Dieter Hoeneß erklärt Bayerns neue Wucht: So wichtig war der Wagner-Transfer

Die Verpflichtung von Sandro Wagner gibt den Bayern mehr Optionen in der Offensive. Foto: dpa

Sandro Wagner gibt dem FC Bayern München zusätzliche Optionen im Sturm. Warum der Transfer so wichtig war, erklärt Dieter Hoeneß in der AZ.

München - Dieter Hoeneß, blutverschmiert, damals 1982 im Pokalfinale des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg (4:2). Aber ein Treffer mit dem "besten Stück", wie er Sandro Wagner (30) am Samstag gegen Hoffenheim gelang? Daran erinnert man sich in Hoeneß' erfolgreicher Karriere nicht.

Kommt ja auch eher selten vor, ein solcher Fall. Und noch seltener spricht ein Bundesliga-Stürmer so offen darüber wie Wagner, der dieses Erlebnis am Samstag als "sehr angenehm" beschrieb.

Hoeneß: "Wagner passt super rein beim FC Bayern"

Hoeneß hat das Tordebüt des Neuzugangs genau verfolgt. Und dem früheren Angreifer gefällt, was er bislang von Wagner sieht. "Es war die absolut richtige Entscheidung, Wagner zu holen", sagt Hoeneß in der AZ. "Er tut der Mannschaft gut, ist als Typ sehr positiv und selbstbewusst. Der passt super rein beim FC Bayern."

30 Minuten stand Wagner seit seinem Winterwechsel aus Hoffenheim für die Bayern auf dem Platz - da liest sich die Ausbeute mit einem Treffer in drei Kurzeinsätzen sehr ordentlich. Doch es sind nicht allein die nackten Zahlen, an denen Wagners Wert gemessen wird.

"Es gibt mehr taktische Varianten für Jupp Heynckes", erklärt Hoeneß: "Wenn man einen Rückstand aufholen muss, hat man jetzt einen zweiten Stürmer. Thomas Müller fühlt sich ja auf anderen Positionen wohler."


Dieter Hoeneß konnte sogar Tore mit einem Turban erzielen. Quelle: Perenyi/Augenklick

"Gute Option bei Flanken"

Wagner ist der klassische Stoßstürmer, Typ Brecher , der einen Gegner allein dank seiner körperlichen Präsenz (1,94 m, 90 Kilo) verunsichern kann. "Wagner bringt mehr Wucht in den Bayern-Angriff", sagt Hoeneß, einst selbst ein bulliger Angreifer.

Der Neuzugang sei außerdem "eine gute Option bei Flanken", so Hoeneß. "Es wird ja auch mal Situationen geben, in denen man ein 0:2 nicht so schnell dreht wie gegen Hoffenheim." Diesmal kam Wagner erst in der Schlussphase, da stand es schon 4:2 für Bayern. "Die Stellenausschreibung hier war ja klar", sagte Wagner anschließend: "Ich wusste, dass ich auch mit wenigen Minuten meine Chancen bekomme. Ob ich sie mache, liegt an mir."

Dass es für die Bayern notwendig war, Topstürmer Robert Lewandowski zu entlasten, steht für Hoeneß außer Frage: "Dieses Thema gab es ja schon lange, es hat ein Back-up zu Robert Lewandowski gefehlt." Jetzt habe man die Möglichkeit, Lewandowski "auch mal zu schonen. In den wichtigen Spielen war er in der Vergangenheit nicht immer ganz fit", so Hoeneß. Lewandowski (24 Tore in 28 Pflichtspielen) selbst sieht es genauso: "Für mich kann es gut sein, wenn ich nicht immer 90 Minuten spielen muss", sagte der 29-Jährige.

Ob Heynckes seine Angreifer auch mal als Doppelspitze ran lässt? "Das halte ich nicht für ausgeschlossen", sagt Hoeneß. "Aber es wird eher die Ausnahme bleiben." Schade eigentlich. Das wäre wirklich mal ein wuchtiger Angriff.

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