München erobert Mailand Fashionweek: Intimer Blick hinter die heiße Show

München erobert Mailand: Hier gibt's die heißen Bilder vom Modezirkus - auf dem Laufsteg und Backstage! Foto: @TheStyleograph,ho

Als einziges deutsches Label ist die Kultmarke Aigner vom Harras auf der Fashion Week vertreten. Ein Exklusiv-Besuch im Mode(l)-Zirkus, zwischen italienischem Wahnsinn und absoluter Perfektion.

 

Mailand - Die Narren mögen in Deutschland unterwegs ein, aber in Mailand tobt der Karneval der Couture. Mal ehrlich: Ein bisserl was von Fasching hat diese Fashion Week ja schon.Wer auf der Via Monte Napoleone, vergleichbar mit der Maximilianstraße, herumschlendert, traut seinen Augen kaum: Wirklich alle haben sich herausgeputzt, als gelte es, den ersten Preis in Sachen Extravaganz zu gewinnen – oder zumindest ein paar Likes auf Instagram.

Männer tragen zu weißen Gucci-Turnschuhen mit goldenen Nieten eine coole Miene, Frauen schlurfen barfuß in irre teuren Fell-Schlappen übers verranzte Kopfsteinpflaster, in einer Hand die Tasche der kommenden Saison, in der anderen das Winz-Hündchen, dessen Hals ein Band von Louis Vuitton ziert.

Vespas hupen, Supermodels winken, Fashionistas, Kritiker, Blogger, Influencer hetzen von einer Herbst-Winter-Schau zur nächsten. Mitten im Mode-Zirkus ist als einziges deutsches Label die Münchner Kultmarke Aigner von Vinzenzmurr-Chefin Evi Brandl vertreten – auf hohen Hacken, dessen Absätze aus dem typischen Hufeisen-A geformt sind.

Aufregung im Backstage-Bereich

Um 19 Uhr soll die Show im Palazzo Reale am Dom starten. Die AZ darf exklusiv dabei sein – auch im Backstage-Bereich, wo eine Stunde vorher Aufregung herrscht. Die Models werden geschminkt und gestylt, ein paar Kleider werden mit Lampen angestrahlt, damit die fluoreszierenden Stoffe später auf dem Laufsteg leuchten.

"Wir brauchen viel mehr Licht!", ruft Kreativdirektor Christian Beck aus dem Glockenbachviertel, den Vorstand Sibylle Schön 2008 zu Aigner geholt hat. Selbst in der größten Hektik wirkt er wie sein Jeans-Shirt-Outfit: völlig entspannt. "In mir brodelt es", sagt er allerdings. "Ich bin aufgekratzt, aber was soll schon passieren? Wenn ein Model stolpert – mei. Sonst kann höchstens das Gebäude einstürzen."

Das passiert nicht, auch wenn es nur eine Probe gibt und sich der Königliche Palast nun schlagartig füllt. Die Versace-Show ist vorbei, die Mode-Karawane bei Aigner angekommen. Gespannt sitzen die 400 Gäste auf ihren Plätzen. Komplett durchgestylt sind alle – auch die Mienen.

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Leicht verspätet beginnt das Spektakel im opulenten Saal. "Reset" heißt die Show, also: zurücksetzen. Die Models führen (stolperfrei!) 40 Looks vor, Military-Einflüsse treffen auf Fetisch (Bondage) und Nostalgie mit einem Sinn fürs Moderne. Christian Beck erklärt’s so: "Die Sachen sind nix für Mode-Mäuschen, sondern für selbstbewusste sexy Frauen."

Es läuft – im wahrsten Sinne

Nach nicht mal 20 Minuten ist alles wieder vorbei. Applaus, Jubel, finito – Schade! Gerade war man schön eingetaucht zu den Live-Klängen der Münchner Newcomer-Band Nalan381, geradezu verzaubert von der Atmosphäre, in der alles wurscht ist, kein Problem dieser Erde mehr zählt – Hauptsache die Mode sitzt.

45 Aigner-Freunde lassen den Abend in der Osteria Del Binari ausklingen. Zwischen Risotto und Tagliata bringt es Vorstand Sibylle Schön auf den Punkt: "Das war die beste Show ever." Christian Beck nippt am Vino, zu viel Lob und Aufmerksamkeit sind dem Kreativkopf unheimlich. Morgen fährt er mit dem Auto nach München, übermorgen fängt er mit der neuen Kollektion an – Frühjahr-Sommer 2018.

Wer so sehr in der Zukunft lebt, braucht etwas, das ihn erdet. Bei Christian ist es der Dogwalk. Er wird später in der Nacht noch mit seinen drei Hunden Gassi gehen.

 

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