Die Bavaria im Interview Luise Kinseher: Lieber Mineralwasser als Starkbier

Für das Interview hat die Kabarettistin das Café Marais im Westend ausgesucht - und trinkt Mineralwasser. Foto: Petra Schramek

Während sie den Politikern kräftig einschenkt, schwappt im Keferloher der Bavaria das reinste Getränk der Welt. Was sie in Situationen abseits der Bühne gern im Glas hat, verrät sie hier

Nein, Luise Kinseher (44) mag sich nicht als Starkbier-Botschafterin verstanden wissen, bloß weil sie bei der Salvatorprobe die Bavaria gibt. Ist nur eine Rolle. Andererseits kennt sie sich natürlich aus mit Getränken: Als Niederbayerin, wo damals das Bier zum Alltag gehört hat.

Und als ehemalige Bedienung, die sich in München Geld fürs Studium zusammengekellnert hat. Oft im Fraunhofer. Und im Atzinger, aber nur für einen Tag: „Dann hat der Chef mich rausgeschmissen, weil ich keinen Kugelschreiber dabei gehabt habe. Der war gnadenlos. Ich vermute mal, ich war ihm nicht hübsch genug.“

Lange her. Am Mittwoch tritt Luise Kinseher zum dritten Mal am Nockherberg als Bavaria auf.

Zeit für ein Gespräch über: Getränke. Nicht über Starkbier, sondern über:

KAFFEE Meinen Kaffee in der Früh macht ja der George Clooney. Diese Kapsel-Maschine, für die der wirbt, habe ich mir extra zum Espresso-Machen gegönnt. Den trinke ich aber nur morgens – und dann drei Liter Wasser am Tag.

CHAMPAGNER AM VORMITTAG Ich trinke untertags überhaupt keinen Alkohol. In meinem Vertrag bei Paulaner steht ja Gottseidank nicht drin, dass ich jeden Tag fünf Halbe trinken muss. Untertags macht Alkohol mich völlig wirr und müde, da bin ich nicht mehr arbeitsfähig. In Phasen wie jetzt vorm Nockherberg, wo ich einen klaren Kopf brauche, trinke ich sowieso nix. Auch nie vor einem Auftritt. Ich bin ein sinnenfroher Mensch, aber für mich gehört Alkohol total in die Freizeit.

BEGLEITENDE GETRÄNKE Was ich trinke, entscheide ich je nach dem Essen – weil ich ja ein bissl ein Gourmet bin. Das muss schon zusammen- passen. Zu etwas Deftigem ein Weißbier oder ein Bier, zum Fisch einen Wein.

DAS KOMMUNIKATIVSTE GETRÄNK Der Prosecco-Typ bin ich ja nicht. Ich habe mal eine Damen-Runde mit meinen Freundinnen gemacht. Dafür hatte ich extra einen Rotwein gekauft, schwerer spanischer mit 14,5 Prozent oder so. Das war ein unvergesslicher Abend: Am Schluss haben wir alle geweint und uns in den Armen gelegen – vor lauter Freude, dass wir uns haben. Das war überaus kommunikativ.

APERITIF Aperol Sprizz ist schon wieder out. Jetzt trinken alle Hugo. Mein Lieblings-Aperitif ist ja Negroni, so ein Cocktail – den lieb’ ich. Sherry finde ich auch gut. Als gschmackige Feinschmeckerin mag ich so Sachen schon gern.

SAFT Frisch gepresster Orangensaft! Am liebsten daheim, selbstgemacht aus Bio-Orangen. In Italien an der Bar mit der Saftmaschine, in der oben die ganzen Orangen reinrollen, denke ich mir immer: Die sind bestimmt gespritzt – und dann hab ich das ganze bittere Gift auch noch im Saft. Nein, dann lieber daheim. Holundersaft finde ich auch gut. LIMO Da denkt sich die Gastronomie gerade tolle Sachen aus. Ingwer-Limonade oder mit so Minz-Sprudelzeug, das finde ich toll. Wenn man schon im Lokal sitzt, mag man ja nicht vorm popeligen Mineralwasser hocken. Meinetwegen könnten sich die Gastronomen viel mehr exotische Drinks ohne Alkohol einfallen lassen.

AHOI-BRAUSE Das Pulver hat mir mal jemand in den Mund gesteckt. Mag ich nicht. Das hat künstliche Farbstoffe, Zucker – nein, nichts für mich.

LIEBLINGSGETRÄNK Ich bin ein puristischer Mensch: Am liebsten ist mir Leitungswasser. Unser Münchner Wasser. Da empfinde ich Dankbarkeit und Glück, dass wir unser Wasser direkt aus der Leitung trinken können.

DAS GETRÄNK DER BAVARIA Bei mir ist Wasser im Keferloher. Von diesem Salvator-Bier, ganz ehrlich, da trinke ich drei Schlucke – dann weiß ich keinen Text mehr.

DAS SCHLIMMSTE GETRÄNK Was ich nicht mag, ist Glühwein. Viele mögen den ja, aber ich denk mir immer, in diesen Bechern ist die letzte Plempe, die sie noch irgendwo herkriegen. Und dann noch Zucker... naa.

SOMMER-DRINK Daheim im Sommer trinke ich gern ein Weißbier. Und ich bin im Urlaub ja oft am Meer, in der Bretagne, und da trinke ich Pastis. Mit Wasser, ohne Eis. Der hat’s ganz schön in sich, bissl was anderes. Zu Hause käme ich nie auf die Idee, Pastis zu trinken. Das ist ja dasselbe wie bei Weinen: Wenn man in Italien die einfachsten Weine aus dem Container bekommt, dann sind die wunderbar. Und daheim schmecken’s grausam. Das, was man im Urlaub genießt, muss man eben nicht daheim haben.

NOTFALL-GETRÄNK Wenn die Stimme zu versagen droht: Salbei-Tee. Auch vor Auftritten. Gurgeln damit!

SCHAFKOPF-GETRÄNK Da gehört eine Halbe Bier dazu. Da käme ich nie auf die Idee, meinen Freunden einen Wein anzubieten. Aber beim Schafkopfen esse ich ja auch nichts.

 

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