Die Mauer von Neuer und Co. Bayerisches Bollwerk für Deutschland

Feiert inmitten seiner DFB-Kollegen: Bayern-Aufsteiger Joshua Kimmich. Foto: dpa

In den WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Nordirland setzt Bundestrainer Joachim Löw in der Abwehr wohl auf vier Stars des FC Bayern. Die AZ erklärt die Mauer Neuer-Hummels-Boateng-Kimmich.

 

München - Wenn sich Uli Hoeneß in diesen Tagen die Kader-Liste der deutschen Nationalelf anschaut, kann er nicht zufrieden sein. Vom "FC Bayern Deutschland" hatte der frühere und wohl künftige Präsident einst geträumt, doch aktuell stehen nur noch fünf Bayern im Kader: Manuel Neuer, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich und Thomas Müller.

Zur Erinnerung: Im WM-Finale waren es noch sieben. Wie das passieren konnte? Nun, Philipp Lahm ist nach dem WM-Triumph zurückgetreten, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Mario Götze haben den Klub verlassen. Und die Bayern können inzwischen von sich behaupten, eine Weltauswahl versammelt zu haben.

Klar, dass es für deutsche Profis und Spieler aus dem Nachwuchs immer schwerer wird, sich in diesem Team zu behaupten. Ein Bereich in der DFB-Elf, die Abwehr, wird allerdings weiter von Bayern-Stars dominiert.

Vor den WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien (8. Oktober) und Nordirland (11. Oktober) zeigt die AZ das bayerische Bollwerk.

Manuel Neuer
Der Welttorhüter musste am Samstag gegen Köln beim 1:1 erst sein zweites Gegentor in dieser Saison hinnehmen. Zuvor rettete Neuer den Bayern mit Weltklasseleistungen schon einige Punkte in der Bundesliga. „Er ist der beste Torhüter der Welt“, sagt Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Im ersten WM-Qualifikations-Spiel gegen Norwegen (3:0) blieb Neuer – mal wieder – ohne Gegentreffer, letztmals wurde er im DFB-Dress im EM-Halbfinale von Frankreichs Antoine Griezmann überwunden.

Mats Hummels
Der Bayern-Rückkehrer spielt wie Neuer eine sehr starke Saison. Beim 1:1 gegen Köln konnte er den Gegentreffer von Anthony Modeste nicht verhindern, der Fehler ging aufs Konto von Kollege Javi Martínez. Von seiner Knieprellung aus dem Spiel gegen den HSV hat sich Hummels erholt. In der Bundesliga gewann er bislang 68 Prozent seiner Zweikämpfe – top! Am Samstag gegen die Tschechen dürfte er mit Bayern-Kollege Boateng die Innenverteidigung bilden. Im Nationalteam brilliert dieses Duo ja schon seit Jahren. Und auch bei den Bayern werden Hummels und Boateng künftig gemeinsam auflaufen.

 

Jérôme Boateng
Löws und Bayerns Abwehr-Boss fehlte zu Saisonbeginn lange verletzt. Sein Muskelbündelriss aus dem EM-Halbfinale zwang den 28-Jährigen zu einer Pause bis Mitte September. Inzwischen ist Weltmeister Boateng aber wieder einsatzfähig, wenngleich seine Statistiken noch besser werden müssen: In der Bundesliga gewann er nur 57 Prozent seiner direkten Duelle, bei der Champions-League-Niederlage gegen Atlético Madrid (0:1) rutschte er vor dem entscheidenden Gegentreffer aus. Dennoch: Gegen Tschechien und Nordirland ist Boateng in der DFB-Viererkette unverzichtbar.

Joshua Kimmich
Bei der EM agierte der 21-Jährige schon sehr auffällig, seitdem hat er es nochmal auf ein höheres Niveau geschafft. In der Quali gegen Norwegen erzielte Kimmich sein erstes Länderspieltor, es war der Startschuss zu einer wahren Tor-Orgie: Fünf Mal traf Kimmich schon für die Bayern, nur Robert Lewandowski war noch erfolgreicher. Im Nationalteam ist Kimmich – anders als bei Bayern – als Rechtsverteidiger gesetzt, die Umstellung vom zentralen Mittelfeld zur Abwehrkette macht ihm aber nichts aus. „Ich bin einfach froh, dass ich dabei bin. Hauptsache, ich darf auf dem Platz stehen“, sagt er. Als vierter Teil des bayerischen Bollwerks.

 

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