Die Virtual-Reality-Technologie kommt aus Computerspielen – in die Arbeitswelt der Deutschen Bahn.

München - Der Bahnsteig ist ungewohnt menschenleer, ebenso wie der ICE, der mit geöffneter Tür am Gleis zum Einsteigen bereitsteht. Obwohl niemand zu sehen ist, sind Stimmen und Geräusche zu hören. Virtuelle Hände schweben mitten im Raum. Steuern lassen sie sich ähnlich wie in einem Computerspiel durch zwei Controller mit jeweils einem Knopf. Aus einem Gürtel um den Bauch kann mit Hilfe der Controller aus verschiedenen Werkzeugen ausgewählt werden. Wählt man eine Art Zeigestab aus und deutet in den Raum, werden rote und grüne anwählbare Punkte im virtuellen Raum sichtbar.

Zumindest in der Theorie. Der Selbstversuch "Virtual Reality" zeigt an dieser Stelle, dass die neue Technik bei der Deutschen Bahn noch nicht immer einwandfrei funktioniert. Zukünftig soll das Projekt mit dem Namen EVE (Engaging Virtual Reality) helfen, das Zugpersonal der Bahn auf die Arbeit in den neuen ICE 4-Zügen vorzubereiten. 119 weitere sollen davon in den nächsten fünf Jahren zum Einsatz kommen.

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Auch DB-Kunden sollen von Neuerung profitieren

Die Bahn-Mitarbeiter tauchen mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille und den beiden Controllern in eine virtuelle Welt ein und erlernen an Hologrammen und in virtuellen Räumen schon einmal Bewegungsabläufe – wie etwa die 28 Arbeitsschritte, die für die Bedienung des eingebauten Hubliftes für Rollstuhlfahrer an den Türen des ICE 4 nötig sind.

Früher wurden solche Mitarbeiter-Schulungen an realen Zügen durchgeführt. Diese neue Art des Lernens ersetzt zwar die Schulungen nicht vollständig, sorgt aber dafür, dass die Mitarbeiter weniger Furcht haben, die Abläufe in der Realität anzuwenden, und die Schritte schneller richtig ausführen können. Da so weniger Züge aufgrund von Schulungen blockiert sind, sollen auch die DB-Kunden von der Neuerung profitieren.

Auch Wartungstechniker werden zukünftig virtuell trainiert: In der sogenannten "Augmented Reality" können an 3D-Darstellungen von Weichen beispielsweise Störungen simuliert werden, die die Arbeiter lernen zu beheben. In der Realität funktioniert das dann auch deutlich schneller, wodurch, der Bahnbetrieb schneller wieder fließt – und die Bahnsteige sich schnell leeren.

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