Drei Tage lang Wegen Siko: München wird zur Festung

In den Sicherheitsbereich (Rot) dürfen nur Konferenzteilnehmer und Besucher mit berechtigtem Interesse. Die Pfeile markieren Kontrollstellen. Foto: AZ

Im Bayerischen Hof beginnt am Freitag die Sicherheitskonferenz 2018. Wegen der geplanten Demo am Samstag gibt es Streit.

 

Seit sechs Uhr früh gleicht das Gebiet rund um den Promenadeplatz einer Festung. Schwer bewaffnete Polizisten in Schutzwesten und Maschinenpistolen vor der Brust, Straßensperren, Scharfschützen auf den umliegenden Dächern – rund 4.000 Polizisten sind über das Wochenende im Einsatz, um die Teilnehmer der 54. Münchner Sicherheitskonferenz zu schützen.

Wer zum Shoppen in die Stadt will, muss sich auf Verkehrsbehinderungen einrichten. Mit dem Auto sollte man die City meiden.

Rund 20 Staats- und Regierungschefs, etwa 80 Außen- und Verteidigungsminister, Generäle und etwa 50 Chefs großer Unternehmen – insgesamt rund 600 Teilnehmer sind auf der Siko. Drei Tage beraten sie über die Krisen der Welt (siehe auch Seite 11). Am Freitagabend wollen die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, der Ukraine und Russlands über eine friedliche Lösung für den Konflikt in der Ostukraine reden.

Einer der prominentesten Gäste ist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Aus der Krisenregion Nahost sind zudem die Außenminister des Irans und Saudi-Arabiens dabei.

Thema wird auch Syrien sein. Immer mehr ausländische Regierungen mischen im Bürgerkrieg mit. Die türkische Armee liefert sich Gefechte mit kurdischen Milizen, die als Verbündete des Westens gegen den "IS“ kämpfen. Hunderte Kurden werden am Samstag zur Demo erwartet. Die Lage ist angespannt.

Am Donnerstag stürmten fünf Aktivisten das Foyer des Bayerischen Hofs und riefen: "Türkische Panzer raus aus Kurdistan.“ Die Stadt hat bei der Demo Fotos des PKK-Gründers Abdullah Öcalan, Symbole der PKK und der Kurdenmiliz YPG verboten. Die Organisatoren der Demo klagen gegen den KVR-Bescheid beim Verwaltungsgericht. Eine Entscheidung könnte heute fallen.

Die Münchner Grünen kritisieren die Sicherheitsbehörden. "Friedliche Proteste gegen den Krieg der türkischen Regierung in Afrin dürfen nicht mit einer Eskalationsstrategie seitens der Polizei verhindert werden“, sagt Grünen-Chef Sylvio Bohr. "Diejenigen, die sich mit den Kurden solidarisieren, werden kriminalisiert.“

So fahren Bus und Tram

Die 19er Tram und die N19 fährt bis Sonntagnachmittag zwischen Hauptbahnhof Süd und Maxmonument nicht auf dem regulären Weg. Stattdessen geht es über das Sendlinger Tor, Müllerstraße zum Isartor. Die Haltestellen Lenbachplatz, Marienplatz (Theatinerstraße), Nationaltheater und Kammerspiele entfallen. Am Stachus stoppen die Züge an der Haupthaltestelle in der Sonnenstraße. Am Hauptbahnhof kann nur Hauptbahnhof-Süd in der Bayerstraße bedient werden. Kein Halt am Bahnhofplatz.

 

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