Dreister Überfall beim Bahnhof Schon zum zweiten Mal! Schmuckdiebe bei Juwelier Käfer

Clemens Hagen.
Opfer von Schmuckdieben: Thomas Käfer vor seinem Juweliergeschäft in der Bayerstraße. Foto: Petra Schramek

Blitzschnell ging es. Beide Male. Plötzlich griffen die vermeintlichen Kunden zu, schnappten sich den Schmuck – und ab durch die Mitte. Den verdutzten Verkäufern blieb nur noch übrig, die Polizei zu alarmieren.

 

München - Thomas Käfer (55) ist Besitzer von „Käfer’s Leihhaus“ in der Bayerstraße vis-à-vis vom Hauptbahnhof. Er hat am 1. Oktober im selben Gebäude ein Schmuckgeschäft eröffnet und ist bei beiden Diebstählen der Geschädigte.

„Der erste Fall ereignete sich am 7. November. Da wurden zwei goldene Halsketten im Wert von 7000 Euro gestohlen“, berichtet der Geschäftsmann der AZ. „Der zweite Diebstahl geschah am 30. des Monats, da entkamen die Täter mit zwei schweren goldenen Armbändern im Wert von 3000 Euro.“

 

Die Kriminalität in der Gegend macht dem Geschäftsmann Sorgen

Es ist nicht so sehr der entstandene finanzielle Schaden, der ihn ärgert, sondern vielmehr die Tatsache, dass er seinen Laden nun mit einer via Knopfdruck von den Verkäufern zu bedienenden Zutrittskontrolle extra sichern soll. Käfer: „Wenn jemand klingeln muss, um in einen Laden zu kommen, ist das nicht besonders kundenfreundlich. Und gerade ein neues Geschäft muss sich da besonders anstrengen. Aber sowohl die Polizei als auch die Versicherung haben mir erklärt, dass es keine andere Möglichkeit gibt.“ Zumal Käfer es sich nicht leisten kann, einen eigenen Security-Mann zu engagieren, wie es die teuren Schmuck-Boutiquen an der Maximilianstraße tun.

Generell macht sich der Leihhaus-Besitzer Sorgen wegen der stetig steigenden Kriminalität in München, besonders rund um den Hauptbahnhof. „Zwischen 1988 und 2012 gehörten mir bereits Schmuckläden in der Stadt, teilweise bis zu vier gleichzeitig. Da waren die Türen immer offen. Passiert sind solche Diebstähle in den ganzen 14 Jahren gerade zwei. Jetzt habe ich zwei Diebstähle innerhalb von gut zwei Monaten. Das macht einen schon nachdenklich“, erklärt der Cousin von Feinkost-König Michael Käfer.

 

"Diebstahl-Tourismus“ von Banden aus Südosteuropa

Der Schmuck- und Juwelen-Experte vermutet allerdings nicht, dass die Täter, die sein Geschäft am Hauptbahnhof heimsuchten und dabei von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurden, unter den vielen Flüchtlingen zu finden sind, die in den letzten Monaten in unsere Stadt kamen. „Die Flüchtlinge, das sind doch meist ganz arme Schweine. Die sind oft traumatisiert und haben ganz andere Sorgen, als ein Schmuckgeschäft zu überfallen.“

Wie auch die Polizei glaubt Käfer, dass es sich um sogenannten „Diebstahl-Tourismus“ handelt, also Banden, meist aus dem südosteuropäischen Raum, die für eine begrenzte Zeit in die Stadt kommen, diverse Straftaten begehen und dann wieder verschwinden. Käfer: „Dafür spricht auch, dass beide Täter überhaupt keine Angst davor hatten, gefilmt zu werden.“ Die Polizei machte sich dennoch viel Arbeit, nahm nicht nur Fingerabdrücke, sondern auch gleich DNA-Spuren der beiden zirka 25 bis 35 Jahre alten, Englisch sprechenden Männer. Käfer: „Die Beamten hoffen – genauso wie ich übrigens auch –, dass die Burschen eines Tages geschnappt werden und man ihnen dann dank DNA gleich mehrere Straftaten nachweisen kann. Für einen einzigen Diebstahl kriegen die hierzulande sonst doch höchstens einen Klaps hinter die Ohren.“

 

"Die Fehler werden in Berlin und Brüssel gemacht"

Was die Schuld an der wachsenden Kriminalität in unserer Stadt betrifft, die will Käfer weder bei der Polizei noch bei der kommunalen Politik suchen. „Verglichen mit anderen Städten geht’s uns in München ja immer noch großartig. Die Fehler wurden in Berlin und Brüssel gemacht, damals, als die EU-Osterweiterung beschlossen wurde. Länder wie Rumänien zum Beispiel sind so bettelarm, dass die Verlockungen Westeuropas immer wieder Kriminelle in unser Land locken werden. Daran lässt sich aber nichts mehr ändern. Leider!“

 

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