Dieses Mal im Kunstverein Landshut: Schon wieder Kunst geklaut

Michael Lange vermisst ein Kunstwerk. Foto: cm

Schon wieder ist in Landshut Kunst geklaut worden: Nach den Kröten sind jetzt zwei Exponate im Kunstverein verschwunden.

Landshut - Gerade mal drei Monate ist es her, dass die Produzentengalerie Opfer eines Diebstahls wurde. Damals wurde eine Kröte aus Bronze gestohlen (die AZ berichtete). Glücklicherweise hatte der Dieb ein solch schlechtes Gewissen, dass er das Kunstwerk keine zwei Wochen später zurückgab. Er hatte die Kröte vor der Türe abgestellt.

Auf so einen Glücksfall warten jetzt auch der Landshuter Maler Michael Lange und der Künstler Karl Knaup. Bei der Vernissage der Ausstellung "Pflanzen - the pretty things" wurden am Donnerstag gleich zwei Kunstwerke gestohlen. Verschwunden sind eine Keramikfliese mit Aufschrift - und ein postkartengroßes Ölgemälde.

Aber warum gerade diese beiden Stücke? Knaup und Lange haben da eine Idee. "Es sind die einzigen beiden Stücke, die etwas aus dem Thema ‚Pflanzen' fallen. Da wollte wohl jemand eine ‚Säuberung' vornehmen", sagt Knaup. Etwas drastischer, aber humorvoll formuliert es Lange: "Wahrscheinlich wollte dieser jemand den Kunsttempel auskehren. Die Werke waren ihm wohl zu obszön."

Aber warum denn zu obszön? Das kleine Ölgemälde zeigt einen geöffneten Mund - sinnliche Lippen. Früher galt so etwas tatsächlich als anstößig. Im Jahr 2018 dürfte damit aber kaum mehr jemand ein Problem haben. Oder doch?

Das zweite Stück, nämlich die Keramikfliese, ist mit den Worten beschriftet: "Sollte es im Paradies keinen Wein geben, ziehe es vor, nicht hinzugehen"; allerdings auf Italienisch. Laut den Künstlern könnte das jemand als blasphemisch empfunden haben.

"Als wir realisiert haben, dass beide Werke weg sind, hat es sofort klick gemacht. Da hat sich jemand an den Bildern gestört und hat sie einfach geklaut", sagt Knaup.

Ob sich der Dieb die Bilder nun selbst aufhängt? "Nein das glaub' ich nicht. Die wurden wohl eher in der Isar entsorgt. Die waren einfach zu viel für den Besucher der Ausstellung", meint Lange.

Beide Künstler nehmen den Diebstahl mit viel Humor

Von einer Anzeige sehen die Künstler ab. Sie sehen das Verschwinden mit Humor und freuen sich über die zusätzliche Publicity. "Wir freuen uns jetzt einfach darüber, dass wir im Gespräch sind", erklärt Lange weiter.

Mit einer Rückgabe rechnen beide nicht, würden sich aber trotzdem freuen. Der postkartengroße Kussmund war nämlich schon verkauft.

Werden denn öfter Kunstgegenstände geklaut? Den beiden ist das bisher noch nie passiert. Aber während einer Vernissage vor drei Jahren wurde im Kunstverein auch schon mal ein Bild gestohlen. Fragt sich nur, wer derart rotzfrech ist, einfach ein Bild aus dem Schaufenster zu stehlen, während ein paar duzend Menschen in der Galerie stehen.

Gibt es Anhaltspunkte? Leider hat keiner etwas gesehen und niemand hat bisher einen Hinweis darauf, ob die Bilder nun in einem Wohnzimmer hängen oder tatsächlich doch in der Isar versunken sind. Einzig und allein die Abbildungen könnten einen Hinweis geben. "Vielleicht ist der Dieb ultra-religiös oder fanatisch", sagen die Künstler. Und die AZ vermutet: Er kann Italienisch oder Latein. Also kein dummer Dieb...

Es bleibt abschließend für die Künstler nur zu hoffen, dass den Dieb, ebenso wie beim Krötenfall, das schlechte Gewissen packt und er die Bilder (anonym) einfach wieder zurückbringt.

Schau ma mal.

 

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