Die Neuen beim EHC EHC: Monster, Wiesel, Eckenputzer

Der EHC der Saison 2014/2015. Foto: Red Bull/ho

Der EHC Red Bull München wird mit elf neuen Spielern in die Saison starten. Mit Michi Wolf und Richie Regehr kamen zwei Superstars. Die Neuen im AZ-Check.

München - Der Neuanfang beim EHC Red Bull München geht einher mit einer Zeit des Vergessens. Die vergangene Chaossaison, als das Team, das als Titelkandidat gestartet war, sich recht kläglich bereits in den Preplayoffs nach der Pleite gegen Iserlohn vom Eis trollen musste, die Dauerquerelen zwischen Mannschaft und Ex-Coach Pierre Pagé, die teils lustlosen Vorstellungen der Millionentruppe auf dem Eis – all das soll jetzt der Vergangenheit angehören.
Pagé-Nachfolger Don Jackson hat ein neues Spielsystem installiert, der Verein hat sich von vielen seiner notorischen Unterperformer der vergangenen Saison wie etwa Darren Haydar oder Danny Richmond getrennt. Insgesamt elf neue Akteure (Rückkehrer Jon DiSalvatore miteingerechnet) gehören dem EHC 2014/15 an.

Die AZ hat sich bei den Red Bulls umgehört und stellt die Neuen vor.

Florian Hardy (29, Torwart, Ducs d’Angers): Der französische Nationaltorwart wurde als Ersatz für Publikumsliebling Jochen Reimer geholt, der nach Nürnberg abgewandert ist. Hardy strahlt große Ruhe aus und ist dafür berühmt, gerade in brenzligen Situationen seine besten Leistungen zu zeigen. Er ist ein Schweiger, der aber auf seine Chance in der DEL brennt. Er fällt mit einer Knieverletzung noch eine Woche aus. „Er hat unsere Erwartungen im Training erfüllt – und übertroffen“, sagt Coach Jackson.

Jeremy Dehner (27, Verteidiger, Jokerit Helsinki): Der Amerikaner ist mit seinen 1,74 Metern für einen Verteidiger eher klein, gleicht diesen Nachteil aber mit Geschwindigkeit aus.

Daryl Boyle (27, Verteidiger, Augsburg): War in Augsburg bei den Panthern zwei Jahre der Kapitän, ist Nationalspieler, er verfügt über gute Offensivqualitäten. Gilt als extrem hilfsbereit und sehr verantwortungsbewusst. Ist so etwas wie die Mutter für alles.

Garrett Roe (26, Stürmer, Salzburg): „Er ist flink wie ein Wiesel“, war aus der Mannschaft zu hören. Gilt als echter Hochenergiespieler, der mit seiner Intensität die anderen Akteure mitreißen kann.

Mads Christensen (27, Stürmer, Berlin): Der dänische Angreifer hat einen Ruf als echter Eckenputzer, als einer der besten Eckenspieler der DEL. Er geht dorthin, wo es wehtut, macht dadurch jede Sturmreihe, in der er spielt, besser. Hatte in seiner Karriere viele Verletzungen, aber Jackson hält große Stücke auf ihn.

Michael Wolf (33, Stürmer, Iserlohn): Seit Jahren ein echtes Phänomen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist sicher einer der besten deutschen Stürmer, der die Spieler an seiner Seite regelmäßig besser macht. Wolf ist ein absoluter Familienmensch. Die Familie – seine Eltern leben in Füssen – war einer der Gründe, warum er von Iserlohn nach München wechselte. Ist bereits jetzt einer der Leader in der EHC-Kabine.

Jon DiSalvatore (33, Stürmer, Syracuse): Der Rückkehrer, der im Dezember 2013 vor Ex-Coach Pagé geflüchtet war. Jetzt will der frühere Superstar aus der AHL den „wahren Jon DiSalvatore“ zeigen, wie er der AZ nach seiner Vertragsunterschrift sagte. Hat tolle Ansätze, kann auch in der DEL zum Superstar werden, hat aber sehr viel gutzumachen. Aus der Mannschaft war zu hören, dass er sich deutlich besser integriert als vergangene Saison.

Dominik Kahun (19, Stürmer, Sudbury Wolves): Ein echtes Juwel, das bei seinen Auftritten in der Nationalmannschaft bereits gezeigt hat, zu was er fähig ist. Verfügt mit seinen 19 Jahren schon über sehr viel Erfahrung, kann einer der Hingucker der neuen Saison werden.

Evan Brophey (28, Stürmer, Salzburg): Ein ganz ruhiger Zeitgenosse, der mit seiner Physis beeindruckt. Er bringt 95 Kilo bei 1,85 Metern Körpergröße auf die Waage. Er ist eine echte Kante, die aber auch genau weiß, wo das Tor steht. Arbeitet stark in der Defensive. Jackson brachte ihn aus Salzburg mit. „Er hat alles, was ein Stürmer braucht.“

Richie Regehr (31, Verteidiger, MODO Örnsköldsvik): Der in Indonesien geborene Kanadier ist einer der Top-Zugänge der DEL. Gerade im Powerplay ist er ein echtes Monster, schon jetzt ist er einer der absoluten Leader im Team. „Er trägt immer die Kriegsbemalung im Gesicht, gibt immer 100 Prozent“, sagt Jackson, der mit Regehr in Berlin drei Mal Meister wurde.

Florian Kettemer (28, Verteidiger, Mannheim): Hat die ersten Schritte auf der Erfolgsleiter beim EHC in der 2. Liga gemacht, hat sich zuletzt in Mannheim aber nicht so durchsetzen können, war auch mit seiner Eiszeit nicht immer zufrieden. Ist läuferisch einer der besten deutschen Spieler, der die Fähigkeit hat, ein Spiel zu prägen. Muss das aber konstant und regelmäßig zeigen
 

 

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