Die Münchner Party-Meile Parkcafé: Verfall der Sitten – und danach weiter ziehen

Parkcafé bei Tag: Sophienstraße 7. Foto: Katharina Alt

Die Party vor der Party wird im Parkcafé gefeiert. Diese Institution des Münchner Nachtlebens liegt etwas außerhalb des Strips am Alten Botanischen Garten in der Sophienstraße 7.

 

München - Unterm Kronleuchter für fünf Euro noch einen „Touch Down“ schlürfen, um danach um die Ecke ins „Max & Moritz“ oder in die „089-Bar“ zu gehen: Dafür steht auf Münchens Partymeile das Parkcafé.

Am Wochenende sind die 18- bis 25-Jährigen dort in der Mehrzahl. Denn der ehemalige Club, der streng genommen ein Restaurant ist, lädt ab 22 Uhr zur „Happy Hour“.

Junge Barkeeper in glattgebügelten Hemden mixen Klassiker wie „Sex on the Beach“.

Noch lieber aber den angeblichen neuen In-Cocktail im Parkcafé, der sich „Verfall der Sitten“ nennt. Ihn gibt’s mit Rum, Grenadine und diversen Säften, „aber nur in „Jumbo-Größe“, erzählt der Barkeeper mit dem gegelten Haar. Sprich: im extra-großen Glas. Eine Happy Hour also mit Potenzial, sich das Münchner Nachtleben schön zu trinken.

Vom „Verfall der Sitten“ kann man im Parkcafé aber nicht wirklich sprechen. Die Party vor der Party – das trifft es besser. Eine nette Location zum Vorglühen. Gegen ein Uhr ist das Fest vorbei.

Unter der Woche ist die Stimmung anders: Alle Altersklassen sind gleichermaßen vertreten. Bis spät abends sitzen sie an dunklen Holztischen in teilweise riesigen Gruppen – Amerikaner, Japaner und Holländer. Aber auch viele Münchner.

LMU-Studenten essen im Biergarten bis spät abends Flammkuchen und lästern über ihren Professor ab.

Drinnen unterhalten sich Männer 60 plus vor großen Schnitzeltellern mit Pommes mal über Privates, mal geht’s ums Geschäft.

Auch für sie gibt’s – wie jeden Tag – ab 22 Uhr die „Happy Hour“ mit den günstigen Cocktails. Wer jedoch unter der Woche einen „Verfall der Sitten“ bestellt, wird danach wenig Freunde finden, die diesen Eindruck mit ihm teilen.

Denn unter der Woche ist das Parkcafé nun wahrlich keine angesagte Party-Zone. Sondern – trotz Barbetrieb und leichter Pop-Musik vom Band – eben das, was es seit der Neueröffnung vor fünf Jahren mit Betreiber Christian Lehner („Big Easy“, „Enchilada“) sein will: ein großes bayerisches Restaurant mit Tanzlokal und Biergarten.

 

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