Wo das Schnitzel in München am besten schmeckt, ist natürlich subjektiv, aber das sind die Tipps aus der AZ-Redaktion

München - Wer in München ein Schnitzel essen will, hat die Qual der Wahl. Da geht es den AZ-Redakteuren nicht anders als den Touristen. Und Schnitzel ist auch nicht gleich Schnitzel, das sei ebenfalls noch bemerkt. Die Restaurant-Szene in München ist genauso vielfältig wie die Geschmäcker der Besucher.

Es soll AZ-Redakteure geben, die vor einer Schnitzel-Verabredung extra wenig essen, um nur ja den ganzen Lappen reinzukriegen. Andere Kollegen sind pragmatisch und lassen sich das Restschnitzel einpacken, um es zweimal zu genießen.

Gemein ist allen AZ-Mitarbeitern, dass sie Schnitzel lieben. Aus dieser Schnitzelliebe ist diese Doppelseite entstanden. Weil wir genug davon haben, in der Pause unsere Lieblingsschnitzeltipps auszutauschen oder zu diskutieren, ob man als ernstzunehmender Mensch ein Schnitzel Wiener Art (Schwein) einem Wiener Schnitzel (Kalb) vorziehen darf. (Man darf natürlich). Auf dieser Seite lesen Sie, wo die AZ-Redakteure am liebsten Schnitzel essen und was sie dann ordern.


Schnitzel essen im Glockenbachviertel: Wo man zweimal satt wird

AZ-Mitarbeiter Lennart Hegemann. Foto: privat

Nur wenige der Gäste, die in dem gemütlichen Restaurant oder dem schönen, ruhigen Biergarten von "Andy’s Krablergarten" sitzen, bestellen dort keine der vierzehn verschiedenen Schnitzelkreationen. Denn alle anderen finden in der separaten Schnitzelkarte ihr Glück.

Egal, ob Champignonrahmschnitzel oder Senfschnitzel (beide 10,90 Euro), das Fleisch ist wohlpaniert, goldbraun gebraten und so groß, dass es die Portion Pommes frites, von der alleine man satt werden würde, komplett unter sich begräbt. Ketchup und Mayo stehen in Flaschen auf dem Tisch, sollten aber nur für die Beilage verwendet werden, da das Schnitzel mit etwas Zitronensaft so köstlich schmeckt, dass jegliche Veränderung es nur verschlechtern kann.

Um auch wirklich die ganze Portion im Bauch unterbringen zu können, sollte man mittags höchstens etwas Leichtes essen und auch beim Getränk darauf achten, dass es nicht so stopft. Kurz und knapp – bringen Sie ordentlich Hunger mit! Wer zu denen gehört, die es nicht ganz aufgegessen bekommen, der sollte auf jeden Fall darum bitten, es einzupacken. Denn man wird auch zweimal davon satt. (Thalkirchner Str. 2, täglich 10 bis 24 Uhr. 089 260 191 48, nur Barzahlung möglich)


Schnitzel essen in Johanneskirchen: Dicke Sophie, dünnes Schnitzel

Nachrichtenredakteurin Lisa Marie Albrecht fährt zum Schnitzelessen öfter mal nach Johanneskirchen. Foto: privat

"Sooo dünn muss das sein", zeige ich meinen beiden hungrigen Begleitern mit zwei Fingern, als wir in der gemütlichen braun vertäfelten Dicken Sophie in Johanneskirchen sitzen.

Und genauso kommt es auch, das Schnitzel meines Herzens, echt Wiener vom Kalb, wie es sich gehört, wunderbar rösch ausgebacken, wie es in der Karte steht. Dazu gibt es Bratkartoffeln mit Speck, Preiselbeeren und einen sehr sahnigen Meerrettich.
Es will nicht mehr sein, als es ist, das Wiener Schnitzel für 17,80 Euro, es braucht keine halbherzige Salatgarnitur, höchstens vielleicht noch eine Halbe (Ayinger vom Fass, 4,10 Euro) und ein bisschen Sonnenschein, damit man es im großen, aber ruhigen und grünen Biergarten mit etwa 280 Plätzen unter Kastanien essen kann.

Aber selbst bei Regen nehme ich gerne die inzwischen etwas längere Anfahrt in mein ehemaliges Viertel für dieses Schnitzel in Kauf. Dünn kann die Dicke Sophie einfach gut. (Johanneskirchner Str. 146, Mo-So 11 bis 1 Uhr, warme Küche von 11.30 Uhr bis 22 Uhr)


Schnitzel essen in Pasing: Schnizzel im Franzz

Rathausreporterin Irene Kleber. Foto: privat

Die Pasinger Bäckerstraße, wo sie sehr ruhig ist. Zehn alte Kastanien im Gastgarten, dazu grün-weiße Karotischdecken, eine Spielecke für Kinder und sehr Münchnerisches Publikum. Das passt.

