Drei Bayern sterben in Syrien Innenminister Herrmann warnt vor Jihadisten

Rund 40 junge Männer aus Bayern haben sich den Jihadisten in Syrien angeschlossen, drei von ihnen wurden bereits getötet.  Wer sind die neuen "Gotteskrieger", wer wirbt sie an, und was ist zu tun?

München - Immer mehr bayerische Islamisten kämpfen laut Angaben des Verfassungsschutzes im syrischen Bürgerkrieg. Rund 40 sind nach Geheimdienstinformationen bereits ausgereist, um sich den Dschihadisten anzuschließen. Drei starben im Krieg. Innenminister Joachim Herrmann warnt jetzt vor einer weiteren Radikalisierung Jugendlicher durch zurückkehrende „Gotteskrieger“. Die Sicherheitsbehörden verzeichnen seit Monaten eine zunehmende Ausreisewelle gewaltorientierter Salafisten.

Bundesweit soll es sich um mehr als 320 Personen handeln, alleine aus Bayern stammen rund 40 Krieger. Einer von ihnen war der 19-jährige David G. aus dem Allgäu. Innerhalb weniger Monate wandelte er sich von einem freundlichen, jungen Burschen in einen fanatischen Gotteskrieger. Weder Familie noch Freunde oder die Polizei konnten verhindern, dass der Elektriker nach Syrien fuhr. Er gab sich den Kampfnamen „Abu Dawud al Almani“, zu deutsch David aus Deutschland. Im Januar starb er bei einer Schießerei mit einer konkurrierenden Rebellengruppe.

Außer David G. sind noch zwei weitere junge Männer aus Nord- und Nordostbayern nach Angaben des Verfassungsschutzes im syrischen Bürgerkrieg getötet worden. „Vor allem junge Männer unter 25 Jahren sind anfällig für die Propaganda islamistischer Hassprediger“, warnt Innenminister Joachim Herrmann. Im Allgäu und in der Oberpfalz sind sie aktiv, bilden dort Gruppen aus, denen sich der Nachschub für die selbst ernannten „Gotteskrieger“ formiert.

Auch in München und Umgebung soll es Sympathisanten geben, sagt Burkhard Körner, Chef des Landesamtes für Verfassungsschutz. Die zahlreichen Reisen islamistischer Kämpfer nach Syrien und in den Irak sind eine „erhebliche Gefahr für die Innere Sicherheit“, warnte Innenminister Herrmann gestern bei der Vorstellung des Halbjahresberichts des Verfassungsschutzes. Sie lernen dort den Umgang mit Waffen und Sprengstoff, so der Minister, zudem seinen sie „noch stärker radikalisiert und ihre Hemmschwelle für die Anwendung von Gewalt ist deshalb deutlich gesunken“.

Rund 100 Kämpfer aus Syrien sind nach Informationen des Innenministeriums wieder zurückgekehrt nach Deutschland, zehn davon nach Bayern. Unter ihnen auch eine junge Mutter, die mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern nach Syrien gefahren war, um dort zu kämpfen. Im Internet kursieren Videos, in denen die 27-Jährige bewaffnet mit ihren Kinder posiert. Mitte Juni wurde sie bei ihrer Rückkehr am Frankfurter Flughafen festgenommen. Über den Mann und die Kinder liegen keine Informationen vor. Zwei weitere Islamisten sitzen ebenfalls in Bayern in U-Haft. Die übrigen Verdächtigen werden vom Verfassungsschutz beobachtet.

 

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