"Diesel müssen raus aus der Stadt" Saubere Luft: München droht ein Bürgerbegehren

Diesel-Motoren sollen aus der Innenstadt verbannt werden. Foto: dpa

Die Umweltorganisation Green City will nächstes Jahr die Münchner über mögliche Maßnahmen abstimmen lassen.

 

München - Green City will mit ihrem angedrohten Bürgerbegehren ernst machen. Die Stadt zeige keinerlei Bereitschaft, sich für bessere Luft einzusetzen, heißt es aus der Zentrale der Umweltschutzorganisation. Deswegen sollen nächstes Jahr wohl die Münchner über strengere Schutzmaßnahmen abstimmen. Green City geht es dabei um vieldiskutierte Dinge wie die blaue Plakette, die Begrünung von Dächern oder den Ausbau des Radwegenetzes. Trotz einer Anordnung des Bayerischen Verwaltungsgerichts lasse die Stadt bislang jegliche Reaktion vermissen, so Andreas Schuster von Green City.

Von sauberer Luft könne nicht die Rede sein

„Natürlich ist es unbequem, den Autofahrern zu sagen, dass Diesel jetzt raus müssen aus der Stadt“, sagt Schuster. Aber es gebe ja noch viele andere Maßnahmen, die viel niedrigschwelliger seien. Doch auch da stelle sich die Stadt bislang vollkommen quer. Bei einem Infoabend hat Green City deshalb angefangen, um Unterstützung zu werben. Als Argument dienen der Umweltschutzorganisation dabei vor allem Feinstaubmessungen, die Green City in Haidhausen vorgenommen hat. In der Flurstraße am Haidhauser Friedhof wurde jeweils zu den Rush-Hour-Zeiten in der Früh und am Abend gemessen. Die Werte erreichten dabei ein Jahresmittel von etwa 20 Mikrogramm. Stundenweise wurden sogar mal fast 40 Mikrogramm gemessen „Fast so viel wie an der Landshuter Allee“, sagt Schuster.

Green City zieht daraus den Schluss, dass München die Feinstaub-Problematik mitnichten hinter sich gelassen hat. Von den offiziellen Stellen der Stadt heißt es zwar immer, dass nur noch das giftige Stickstoffdioxid Schwierigkeiten mache. Aber auch wenn die europäischen Grenzwerte eingehalten würden, so Schuster. Von sauberer Luft könne man deshalb noch lange nicht reden.

 

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