Noch besser passen die Schnitzel, die das Wirtshaus Franzz auf der Karte hat. Einen halben Teller groß und schön knusprig ist das Münchner Schnitzel (10,40 Euro) mit seiner Meerrettich-Semmelbröselpanade. Wunderbar flunschig der Kartoffelsalat, in Brühe gekocht, mit leichter Note vom Branntweinessig (freilich ohne Zwiebeln und Majo). Üppig Kren dazu – köstlich.

Genauso fein, nur mit weniger Kohlehydraten: das Naturschnitzel Mykonos (8,80 Euro) von der Tageskarte, mit Olivenöl und frischem Basilikum eingerieben (nach dem Anbraten, natürlich) und mit blauer Zwiebel, Peperoni, Fetakäse und Oliven serviert.
Wer fünf oder mehr Schnitzel zur Auswahl will, muss aber sonntags kommen. Denn sonntags ist "Schnizzeltag" im Franzz. Jedes Exemplar kostet dann nur 8,80 Euro – vom klassischen Wiener Art mit einem Berg Pommes über die Variante Schwäbische Art mit Spätzle und Schwammerlrahmsoße bis zum Typ Normandie, recht ausgefallen mit Apfel-Calvados-Soße und Tagliatelle.

Die Getränkepreise (jeweils 0,5 Liter) sind im Franzz auch echt okay: Helles (Spaten) 3,70 Euro, Franziskaner-Weißbier vom Fass 3,90 Euro, Saftschorle 3,70 Euro. Beim Franzz passt es. (Bäckerstraße 89, täglich offen von 11.30 bis 1 Uhr, sonntags nur bis 23 Uhr, 089 638 76 838)


Schnitzel essen in der Maxvorstadt: Weltmeisterlich paniert

Fußballreporter Patrick Mayer. Foto: Privat

Gelbbraun, kross, schmackhaft – die Panade vom Schweineschnitzel Wiener Art im Stadion an der Schleißheimer Straße ist ein Traum, nicht nur für den Fußball-Fan. Das Beste: Die Schnitzel sind sehr flachgeklopft, so dass jeder Biss für Panaden-Liebhaber zur Vorfreude auf das nächste Stück wird. Ganz Wiener Art eben.

Mit Pommes oder Bratkartoffeln und Salat gibt es das für 12,20 Euro. Kleiner Tipp: die Fitnessvariante! Einfach Pommes weglassen und zwei Portionen Salat nehmen, denn das Hausdressing ist schlicht ein Gedicht. 

Übrigens: Auch Fußball-Star Mats Hummels, der unweit wohnt, schaut gelegentlich im Kult-Lokal in der Maxvorstadt vorbei, um sich das Schnitzel schmecken zu lassen – ein regelrecht weltmeisterliches Schnitzel. (Schleißheimer Str. 82, werktags bei Fußballspielen ab 19 Uhr, Sa ab 12.30 Uhr, So ab 13 Uhr; 089 52 97 36)


Schnitzel essen im Westend: Ohne Tier, aber mit Dunkelbier

Lokalredakteurin Anja Perkuhn. Foto: privat

Gleich vorweg: Natürlich ist ein veganes Schnitzel nicht genau wie ein Wiener Schnitzel. Das Sojaschnitzel (mit Dunkelbiersoße, Kartoffelknödel und Apfelblaukraut, 13 Euro) im Bodhi schmeckt nicht wie Kalbsschnitzel – sondern schlicht so, wie ein veganes Schnitzel in der besten aller möglichen Versionen schmecken kann: innen ist es saftig und würzig, außen knusprig weil mit cornflakeskrosser Panade ummantelt statt mit Bröseln.

Allerdings seien Einsteiger vorgewarnt: Für Portionen im Bodhi braucht es disziplinierte Vorbereitung. Wer mittags schon gut gegessen hat, wird gegen Ende des zweiten Schnitzeldreiecks mächtig schnaufen.Natürlich könnte man fragen: Wer will schon Sojaschnitzel, wenn er echtes Fleisch haben kann?

