Drogenfahndung Durchsuchung: Koks-Dealer springt aus drittem Stock

Kokain vom Harthof: Diese Drogenpakete stellten die Fahnder bei der Durschuchung der Wohnung sicher. Foto: Zoll

Drogenfahnder stürmen eine Wohnung im Harthof. Ein 28-jähriger mutmaßlicher Koks-Dealer springt dabei aus dem Fenster und wirft einen Block Kokain seinem Kollegen hinterher.

 

München - Am späten Nachmittag des vergangenen Samstages verdichteten sich die beim Bereitschaftsdienst des Zollfahndungsamtes München eingegangenen Hinweise, dass in der Wohnung eines bereits einschlägig in Erscheinung getretenen 37-jährigen türkischen Staatsangehörigen Rauschgiftgeschäfte - vor allem mit Kokain - abgewickelt werden sollen. Das Amtsgericht München ordnete daraufhin die sofortige Durchsuchung der im Münchner Norden befindlichen Wohnung an.

Sechs Beamte von Zollfahndung und Polizei drangen noch am selben Tag gegen Abend in die Wohnung des Tatverdächtigen ein, der sich sofort mit zwei weiteren Personen in seinem Wohnzimmer einsperrte. Die Türe zum Wohnzimmer öffneten die Ermittler gewaltsam.

Einer der mutmaßlichen Drogenhändler, ein 28-jähriger albanischer Staatsangehöriger, sah in seiner ausweglosen Situation als einzigen Weg ins Freie die Flucht über den Balkon der im dritten Stock befindlichen Wohnung. Scheinbar traute er es sich zu, über die Balkone herabzuklettern, um sich dem Zugriff der Fahnder zu entziehen. Auf die verbale Aufforderung der vorsorglich um das Anwesen postierten Beamten der Polizeiinspektion 47 (Milbertshofen), sein Vorhaben zu unterlassen, reagierte dieser nicht und stürzte vom Balkon herab.

Dabei zog er sich schwere Verletzungen zu. Ungefähr einen Meter neben ihm fanden die Beamten eine Plastiktüte mit einem rund 800 Gramm schweren Block gepressten Kokains. Dieses hat er nicht etwa auf seiner Flucht verloren, sondern ihm der 37-jährige Türke noch durch die offene Balkontüre hinterher geworfen.

Neben dem Block Kokain, das in dem vorgefundenen Zustand erfahrungsgemäß über einen sehr hohen Reinheitsgrad verfügt, stellten die Rauschgiftfahnder noch Kleinmengen an Kokain sowie 15.000 Euro Bargeld und zwei Fahrzeuge sicher. Gegen alle drei festgenommenen Personen erging mittlerweile Haftbefehl.

Bei den Vernehmungen des Trios stellte sich heraus, dass an besagtem Samstagnachmittag bereits 200 Gramm Kokain zum Preis von über 10.000 Euro verkauft worden seien. Die dritte festgenommene Person, ein 42-jähriger türkischer Staatsangehöriger, spielte nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen die Rolle des Vermittlers für die anstehenden Rauschgiftgeschäfte. Der im Krankenhaus Bogenhausen noch in derselben Nacht notoperierte Albaner befindet sich mittlerweile auf der Krankenstation der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Seine Lage wird von den Ärzten als stabil bezeichnet.

 

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