Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers Helge Schneider kommt dreimal in den Circus Krone

Er demonstriert ökologische Mobilität: Helge Schneider bei der Pressekonferenz in München. Rechts: Gottfried Puffotter. Foto: Britta Schultejans/dpa

Helge Schneider bewirbt im Vereinsheim seine neue Show „Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“, mit der er drei Abende im Circus Krone gastiert

 

Wenn Helge Schneider zu Gast im Vereinsheim ist, dann werden schon mal ein paar Grundregeln dieser längst legendären Kneipenbühne im Schwabinger Bermuda-Dreieck auf den Kopf gestellt. Ein Absperrband vor der Minibühne! In Alarmrot, wie bei den Großen. Witzigerweise kaum breiter als ein Meter, aber immerhin. Und auch durchaus notwendig, denn wenn der Großmeister des gehobenen Klamauks zur Pressekonferenz lädt, strömen die Kamera-, Mikro- und Stift-Tträger herbei. Der Anlass: die Helge Schneider Show 2020. Premiere ist am 14. Februar in Essen, vom 28. bis 30. Mai ist er dann für drei Abende im Circus Krone zu erleben. Denn nichts Anderes ist ein Abend mit Helge Schneider: ein Erlebnis.

Auch seine sogenannten Pressekonferenzen haben ihren eigenen Charme. Zu erzählen gibt es ja nicht wirklich etwas Neues. Das neue Programm hört auf den schönen Namen „Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“, Untertitel „Welcome to the future“, was aber nichts weiter zu bedeuten hat. Er selbst beschreibt das zu Erwartende so: 2020 wird Helge Schneider wieder richtig auftreten, Moppelchen muss hüpfen! Wenn die Anderen schon mit einem Bein im Wohnzimmer vor dem Fernsehapparat sich eine Flasche Bier zurechtrücken, um Fußball oder Donna Leon zu gucken, räumt „der rubinrote Höllenstorch“ seine Garage aus und seine Orgel in den Anhänger: „Rente? Kenn ich nicht!“ (so der „Blonde Hashdag-Kiki“).

Wollsocken im Spülkasten

Der 65-Jährige (sieht aus wie 12!) mit dem Gehirn eines Gorillas rastet förmlich aus, wenn er auf seine „wohlverdiente Ruhe“ nach unzähligen Konzertreisen angesprochen wird: „Ausgestopfte Besserwisser“, sind da die Journalisten, und sein süßsaures Gesicht spricht Bände – und zwar alle Bände von Brockhaus. Es gibt auf unserer Erde keinen Superstar, der so außergewöhnlich belesen ist wie Helge Schneider! „Ich lese alles! Ob Wein, ob Äpfel. Und zwischendurch mal ,Schleifspuren auf dem Teppich’: mein Lieblingsbuch! Das reicht, um mich am heutigen ,Billardstandard’ zu messen!“ Welche halbwegs sinnvolle Frage sollte man als Journalist zu alldem schon stellen? Eben.

Und so marschiert er in einer bis fast unter die Achseln hochgezogenen Nadelstreifenhose mit dem Bandkollegen Gottfried Puffotter an der Bluesgitarre auf die Bühne, kringelt mit einem Dreirad („Meine Antwort auf den Dieselskandal“) rum, lässt ein paar kernige Blues-Yeahs hören, kräht „Achtung, Achtung, hier spricht der Bademeister. Verlassen Sie sofort das Becken! Es gibt Gewitter“, drückt danach aufs Knöpfchen und lässt den Titelsong (es geht grob gesagt um die Zeit, als die Welt noch von Käfern beherrscht wurde) erklingen: vom Band! Noch Fragen? Och...

Er kann aber auch anders als gaga. Im letzten Interview des Mittags klingt er dann tatsächlich glaubhaft, wenn er über das bei ihm daheim immer immer immer laufende Radio spricht, über Wanderurlaube in Oberbayern, die maximal nervige Selbstdarstellung via social media und über das Paar Wollsocken, das er vor Jahren mal im Spülkasten einer Toilette des Deutschen Museums deponieren musste: „Zu warm. War Föhn.“ 

„Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“, Helge Schneider live vom 28. bis 30. Mai 2020 im Circus Krone, Karten unter Telefon 54 81 81 81

 

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