Die wichtigsten Fragen und Fakten Sechzig am Boden: So geht's jetzt weiter

Dunkle Wolken über der Geschäftsstelle des TSV 1860 München an der Grünwalder Straße – sinnbildlich für den schwärzesten Tag der Vereinsgeschichte der Löwen. Aber wie soll es jetzt weitergehen? Foto: dpa

Der TSV 1860 versucht, sich nach dem Absturz in den Amateurbereich neu zu sortieren. Die AZ erklärt, wie es bei den Löwen jetzt weitergeht.

 

München - Wer denkt, der Machtkampf beim TSV 1860 sei mit dem Absturz in den Amateurfußball zu Ende, der irrt. Der Zwist zwischen Vereinsvertretern und Investor Hasan Ismaik hat vielmehr die nächste Ebene erreicht. In diesem Chaos versuchen die Löwen, irgendwie den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Die AZ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

In welcher Liga geht es nun weiter?

"Alle weiteren Fragen rund um den Spielbetrieb sind nun mit dem BFV zu klären“, erklärte der Chef des Bayerischen Fußballverbandes, Rainer Koch, auf einer Pressekonferenz. Damit ist aber noch nicht geklärt, ob Sechzig bis in die fünftklassige Bayernliga runter muss oder ob es doch, wie erwartet, die Regionalliga wird. Koch hat die Tür zu dieser, bildlich gesprochen, weit aufgestoßen.

Was sind die Bedingungen für einen Regionalligaplatz?

Der Klub brauche "so schnell wie möglich einen neuen Geschäftsführer, der einen Antrag bei uns stellen kann, in welcher Liga 1860 künftig spielen will“, erklärte Koch. Der BFV-Boss versuchte sich als Mediator: "Wir werden in keiner Form dulden, wenn der TSV 1860 von außen unter Druck gesetzt wird. Auch bei uns gilt der Rahmen der 50+1-Regel. Ich habe Herrn Ismaik in diesen Räumen die 50+1-Regel erklärt – und auch, dass deren Bestimmungen auch beim BFV gelten", sagte Koch. "Nur dann kann 1860 Regionalliga spielen."

Wo sind Hindernisse?

Dass sich beide Seiten, Vereinsvertreter und Ismaik, trotz tiefer Ablehnung auf einen Geschäftsführer einigen müssen. Koch: "Ohne den Investor und die KGaA kann es nicht weitergehen." Es wird immer augenscheinlicher: Ismaik will die gesamte Macht bei 1860. "Red Bull hat in der 5. Liga angefangen, richtig", fragte Ismaik im Gespräch mit der SZ und erklärte, dass der e. V. in der Regionalliga endlich seine Forderungen umsetzen werde. Am 2. Juli werde auf der Mitgliederversammlung über seine Forderungen entschieden, ihm noch mehr Macht zu übertragen. Dann werde er schon auch wieder zahlen, sagte er der SZ. "Ich möchte Herrn Ismaik erklären, solange München zum BFV gehört, werden die Jugendmannschaften Teil des Vereins sein", erklärte wiederum Koch. Viel hängt vom künftigen Geschäftsführer ab.

Die AZ konfrontierte den ebenfalls anwesenden Vereins-Vize Heinz Schmidt mit Recherchen, Ismaik habe wieder den unbeliebten Anthony Power installieren wollen. "Das kann ich bestätigen", sagte er. "Wir haben unsere Mitglieder angewiesen, diese Forderung abzulehnen." Die Fronten sind verhärtet.

Wer bekommt den freien Platz in der 3. Liga?

Plötzlich darf der SC Paderborn auf den Verbleib in der 3. Liga hoffen – dank 1860. Die Ostwestfalen, als Tabellen-18. sportlich abgestiegen, reichten am Freitag die Lizenzunterlagen fristgerecht ein.

Mit welcher Mannschaft würde gespielt werden?

Daniel Bierofka brachte seine U21 ins Spiel. Der 1860-Nachwuchs müsste als Vizemeister der Regionalliga wegen des Abstiegs der Profis eigentlich ebenfalls absteigen. Stattdessen könnte die U21 in der Regionalliga bleiben, als künftige erste Mannschaft. "Wenn man den Kern mit erfahrenen Spielern verstärkt, wäre das eine gute Basis", sagte Bierofka dem Merkur.

Wie will 1860 den Etat stemmen?

"Jetzt könnten wir das ganze Budget selber stellen", meinte Vereins-Vize Sitzberger. Hauptsponsor "Die Bayerische" bestätigte auf AZ-Anfrage den Willen, den Giesingern auch in der Viert- oder Fünftklassigkeit als Geldgeber beistehen zu wollen. Verhandlungen liefen bereits. Auch weitere Sponsoren bekräftigten stets ihre Treue zum Löwen. Die Brauerei Hacker-Pschorr etwa oder Sitzbergers Firma für Straßen- und Spezialreinigung. Eine Million Euro kostet der Spielbetrieb in der Regionalliga geschätzt.

In welchem Stadion würden die Löwen spielen?

Koch erklärt, der Verein müsse nun mit der Stadt München klären, ob das altehrwürdige Grünwalder Stadion wieder Heimspielstätte werde. Vieles deutet daraufhin. Der Arena-Vertrag galt zumindest für die 3. Liga – ob das nun auch für die Regionalliga zutrifft, wurde bislang nicht kommuniziert.

Showdown in Giesing - hier können Sie den Liveblog vom Schicksalstag des TSV 1860 nachlesen!

 

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