Digitale Betrugsmaschen in München Achtung: Phishing-SMS und Falsche Microsoft-Anrufe

In München häufen sich Anrufe und SMS, die vermeintlich von seriösen Unternehmen kommen. In Wirklichkeit sind Betrüger am Werk. Foto: dpa/Polizei München

Smartphone und Computer sind für Betrüger oft die Eingangstür in die Privatsphäre ihrer Opfer. In München häufen sich derzeit zwei verschiedene Vorgehensweisen.

 

München – Meistens sieht es nach einem netten Zusatz-Service oder einem harmlosen Aufruf zur Aktualisierung von Nutzerdaten aus. Meistens verbergen sich hinter diesen Nachrichten, die den Namen seriöser Unternehmen als Tarnung nutzen und in der letzten Zeit immer öfter auch an Münchner gehen, dreiste Betrüger. Die Polizei hat am Donnerstag zwei Warnhinweise veröffentlicht, weil erneut einige Münchner in solche Digitalfallen getappt sind. Die AZ zeigt das Vorgehen der Täter.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter installieren Spähprogramme

Potenzielle Opfer bekommen einen Anruf von einem vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter, der (meist in englisch oder schlechtem Deutsch mit indischem Akzent) behauptet, es befinde sich ein Virus auf ihrem Computer.

Der Anrufer bietet an, den PC mit Hilfe eines "Fernwartungsprogramms" vom Virus zu säubern. In Wirklichkeit nutzt der Betrüger den Zugang zum fremden Computer aber dazu, um unbemerkt einen Trojaner zu installieren. Damit haben die Betrüger dann Zugriff auf alle persönlichen Daten des Nutzers, wie Passwörter oder Kontodaten.

Weil die Anrufe häufig von ausländischen und nicht zurückzuverfolgenden Telefonnummern stammen, sind die Anrufer kaum zu ermitteln.

So verhalten Sie sich richtig:

Beenden Sie ein solches Gespräch sofort! Wurde bereits Software auf Anordnung solcher Krimineller installiert, trennen Sie das Gerät schnellstmöglich vom Internet und lassen Sie es von einem Experten prüfen! Ändern Sie Zugangsdaten und Passwörter, insbesondere für das Online-Banking, sofort!

Phishing-SMS von Ebay

Hier suchen sich die Betrüger Handynummern aus bestehenden Kleinanzeigen auf Ebay und schicken dann eine SMS auf das Handy ihres Opfers. Der Text mutet an, wie eine harmlose Aktualisierung der Nutzerdaten: "Ebay-Kleinanzeigen Konto-Sicherheitswarnung, aktualisieren sie ihre Kontodaten: http://m-ebay-kleinanzeigen-h.grn.cc/einloggen.php."

Eine 20-Jährige Münchnerin, die zuletzt in die Falle getappt war, hatte auf den Link geklickt, ihre Login-Daten eingegeben und entdeckte kurze zeit später in ihrem Account ein Auto, das fremde in ihrem Namen inseriert hatten. Das Auto hat natürlich nie existiert, das Geld, das die Betrüger dafür einstrichen, schon.

Auch hier ist es extrem schwer, die Hintermänner zu ermitteln, denn die angegebenen Absender-SMS, Telefonnummern oder auch Namen sind nicht existent und daher „gespooft“.

So verhalten Sie sich richtig:

Reagieren Sie niemals auf SMS, die Nutzerdaten von Ihnen verlangen! Seriöse Unternehmen erfragen solche sensiblen Daten niemals per Mail oder Textnachricht.

 

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