Domino-Effekt Wie der FC Bayern von einem Neymar-Transfer profitieren könnte

Der FC Bayern wartet auf den Domino-Effekt auf dem internationalen Transfermarkt. Foto: AZ-Montage, dpa

Neymar bringt das Wechselkarussell, auf das Bayern-Boss Rummenigge setzt, in Schwung. So könnte der FC Bayern davon profitieren.

 

München - Domino ist nicht nur ein Geschicklichkeitsspiel, sondern auch Denksport: Welcher Stein muss umfallen, damit es weiter geht? Fällt er nicht, ist man zur Untätigkeit verdammt. Was nervt, wenn man sieht, wie die Mitspieler Stein an Stein reihen und das Ganze wie ein Kinderspiel aussehen lassen.

Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte die bisherige Absenz seines Klubs am Dominobrett so erklärt: "Es muss ein Dominostein fallen. Auf den wartet man in Fußball-Europa. Wenn es den gibt, dann werden viele Transfers folgen." In Madrid und Paris stehen nun zwei gewaltige Dominosteine vor dem Umkippen, aber ob Bayern im Zuge der zu erwartenden Rochaden endlich mitspielt im Millionenspiel, ist fraglich.

Zwei der weltbesten Offensivkicker sind wieder auf dem Markt: Neymar und Antoine Griezmann. PSG-Sportdirektor Leonardo sagte über Neymar: "Er kann PSG verlassen, wenn es ein für alle Welt überzeugendes Angebot gibt. Aber bis zum heutigen Tag wissen wir weder, wer ihn kaufen möchte, noch zu welchem Preis." Neymar hatte am Montag unentschuldigt beim Trainingsauftakt gefehlt.

Neymar fehlt beim PSG-Trainingsauftakt

Ein Angebot für den 27-Jährigen habe man nicht erhalten, sagte Leonardo, bestätigte aber "sehr oberflächliche Kontakte" zu Neymars Ex-Club FC Barcelona. Von dort war der Angreifer vor zwei Jahren für 222 Millionen Euro zu PSG gewechselt. Neymar saß am Sonntag in Rio de Janeiro beim Copa-América-Triumph der Selecao im Maracanã-Stadion auf der Tribüne. Weil er nicht zum Trainingsauftakt seines Klubs erschien, könnte er nun bestraft werden.

Angeblich hat sich Neymar mit Barça bereits mündlich geeinigt und Gehaltseinbußen akzeptiert. Er würde demzufolge noch rund die Hälfte dessen erhalten, was ihm PSG zahlt.

Auch Antoine Griezmann von Atletico Madrid zieht es seit einer Weile nach Barcelona. Griezmann hatte angekündigt, Atlético nach fünf Jahren verlassen zu wollen. Allerdings hat er noch Vertrag bis 2023. Die Verhandlungen mit Barcelona waren zuletzt ins Stocken geraten. Der 28-Jährige will die Ausstiegsklausel für den Wechsel nun angeblich selbst zahlen. Diese war am 1. Juli von 200 auf 120 Millionen Euro gefallen. Die Summe sollte noch am Dienstag am Sitz der Liga hinterlegt werden, so dass der Deal am Mittwoch offiziell gemacht werde, schrieb die Zeitung "AS". Am Freitag werde Griezmann demzufolge dann im Camp Nou vorgestellt , hieß es.

Wird Griezmann am Freitag in Barcelona vorgestellt?

Was das alles mit dem von Präsident Hoeneß schon vor Monaten ohne Not zum Urknall hochgejazzten Transferwesen des FC Bayern zu tun hat? Barcelona, wo ja auch noch Messi spielt, hätte dann ein paar zu viele Offensive und würde womöglich den auch nicht gerade günstigen Ousmane Dembélé auf den Markt schieben – und somit den nächsten Dominostein umstoßen.

Außer Leroy Sané kommt vielleicht mit ganz viel Lust auf Bayern aus dem Urlaub. Er wäre jedenfalls der Wunschspieler von Bayern-Coach Niko Kovac: "Ja. Punkt. Ausrufezeichen! Er kann uns auf jeden Fall helfen. Man hat in der Nationalmannschaft und bei Manchester City gesehen, dass er die Fähigkeiten hat." Kovac wisse "bei Leroy" freilich "nicht, wie schnell das geht, wie schnell das nicht geht. Der Markt muss erstmal loslegen."

Sammer: "Man muss im Leben auch mal warten können"

Der erste Dominostein muss auch tatsächlich fallen. Ein Flügelspieler habe für Kovac oberste Priorität. "Das ist primär unser erstes Ziel", sagte er, "wir haben sicherlich Bedarf vorne durch die Abgänge von Arjen (Robben) und Franck (Ribéry). Man geht nicht schadenfrei durch die Saison. Mit 17 Mann wird es nicht reichen."

Und Dembélé? Sei laut Kovac "auch ein sehr guter Spieler. Ich vertraue unseren Chefs, dass da noch was an Verstärkungen kommen wird." Ex-Bayer Matthias Sammer sagte: "Manchmal war der Verein etwas früher dran, manchmal hat er gewartet. Der Markt ist überhitzt. Man muss im Leben auch mal warten können. Ich glaube, dass sie warten."

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