"Die glorreiche 7" Nockherberg 2018: Das Singspiel wird ein Western!

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Gemeinsam fürs Singspiel (v.l.): Tobias Weber, Stefan Betz, Andreas Steinfatt, Luise Kinseher, Thomas Lienenlüke und Richard Oehmann. Foto: Bernd Wackerbauer

Das Singspiel wird ein Western mit einem G7-Team heldenmutiger Politiker. Wer dabei ist - und wer nicht.

 

München - Trocken pfeift der Wind, einsam rollt ein Steppenläufer über den Nockherberg, bis Söder (Stephan Zinner) und Seehofer (Christoph Zrenner) "Rawhide" singend die Bühne betreten.

Dieses Singspiel-Szenario entspringt allerdings nur dem Kopf einer fantasiebegabten Redakteurin, denn das neue Singspiel-Team Richard Oehmann und Stefan Betz hat verraten, dass sie am Mittwoch bei der Salvator-Probe einen Western auf die Bühne vom Nockherberg bringen werden. Über den konkreten Inhalt wurde freilich noch nichts gesagt.

"Die glorreiche 7" heißt das Singspiel, angelehnt an den fast gleichnamigen Brutalo-Western. "Es geht um ein Dorf und die Angst vor der Gefahr, die von außen kommt. Da kommt ein Expertenteam zur Rettung", sagt Oehmann. "Das ist die G7, aber wir haben keinen einzigen G8-Witz. Das ist ein Versäumnis, das Sie bemängeln dürfen." Sein Drehbuch- und Regiepartner Stefan Betz ergänzt: "Das ist allgemein das Problem, dass uns keine Pointen einfallen."

Die G7 sind Seehofer, Söder, Merkel, Aigner, Hofreiter, Kohnen, Reiter . Vermutlich. Außerdem dabei: Stefan Murr als Indianer, weil "jeder gscheite Western braucht einen Indianer" (Betz). Claus Steigenberger als Totengräber und drei von der Jungen Union. Erstmals dabei ist Natascha Kohnen (Nikola Norgauer), über die Betz sagt: "Frau Kohnen ist blond und hat eine Brille und das ist ja schonmal was." Ein großes Thema wird die "Mutation" (Oehmann) von Söder zum Landesvater sein.

Wer nicht vorkommt: Schulz . Betz: "Wir haben uns früh dafür entschieden, den Herrn Schulz herauszulassen und damit viel Weitblick bewiesen. Dabei wussten wir einfach nur nicht, was wir über ihn noch erzählen sollen." Überhaupt haben sie sich auf die bayerische Landespolitik konzentriert.

Außerdem wieder nicht dabei: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Betz: "Wie heißt der Mann? Ist das einer von denen mit Gel im Haar und Brille?" Außerdem fehlt Joachim Herrmann. Oehmann: "Er ist überhaupt nicht relevant, was gemein ist für jemanden, der gerade Innenminister ist."

Und wie groß ist der Druck für das neue Team, das nach fünf Jahren die Nachfolge von Marcus H. Rosenmüller angetreten ist? "Brutal", sagt Betz.

Mama Bavaria wird den Politikern bereits zum achten Mal die Leviten lesen und zeigt sich recht gelassen. "In einer Zeit, wo man nur aufeinander rumhackt, ist der liebevolle Ton von Mama Bavaria richtig." Und erklärt, dass ihr die Figur keinen Raum zum Improvisieren und Reagieren auf die Politiker gibt. "Das ist keine lustig-lustig Gaudi, sondern eine Show für drei Millionen Zuschauer. Wenn dann die Kamera nicht auf den Politiker draufhält, mit dem ich spontan red', kommt das nicht rüber."

Und wer kommt zum Nockherberg? Nicht Merkel, nicht Nahles, nicht die AfD. Die Bundes-SPD ist wohl dünn gesät. Dafür kommen Wagenknecht, Kubicki, Roth und Hofreiter. Und die üblichen Verdächtigen aus Bayern. Das wäre übrigens auch ein guter Titel für ein Singspiel.


Stimmen zur Salvator-Probe

Luise Kinseher (Mama Bavaria): "Zufrieden sind nach der Fastenpredigt nie alle – und das ist auch gut so. Die Figur der Mama Bavaria gibt die Grundhaltung vor. Das ist keine, die vulgär draufhaut und gschert daherred. Das ist eine strenge Mutter, die einen liebenden Blick auf ihre Kinder hat. Ich persönlich finde diesen Ton richtig und wichtig."

Richard Oehmann (Singspiel-Autor und Regie): "Wir schreiben ein Kunstwerk. Das muss erstmal ich schee finden. Im Singspiel erzählen wir dann auch die Mutation vom Söder zum Landesvater. Aber Söder-Schauspieler Zinner ist durch sein Auftreten tausend Mal lässiger, als Söder jemals sein wird – deshalb trifft er Söder nicht ganz."

Thomas Lienenlüke (Autor der Fastenpredigt): "Bei der Fastenpredigt teilen wir gleichmäßig aus und haben keine Tabus. Aber wir legen Wert darauf, dass die Politiker, die im Saal sitzen, was abkriegen. Aber erstmal muss der Text Luise und mir gefallen und dann gehen wir davon aus, dass er auch den anderen gefällt."

Tobias Weber (Komponist und Musikchef des Singspiels): "Wir haben fast alle Stücke neu geschrieben. Es ist eine durch Western inspirierte Musik, in der hier und da zitiert wird. Ein Stück haben wir übernommen, weil es so herrlich passt und zwei Lieder haben wir vom Café Unterzucker umgetextet, weil es sich angeboten hat."

Stefan Betz (Singspiel-Autor und Regie): "Das Singspiel ist nicht ein akkurates Porträt, sondern die Interpretation des Politikers durch den Schauspieler. Die meisten Menschen sind normal, was ja im Privaten super ist. Für uns wäre es aber einfacher, wenn die Politiker nicht so glatt wären und sich ihre Marotten nicht abtrainiert hätten."

Andreas Steinfatt (Paulaner-Chef): "Wir hatten uns sehr gewünscht, dass Frau Merkel mal wieder zu uns kommt, aber leider hat sie abgesagt. Dafür sitzen wir hier in neuer und bewährter Runde beisammen. Und ich denke, dass das neue Team das Singspiel aufgrund seines Humors spektakulär abarbeiten wird."

 

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