Die Bayern vor dem Halbfinale Real hat Respekt vor La Bestia Guardiola

Wunschlos! Für Real Madrid ist der FC Bayern der absolute Angstgegner. Und auch der Trainer gewann in seiner Barça-Zeit beinahe jedes Duell mit den Königlichen.

 

München - Dios mio! Bei den Göttern, dürfte man in Madrid gedacht haben. Nicht schon wieder diese Bayern! Der Angstgegner, „La Bestia Negra“, schwarze Bestie – wie man in Spanien dazu sagt.

Real Madrid gegen den FC Bayern heißt das Halbfinale der Königsklasse. Wieder einmal, zum fünften, viermal mit dem besseren Ausgang für die Münchner. „Der Spanier spielt lieber gegen Engländer und überhaupt nicht gerne gegen deutsche Mannschaften. Bei Real hat man jetzt Riesenrespekt“, sagt Bayerns Markenbotschafter Paul Breitner, der sich bei der Auslosung in Nyon ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Und obendrein noch: gegen Pep Guardiola! Für Real: la bestia Guardiola! Der Mann, der Real als Barcelona-Trainer vier Jahre lang triezte, ihnen nur wenige Titel übrig ließ. Eine Meisterschaft (2012) und ein Pokalsieg (2011) gelang Real, während Guardiola mit dem Erzrivalen zwischen 2008 und 2012 14 von 19 möglichen Titeln absahnte, Real demütigte.

Und jetzt? „Es wird ein überragendes Spiel, ich freue mich“, sagt Guardiola, dem man anmerkt, dass es Bayern aus seiner Sicht kaum hätte besser treffen können. „Ein großes Szenario. Ich weiß, wie schwierig diese Spiele werden. Aber ich mag es, gegen die besten Spieler, die beste Mannschaft und die besten Trainer der Welt zu spielen. Madrid hat alles.“

Seine Bilanz als Trainer gegen Real: bombastisch! 15 Duelle, neun Siege, vier Remis, nur zwei Niederlagen (eine davon im Pokalfinale 2011). Und: In Madrid hat Pep als Trainer nie verloren. Unvergessen in Spanien die 2:6-Schmach, die sich Real 2009 gegen sein Barca einhandelte. 2010 siegte Pep auch mal 5:0 zuhause.

So eindeutig wird’s wohl diesmal nicht. „Das werden enge Spiele werden“, sagt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, „wir haben Respekt vor Real, aber Real sicher auch vor uns.“ Die Bayern „sind die Mannschaft, auf die wir am wenigsten Lust haben“, bestätigte Real-Legende Emilio Butragueño. „Bayern ist der Favorit. Aber es ist auch nicht einfach, gegen Real Madrid zu spielen“, sagte Trainer Carlo Ancelotti. Bayerns Spanier Javi Martínez hat mit Real-Spielern gesprochen, sagt: „Ich weiß, dass sie uns nicht als Gegner wollten.“

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Das Hinspiel findet am 23. April in Madrid statt, das Rückspiel am 29. April in München. Noch ein Vorteil für Bayern. „Es ist schön, dass wir im Rückspiel unsere Fans im Rücken haben. Ich hoffe, dass wir uns darauf nicht verlassen müssen“, sagt Thomas Müller. Mario Götze meint: „Wir freuen uns auf die Spiele, es wird interessant.“ Torhüter Manuel Neuer sagt: „Wichtig ist, dass wir nach Lissabon kommen.“ Ins Finale, zum dritten Mal in Folge, am 24. Mai.

Insofern war Real Bayerns Wunschlos. Weil Real offensivstark ist, sich nicht eingräbt – wie Manchester zuletzt. Real liegt Bayern. In vielerlei Hinsicht. „Real hat traditionell in Deutschland meist Pleiten erlebt“, sagt Bayerns Triple-Trainer a.D., Jupp Heynckes: „Bayern ist immer in der Lage, in Madrid ein Tor zu erzielen. Und zuhause ist man eine Macht.“ Fazit: Bayern habe „eine große Chance, ins Finale einzuziehen“.

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Pep Guardiola sagt: „Ich kenne ihre Stärken, werde sie analysieren und dann unsere Spieler überzeugen. Wenn wir gut spielen, können wir das Finale erreichen.“ Er warnt aber auch: „Für mich ist Real mit Dortmund die beste Kontermannschaft der Welt. Wenn man Cristiano Ronaldo und Gareth Bale nicht kontrolliert – wir sind kaputt.“ Zum Spitznamen „Bestia Negra“ sagt er: „Es gehört zur Geschichte. Das ist okay. Aber die Geschichte spielt nicht mit. Vergangen ist vergangen. Das Spiel gegen Real die Zukunft.“

Hoffentlich eine goldene.

 

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