Diese Änderungen sollen kommen Masterplan fürs Kunstareal: "Kitt" zwischen den Museen

Vor dem Museum Brandhorst kann man im Gras sitzen, Stadtteilpolitiker wollen, dass das im Kunstareal auch anderswo geht. Foto: Sven Hoppe/dpa

Lokalpolitiker wollen rasche Verbesserungen für das Quartier: einheitliche Sitze, Lampen, Bäume und mehr Rasen für Picknick.

München - Schon lange soll es eine eigene Identität bekommen – das Kunstareal in der Maxvorstadt. Private Förderer spendierten vor zwei Jahren 21 weiße Info-Säulen, dazu hochmoderne Sitzhocker. 400.000 Euro sind dafür geflossen – doch das Projekt gilt als Geldverschwendung.

CSU-Lokalpolitiker Christian Krimpmann bemängelt: "Wir sind unglücklich über das Stelen-System. Es war ein Versuch, doch man bemerkt die Säulen kaum. Oft sehe ich auch Leute, die ratlos vor den Info-Säulen stehen. Ihr Informationswert ist deutlich zu gering." Mit einem Schmunzeln berichtet er weiter: "An den T-förmigen Hockern machen manche ihre Hunde fest. Sie sind unbequem. Der kunstgeneigte Besucher ist eher 60 als 20 Jahre alt. Für sie sind diese Sitze fast unzumutbar."

Der BA-Chef der Maxvorstadt äußert sich dezidiert "traurig", dass die 21 Info-Säulen über lange Jahre das einzige Gemeinschaftsprojekt im Kunstareal waren. Umso erfreuter ist der 40-Jährige, dass sein Gremium den Masterplan für das Kunstareal als "Kitt" zwischen den 18 Museen voll befürwortet. Mit dem Masterplan wollen Stadt und Freistaat das Kunstareal besser planen. Es geht um ein Gesamtkonzept für Verkehr und Freiflächen, das noch umgesetzt werden muss.

Kunstareal: Diese konkreten Änderungen soll es geben

Gerade in der dicht besiedelten Maxvorstadt seien die freien Flächen vor den Häusern von hoher Bedeutung, argumentieren die Stadtteilpolitiker. Deshalb haben sie eigene Vorschläge erarbeitet, wie man das Kunstareal schnell attraktiver machen kann – denn die Umsetzung des Masterplans zieht sich ja noch etwas:

Priorität hat die Fläche um die Pinakothek der Moderne. Laut Krimpmann soll die "unsägliche" Schotterfläche, teils Mitarbeiterparkplatz, teils Brache, in Rasen verwandelt werden: "Schotter ist so tot. Auf dem Gras dürften Besucher Brote auspacken und Kinder Fußball spielen. Das stört mitnichten", so Krimpmann. Der Platz werde für Freizeit und Erholung gebraucht. Und für den kunstgeneigten Touristen, der von der Gabelsbergerstraße ins Areal komme, sei das so ein besseres Entrée ins Kunst-Mekka mit 18 Museen.

Straßenlaternen, Strahler an Gebäuden, Bodenbeleuchtung: Das heterogene Licht auf den 500 mal 500 Quadratmetern Kunstareal ist eine Herausforderung. Der Masterplan sieht eine prägende Lichtstimmung für die Zukunft vor. Die Lokalpolitiker fordern konkret eine einheitliche Beleuchtung im Umfeld der Pinakotheken – und zwar bald. Krimpmann erläutert: "Mit Lichtwahrnehmung lässt sich viel machen. Die Landschaftsarchitekten haben Vorschläge, wie aus dem Kunstareal eine Corporate Identity wird. Ich kann mir ein spezielles Lampendesign für unser Areal vorstellen, das Wiedererkennungseffekt hat."

Gleiche Sitze: Witterungsbeständige, stabile Papp-Stühle, die Besucher völlig frei und variabel auf den Wiesen aufstellen können, sind hier die Lösung. "Einer bringt den Stuhl in den Schatten, um Zeitung zu lesen – Gruppen bilden vielleicht einen Kreis. Dass es viele Möglichkeiten gibt, finden wir gut", erklärt Krimpmann. Schlau: Die Stühle aus dem nachhaltigen Material werden sperrig, "so dass sie keiner lange unterm Arm herumtragen kann. Selbst wenn das ein betrunkener Jugendlicher macht, ist es ihm nach 100 Metern zu blöd", schätzt Krimpmann.

Gastro: Die Öffnungszeiten der Museumscafés sollen möglichst bald von den Öffnungszeiten der Museen entkoppelt sein, darauf drängen die Maxvorstadt-Politiker. "Um 16 Uhr, wenn man üblicherweise erst ans Kaffeetrinken denkt, machen die Cafés alle zu", bedauert nicht nur Christian Krimpmann: "Kann ich nicht nach meinem Kunstgenuss noch sitzenbleiben oder auch hier Abendessen?", dieser Wunsch werde von den Bürgern sehr häufig formuliert. Klar habe es seinen Reiz für den Kaffee in die Theresien-, Schelling- oder Amalienstraße zu wechseln, aber als Areal von Weltrang sollten die Kunsttempel bald ein attraktives gastronomisches Angebot offerieren, heißt es einstimmig im BA.

Bäume: Sukzessive werden Bäume ausgetauscht, bis eine Baumart das Kunstareal prägt und so unweigerlich die gewünschte Verbindung der vielen Museen im Areal schafft. Welche Baumart das sein wird, steht jedoch noch nicht fest.

"Umgehend" sollen der Freistaat und Stadt die Mittel für diese Ziele bereitstellen, hat das Stadtteilparlament beantragt. "Zügig" sollen die Pläne umgesetzt werden. Im Klartext bedeutet das allerdings: in ein bis drei Jahren.

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