchsucht. Hier fand die Polizei acht Gramm Kokain und über ein Kilo an verschiedenen Streckmitteln. Auch diese Substanzen haben ihm gehört, gesteht Horst K. am Mittwoch. Sein Spezl habe aber davon gewusst. Im Keller entdeckten die Ermittler zudem fünf Gramm Marihuana.

Für die Ankläger kommt erschwerend dazu, dass Felix H. auf seinem Balkon eine Pfeffermühle in Form eines Baseballschlägers deponiert hatte. Immerhin 71 Zentimeter lang und fast ein Kilo schwer. Für die Staatsanwaltschaft eine regelrechte Waffe. Felix H. habe sich deshalb „des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Mitführung von Waffen“ strafbar gemacht. Die Verteidigung ist da rechtlich anderer Meinung.

Protest von Seiten der Verteidigung gab es auch in puncto Gutachter: Für Horst K. wollte man einen weiteren psychiatrischen Experten hinzuziehen, um dessen Drogensucht genauer zu beleuchten. Blitzte mit dem Antrag aber ab. Man sehe keinen Grund den bereits bestellten Gutachter zu ersetzen, so die Kammer.

Der Prozess wird fortgesetzt.    

 

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