DOK.fest München "Swagger": Jugendlichen aus einem Pariser Vorort

"Swagger" begleitet elf Jugendliche bei ihrem Alltagsleben im Pariser Vorort. Foto: Dok.Fest

DokFest: "Swagger" – Am Beispiel von elf Jugendlichen wird das Leben in einem Pariser Vorort beschrieben.

"In den gefährlichen Orten der Stadt kann man jederzeit erschossen werden, weil jeder eine Waffe hat… und ungefährliche gibt es nicht" Wird in den ersten Szenen noch die friedliche Seite eines Pariser Banlieue’s gezeigt, wird recht schnell klar, wie das wahre Gesicht des Bezirks aussieht. Spätestens als mitten in der Nacht mehrere Polizeiautos wegen Drogenhändlern eintreffen und bei den Fliehenden das Chaos losbricht.

"Swagger" begleitet elf Jugendliche bei ihrem Alltagsleben im Pariser Vorort. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte zu erzählen: Von seiner Herkunft, die Umstände durch die derjenige nach Frankreich gekommen ist und sein derzeitiges Leben dort, doch eines haben alle elf gemeinsam: Sie haben es nicht leicht!

In einem Ort lebend, in welchem sie von gebürtigen Franzosen komplett isoliert sind, kann man fast so etwas wie eine Slumbildung erkennen. Drogengeschäfte sind Alltag und auch Todesfälle keine Seltenheit. Doch trotz dieser widrigen Umstände wollen sie nicht aufgeben und verlieren nie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die französische Dokumentation von Olivier Babinet behandelt ein sehr ernstes Thema, welches bestimmt nicht nur für Frankreich relevant ist. Mit ruhiger Kameraführung während den Interviews gelingt es dem Regisseur die Gefühle der Jugendlichen glaubwürdig zum Zuschauer zu transportieren.

Eine ernste Grundstimmung zieht sich durch den gesamten Film, unterbrochen nur von kurzen fröhlichen Momenten. Diese wirken jedoch teils sehr gestellt und unnatürlich, was die Atmosphäre bröckeln lässt. Insgesamt dennoch ein gelungener Versuch, die Missstände des Pariser Banlieue’s aufzuzeigen.


Samstag, 18 Uhr; Atelier, Sonntag, 17 Uhr, City; Dienstag, 16.30 Uhr, Atelier

 

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