Drei Tage Kampf gegen Flammen Jochberg: Es ist vollbracht - das Feuer ist aus!

Bis zu sieben Hubschrauber waren bei den Löscharbeiten auf rund 100 Hektar im Einsatz, auch welche aus Österreich. Foto: dpa/Gaulke

Das Feuer am Jochberg ist aus. Alles Glutnester sind - hoffentlich - gelöscht. Der Schaden ist immens.

 

Kochel am See - Drei Tage waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, so viel zu retten, wie noch zu retten war - vom Schutzwald, der die Menschen unten im Tal vor Erosion, Lawinen und Muren schützt. Oder: geschützt hat. Denn große Teile des uralten Kiefernwaldes dürften geschädigt sein. Die Bäume sind bis zu 300 Jahre alt.

Die nächsten Tage wird die Polizei noch mit einer Wärmebildkamera das weitläufige Gebiet kontrollieren. Die Kesselbergstraße ist ab sofort wieder befahrbar, auch die eingerichtete Flugverbotszone in einem Radius von fünf Kilometern wurde wieder aufgehoben.

Sieben Hubschrauber im Einsatz

Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen und hatte sich rasch auf etwa hundert Hektar Fläche ausgedehnt. Allein an Neujahr waren rund 100 Einsatzkräfte damit beschäftigt, die Flammen zu bekämpfen. Zeitweise waren sieben Hubschrauber, teils auch aus Österreich, im Einsatz. Dieser gestaltete sich jedoch äußerst schwierig, weil das Gelände nur schwer zugänglich ist.

Wie viele der Bäume aus dem Schutzwald überleben werden, ist bislang unklar. Die Höhe des Schadens wird sich erst im nächsten oder übernächsten Jahr zeigen. Klar ist jedoch: "Wir brauchen diesen Schutzwald unbedingt", das sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer nach der Besichtigung des Brandorts. "Er ist eine Lebensversicherung für die Bewohner und Besucher der Alpenregion."

Bäumchen müssen mit Hubschrauber an steile Bergwand gebracht werden

Der sogenannte Schutzwald sorgt dafür, dass Regen, Geröll und Gestein nicht ungebremst ins Tal schwemmen. Die Kosten der Sanierung sind noch nicht absehbar. Betroffen sind etwa 50 Hektar Staatswald. Die Wiederherstellung wird Teil eines Drei-Punkte-Programms sein, das die Staatsforsten nun ausriefen. Zunächst sollen im Frühjahr Förster prüfen, wie viele Bäume den Brand überlebt haben. Danach will das landeseigene Unternehmen sehen, was die Natur selbst an neuen Pflanzen wachsen lässt.

"Die Neubegründung des Schutzwaldes ist sehr aufwendig", sagte Neumayer. Die neuen Pflänzchen müssen nämlich mit Hubschraubern an die steile Bergwand gebracht werden, die Arbeiter zum Teil angeseilt werden. Auf jeden Hektar passten 2.500 neu zu pflanzende Bäume, die inklusive Transport je etwa 10 Euro kosteten. Allerdings sei noch nicht klar, ob wirklich alle 50 Hektar komplett neu bestückt werden müssen.

Zu dem Großbrand in der Silvesternacht war es gekommen, weil zwei Münchner den Ermittlungen der Polizei zufolge auf dem Jochberg ein Feuer gemacht haben. Sie wollten den Jahreswechsel auf dem Berg verbringen und sich das Feuerwerk in Kochel von oben anschauen. Das Lagerfeuer geriet allerdings außer Kontrolle. Gegen die Münchner wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Von den insgesamt 100 Hektar des betroffenen Bergwalds befindet sich etwa die Hälfte in Privatbesitz.

Jochberg: Jetzt ermittelt die Kripo gegen die Zündler

Der Schaden am Wald wird auf eine sechsstellige Summe geschätzt. Die Höhe der Einsatzkosten steht bislang nicht fest. Bad Tölz' Landrat Josef Niedermaier sagte dem BR, die Kosten des Löscheinsatzes bezifferten sich auf "mehrere hunderttausend Euro". Er geht davon aus, dass für diese Summe nicht allein der Steuerzahler aufkommen muss: "Sollte es da die Möglichkeit von Regressansprüchen gegen Dritte geben, dann wird der Staat das tun", so  Niedermaier.

 

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