"Die Kirche bleibt im Dorf 2" im Kino Natalia Wörner flucht gerne auf Schwäbisch

Als Natalia Wörner bei der Verfilmung des Bestsellers "Säulen der Erde" (2010) mitmachte, schwärmte Erfolgsautor Ken Follett, sie sei "die attraktivste Frau, die ich je getroffen habe". Foto: dpa

Für den Kinofilm "Die Kirche bleibt im Dorf" ist Natalia Wörner zu ihren schwäbischen Wurzeln zurückgekehrt. Im Interview spricht die Wahl-Berlinerin über Stuttgart, Brezeln und was sie machen würde, wenn sie noch einmal 18 wäre.

Stuttgart - Natalia Wörner (47) hat vor knapp 30 Jahren ihrer schwäbischen Heimat den Rücken gekehrt und ist als Model in die Welt gezogen.

Doch jetzt heißt es für die Schauspielerin zurück zu den Wurzeln: Im Kino gibt die Wahl-Berlinerin im zweiten Teil der Mundart-Komödie "Die Kirche bleibt im Dorf" den schwäbelnden Vamp Maria Häberle.

Noch dazu hat sie ihr erstes Buch dem Ländle gewidmet: "Heimat-Lust - meine schwäbische Liebeserklärung." Darin ist die selbsterklärte Nomadin eher nachdenklich: "Ich bin der Frage nachgegangen, was ist Heimat für mich."

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur hat sie sich auf das Spiel eingelassen, Satzanfänge spontan zu ergänzen:

Wenn ich von Berlin nach Stuttgart komme, dann...

"...gehe ich mir zuerst einmal eine Brezel kaufen. Das ist sozusagen ein kulinarisches Ritual. Das ist wie in der katholischen Kirche, nur andersherum."

Die schwäbische Kehrwoche ist für mich...

"...ein Rätsel. Wir hatten in der Tat in unserem Haus in Stuttgart die Kehrwoche, das muss man einfach so sagen. Aber ich habe mittlerweile Treppenhäuser gesehen, wo man sich eigentlich wünschen würde, dass die Kehrwoche doch eingeführt wird."

Wenn einer sagt, an Schwaben mag ich nur Natalia Wörner, dann sage ich...

"...das ist schon mal eine gute Wahl."

Wenn ich privat derb bin, dann...

"...fluche ich. Ich habe mich neulich erwischt, wie ich mich in einer Lastwagenfahrersprache ausdrückte, obwohl es ein sehr ernsthaftes Gespräch war. Es kam unheimlich gut an, worüber ich ehrlich gesagt erschrocken war."

Das Schwäbischste an mir ist...

"...so eine Art von Dranbleiben. Ich sage jetzt mal das komische Wort gründlich zu sein - und das meine ich nicht mit Bezug auf die Kehrwoche. Es ist etwas, was man dem Schwaben auch als Kompliment macht: dieses Tüftler-Gen. Sich einer Sache annehmen und sie bis zu einem Punkt weiterführen, bis man sagt, jetzt habe ich es begriffen, durchdrungen, jetzt besitze ich es innerlich. Wenn das eine schwäbische Tugend ist, dann habe ich sie."

Wäre ich nochmal 18, würde ich...

"...mit der Erfahrung von heute hoffen, dass ich mit der gleichen Unverfrorenheit und der gleichen Mischung aus Mut und Naivität wieder meinen Weg gehen würde."

Für eine Hauptrolle in einem Hollywood-Film würde ich...

"...im Zweifel in den Flieger steigen und nach Hollywood fahren."

ZUR PERSON: Natalia Wörner wurde am 7. September 1967 in Stuttgart geboren, lebt heute in Berlin.

Sie wuchs als Scheidungskind in einem reinen Frauenhaushalt auf. Viermal wechselte sie die Schule und jobbte dann als Model, um sich das Geld für die berühmte Lee-Strasberg-Schauspielschule zu verdienen. 1991 hatte sie in Deutschland ihre erste große TV-Rolle in "Thea & Nat".

Als die vielseitige Schauspielerin bei der mehrteiligen Verfilmung des Bestsellers "Säulen der Erde" (2010) mitmachte, schwärmte Erfolgsautor Ken Follett, sie sei "die attraktivste Frau, die ich je getroffen habe".

 

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