Die Suche hat ein Ende Boss Brazzo: Salihamidzic ist neuer Sportdirektor

Hasan Salihamidzic wird neuer Sportdirektor beim FC Bayern München. Foto: dpa

Hasan Salihamidzic wird neuer Sportdirektor. "Wir haben mit ihm den Mann gefunden, den wir lange gesucht haben", lobt Hoeneß. "Ich fühle mich überhaupt nicht als Notlösung", sagt der 40-Jährige.

 

München - Im Gegensatz zu seinen Nebenmännern hatte Hasan Salihamidzic das Sakko weggelassen, als er mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge auf das Podium an der Säbener Straße trat. Es wäre auch zu viel der Formalitäten für den Bosnier gewesen, den man nur Brazzo – zu Deutsch: Bürschchen – nennt. Ein Lausbub, ein Schlitzohr. Und nun: Sportdirektor beim FC Bayern. Brazzo, der Boss.

"Kennt den FC Bayern von der Pike auf"

"Wir haben mit Brazzo einen Mann geholt, der den FC Bayern sehr gut kennt", sagte Rummenigge, der den 40-Jährigen als "sehr integren, fleißigen, seriösen und ausgeschlafenen Menschen" lobte. Hoeneß betonte: "Er kennt den FC Bayern von der Pike auf. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm den Mann gefunden haben, den wir lange gesucht haben. Er hat unser totales Vertrauen."

Salihamidzic, zuletzt als Markenbotschafter mit dem Verein auf Asien-Tour, soll nun die Lücke schließen, die Sportvorstand Matthias Sammer mit seinem Abschied vor über einem Jahr hinterlassen hat. Am Dienstag wird Bayerns ehemaliger Mittelfeldspieler einen Vertrag bis in Jahr 2020 unterschreiben.

Dessen künftige Aufgaben definierte Rummenigge so: "Er ist zuständig für Fußball, soll ein Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainer und Verein sein. Darüber hinaus auch die Bereiche Scouting und Jugendakademie verantworten. Er wird im Fußball hier in der Zukunft eine sehr große Bedeutung haben." Das letzte Wort bei künftigen Transfers obliegt ihm allerdings nicht, Hoeneß machte aber klar: "Es wird keine Vertragsverhandlungen geben, bei denen Hasan nicht am Tisch sitzt."

Dass der FC Bayern nach dem Abschied von Sammer einen neuen Sportdirektor braucht, sei Hoeneß "in den letzten Monaten klar geworden. Vor einigen Wochen kam Karl-Heinz mit dieser Idee." Wobei Brazzo zugegebenermaßen nicht die erste Wahl war: Hoeneß bestätigte Gespräche mit Ex-Kapitän Philipp Lahm und Max Eberl, Manager von Borussia Mönchengladbach. Doch die beiden sagten ab, zuletzt wurden Oliver Kahn, Mark van Bommel, Thomas Linke und Miroslav Klose als mögliche Alternativen gehandelt.

"Hasan ist nicht der Platzwarmhalter für Philipp"

"Ich fühle mich überhaupt nicht als Notlösung", sagte Salihamidzic, der künftig auf der Trainerbank sitzen wird. Eine Rückkehr von Lahm schließe Rummenigge aber nicht aus: "Hasan ist nicht der Platzwarmhalter für Philipp. Aber die Tür für ihn ist immer offen."

Hoeneß setzte bei der Vorstellung von Salihamidzic vor allem aufs Gefühl: "Wir haben gesagt, dass wir einen neuen Weg finden müssen, zurück zu den Wurzeln. Wir wollen das Mia-san-mia-Gefühl in diesem Verein stärken. Wer kann das besser als Hasan Salihamidzic?"

Der musste nicht lange nachdenken, als das Angebot kam: "Ich kann mich bis heute zu 100 Prozent mit dem Klub identifizieren. Mir war sofort klar, dass ich das machen möchte. Ich werde 24 Stunden, sieben Tage die Woche für die Spieler da sein. Es ist ein Traumjob, selbstverständlich", sagte er.

"Falls es Salihamidzic ist, herzlich willkommen!", hatte Bayern-Coach Carlo Ancelotti gestern auf der Eröffnungs-Pressekonferenz des Audi Cups am frühen Nachmittag in vermeintlicher Unwissenheit über die Personalie gesagt. "Ich glaube, uns hat nichts gefehlt letzte Saison", ergänzte der Italiener: "Der Verein war der Meinung, wir brauchen einen Sportdirektor. Wir werden gut zusammenarbeiten, uns verbessern!"

Mit Salihamidzic kann sich Ancelotti künftig auf seiner Muttersprache unterhalten. Aufgrund seiner Zeit bei Juventus Turin (2007 bis 2011) spricht Salihamidzic gut Italienisch.

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