Drama von Krailling Trauerfeier für zwei Engel

Familie und Freunde nehmen Abschied von Chiara und Sharon. Die Bilder von der Trauerfeier. Foto: Abendzeitung

Mit Blumen und Musik nehmen Eltern und Freunde in Krailling Abschied von den ermordeten Schwestern Chiara und Sharon.

 

München/Krailling - Sie waren umgeben von einem Meer aus Blüten – und ihrer Lieblingsmusik. Kleine Sträuße aus himmelblauem Vergissmeinnicht und Girlanden aus Blütenblättern schmückten ihre Särge, die Freundinnen mit bunten Acrylfarben bemalt hatten. Die Eltern und Freunde hatten den toten Schwestern Briefe und kleine Geschenke hineingelegt. Kränze aus Rosen in Herzform und ein Schmetterling aus rosa und hellblauen Blüten umgaben die Särge. "In stiller Trauer für zwei liebe Engel“, stand auf einem Kranz.

Am Freitag haben die Familie und Freunde in einer privaten Trauerfeier Abschied von Chiara († 11) und Sharon († 8) genommen, die in der Nacht vom 23. zum 24. März in Krailling ermordet worden waren. Etwa 150 Menschen sagten den Mädchen in der Trauerhalle von Aetas am Westfriedhof Adieu. Um den Eltern beizustehen, nahmen auch Malteser vom Kriseninterventionsteam (KIT) Starnberg teil.

Chiara und Sharons Eltern, die sich vor Jahren getrennt hatten, saßen vor den Särgen ihrer Kinder nebeneinander. „Vor den Särgen der Mädchen zu stehen, war das Schrecklichste, was ich in meinem Leben bisher erlebt habe“, sagte ein Bekannter der Familie nach der Andacht.

Auch Nicole Rinder, die der Familie als Trauerbegleiterin bei Aetas zur Seite stand, war erschüttert: „Es macht sehr betroffen, wenn zwei Kinder auf so grausame Art sterben müssen und man all den Schmerz der Familie und Freunde sieht.“

In der Trauerhalle ertönte die Lieblingsmusik der Mädchen, immer wieder hallten die Worte Liebe und Hoffnung durch den Raum. Erik Berthold, Musiker aus dem Würmtal, spielte für die Kinder auf seiner Gitarre das Lied „Da kummt die Sunn“ von STS.

„Man spürte, dass Chiara und Sharon in Frieden und ohne jeden Argwohn aufgewachsen sind“, sagte die Kraillinger Bürgermeisterin Christine Borst. „Ich kannte die Mädchen nicht persönlich, aber wir leiden alle mit – der ganze Ort.“

Die Tante von Chiara und Sharon sprach zu den Trauernden, eine gute Freundin der Familie erzählte von den Talenten der beiden Schwestern, ihren Charakteren und wie sie sich entwickelt hatten – bis ihr Leben so brutal ausgelöscht wurde. Die Zuhörer, von denen die meisten in dem feierlich geschmückten Raum stehend lauschten, weinten.

Am Ende der Trauerfeier durften alle noch einmal nach vorn zu den Särgen kommen, um Kerzen anzuzünden für Chiara und Sharon.

Sehr belastend ist für viele der Trauergäste, dass der Mörder der Kinder noch nicht gefasst ist. „Theoretisch könnte es ja sein, dass er mit uns im selben Raum war“, sagte ein Bekannter der Familie. „Solche Gedanken sind kaum auszuhalten.“

Bürgermeisterin Borst: „Wir alle hoffen, dass es bald ein Ergebnis gibt. Der ganze Ort ist in Aufruhr, Trauer und Angst.“ Nach der Trauerfeier wurden Chiara und Sharon im engsten Kreis der Familie zu Grabe getragen. Die Mädchen sind auf dem Gräfelfinger Friedhof bestattet – Seite an Seite.


 

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