Für wen Tierwohl und Ökologie nicht Gründe genug sind, diese Frage mit "Ich!" zu beantworten, der möge es trotzdem einmal probieren. Und wenn es am Ende nur die nette Abwechslung ist, nicht an widerspenstigen Fleischfasern herumreißen zu müssen. (Wer das ernsthaft vermisst, kann es natürlich auch simulieren, wie die Redakteurin auf dem Foto). Die Veganschnitzel-Variante mit Pommes und Ketchup gibt’s im Bodhi natürlich auch - aber wer will schon Ketchup, wenn er Dunkelbiersoße haben kann? (Ligsalzstraße 23, Mo-So 17-24 Uhr, 089 411 42 458)


Schnitzel essen in der Maxvorstadt: Hast es g’schafft?

AZ-Kommunikationsleiter Michael Burner vor dem Fresskoma.Foto: privat

"Und, hast es g’schafft?" Eine Frage, die einem Steinheil-Schnitzel-Esser tags darauf immer als erstes gestellt wird. Wer sich im Steinheil 16 in der Maxvorstadt zu einem Schnitzel verabredet, sollte wissen: Dieser Lappen braucht Platz im Bauch!

Das Schnitzel "Wiener Art" (10,90 Euro) lacht einen mit seiner perfekt kross und sommerlich gold-braun gebackenen Panade von dem unaufgeregt garnierten Teller an. Schnitzel, Zitrone, Pommes (oder frittierte Kartoffeln) mit Beilagensalat – mehr gibt’s nicht, mehr braucht’s auch nicht. Ketchup und Mayo stehen auf dem Tisch.

Der Esser und sein Magen können dem saftigen Steinheil-Schnitzel die volle Aufmerksamkeit schenken. Das fordert jene auch gnadenlos, die am nächsten Tag zu ihren Freunden und Kollegen sagen wollen: "Ja, ich hab’s g’schafft." (Steinheilstraße 16, täglich von 10 bis 1 Uhr, 089  52 74 88)


Schnitzel essen im  Westend: Extravagantes Schnitzel

AZ-Journalistin Victoria Kunzmann. Foto: privat

Wiener Schnitzel und Schnitzel Wiener Art gibt es – mehr oder weniger gelungen – in vielen Läden in der Stadt. Wer es dann aber doch ein bisschen extravaganter mag, wenn er sich traut, soll es ins "Platt und Belegt" wagen. Der Name ist Programm, im positiven Sinne des Wortes.

Das Fleisch dort (gewählt werden kann zwischen Pute, Schwein und Kalb) wird nicht bloß paniert, sondern mit besonderer Garnitur versehen. Mein liebstes Stück: Kalbsschnitzel mit Gorgonzola und gegrilltem Gemüse (16,90 Euro). Bei der richtigen Fleischwahl wird gerne geholfen. Angelehnt an die „Hans im Glück“-Märchenwald-Idee nennt sich der Gaumenschmaus dann „Eibe“ und wird wahlweise mit Salat, Pommes, Kartoffelsalat oder Süßkartoffeln serviert (im Menü mit Cocktail zum Schnitzelpreis +7,50 Euro).

Wem das dann doch zu hip ist, der kann auf Champignons (Birke), Bacon (Fichte) oder Rucola (Lärche) zurückgreifen – oder klassisch ein Wiener Schnitzel bestellen. (Kazmairstraße 47, Di bis Do 11.30 bis 14.30 & 18 bis 0.00 Uhr, Fr und Sa 11.30 bis 14.30 und 18 bis 1 Uhr, So 17 bis 1 Uhr. 089 856 348 73)


Schnitzel essen in Neuhausen: Sappralot! Schnitzel!

Vize-Lokalchefin Sophie Anfang. Foto: privat

Ich koche ja selbst viel, und auch ganz passabel. Es gibt aber ein Gericht, vor dem ich großen Respekt habe: das Münchner Schnitzel. Das gut hinzubekommen ist eine Kunst für sich. Lange Jahre hat sich mir nicht erschlossen, warum man Senf und Meerrettich unter die Panade schmieren sollte. Was soll ich sagen, ich wurde bekehrt durch gutes Münchner Schnitzelessen. Inzwischen finde ich es absurd, es nicht zu tun.

Das beste Münchner Schnitzel gibt’s im Sappralott (mit Bratkartoffeln 8,90 Euro). Für diese Erkenntnis habe ich essend eine lange Testreihe durchgeführt. Dort gibt es auch Augustiner Pils (0,33 l, 3,40 Euro), was mich besonders freut. (Donnersberger Str. 37, So-Do 10-1 Uhr, Fr-Sa 10-2 Uhr, 089 164725)