Drahtesel im Zug Wir geben Ihnen 5 gute RADschläge

Frank Wessel zeigt, wie die Räder platzsparend in einen Nahverkehrszug verstaut werden: eines in Fahrtrichtung, eines dagegen. So bleiben die Fluchtwege (gelbe Linien) frei. Foto: dpa

NÜRNBERG Wochenend’ und Sonnenschein – immer häufiger sind die Ausflügler mit dem Fahrrad unterwegs. Und sie nutzen zur Hin- oder Rückfahrt zu ihrer Tour gerne den Zug. 3,5 Millionen Radler hat die Bahn 2010 in Bayern befördert. Davon viele in der Region. Vier Millionen sollen es heuer werden. Bahn und Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC) haben Tipps zusammengestellt.

 

Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wie verhalten sich Radfahrer richtig im Zug? Die Plätze sind begrenzt, zwei Dutzend Räder passen im Schnitt in einen Nahverkehrswagen. „In den Mehrzweck-Abteilen markieren gelbe Linien die Sicherheitsbereiche, die frei bleiben müssen“, so Reinhard Saß von der Bahn. Heißt: Vor dem Einladen der Fahrräder müssen sperrige Packtaschen abgenommen werden. Sie werden extra verstaut. „Wenn die Räder eines in Fahrtrichtung und eines dagegen geordnet werden, dann passen mehr ins Abteil“, erläutert Frank Wessel vom ADFC.

Was ist, wenn der Zug voll ist? Die Bahn ist nicht verpflichtet, jeden Radler mitzunehmen. Reservierungen sind nicht möglich. Im Internet gibt’s unter www.bahn.de/fahrrad-bayern Infos, wann und in welchen Zügen es erfahrungsgemäß eng wird. Saß: „Man kann einen Zug früher nehmen, mit der Regionalbahn statt dem Regionalexpress fahren oder eine Ausweichroute nehmen – zum Beispiel von München über Treuchtlingen nach Nürnberg statt über Ingolstadt.“

Haben Radler Anspruch auf einen Platz im Abteil? In den Mehrzweckabteilen gibt es Klappsitze. Die müssen für Radfahrer geräumt werden. „Es gibt eine klare Priorität: erst Rollstuhlfahrer, dann Kinderwagen und dann Räder“, so Saß.In den S-Bahn im Bereich des Verkehrsverbunds VGN gilt werktags eine Ausschlusszeit von 6 bis 8 und von 15 bis 18.30 Uhr. In den übrigen Regionalzügen gibt es diese Regelung nicht. "Wenn die neuen S-Bahn-Züge in Betrieb sind, wird geprüft, ob dann die Ausschlusszeit entfallen kann", so VGN-Sprecher Manfred Rupp.

Wie reagiert die Bahn auf den Ansturm? Ab sofort sind bis Anfang Oktober an Wochenenden und an allen Feiertagen 14 Fahrradzüge mit viel Platz für Räder zu den beliebtesten Zielen in Bayern unterwegs – etwa die Ausgangspunkte der großen Fernradwege. In Franken sind dies: Nürnberg – Regensburg – Passau, Aschaffenburg – Schweinfurt – Bamberg und Aschaffenburg – Miltenberg – Wertheim.

Was kostet die Fahrt? Im Regionalverkehr Bayern gibt es die Fahrrad-Tageskarte. Sie kostet für beliebig viele Fahrten 4,50 Euro. Die Ausflügler lösen dazu am besten ein Bayernticket (29/21 Euro). Für den Verkehrsverbund VGN empfiehlt sich für den Gesamtraum das TagesticketPlus. Damit können maximal zwei Erwachsene und ein Kind inklusive ihrer Räder fahren. Ist die Familie größer, muss sie auch eine Fahrrad-Tageskarte lösen.

 

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