Die AZ trifft die Crocamo-Brüder So wird es im neuen Tambosi aussehen

"Es ist eine Familiengeschichte": Ugo Crocamo mit Bruder Pino (l.) vorm Tambosi. Foto: SchneiderPress

Die Gerüchteküche brodelt seit Monaten, jetzt ist es offiziell: Münchens Pizza-Liebling Ugo Crocamo übernimmt mit seinem Bruder das Traditionslokal – wie es dazu gekommen ist und was er anders macht.

 

München - Es war das bestgehütete Gastro-Geheimnis in ganz München, auch wenn die Gerüchteküche immer heftiger brodelte. Sehr viele Wirte und Restaurantbetreiber hätten liebend gern das Tambosi, dieses 240 Jahre alte Traditionslokal mit der Traumterrasse am Hofgarten übernommen, aber nur einer bekam den Zuschlag: Ugo Crocamo (47, H’ugo’s).

Scusi, wie hat der Pizza-Liebling das geschafft? Hinter dem Tambosi-Crocamo-Deal steckt mehr als ein ausgetüftelter Businessplan. Es geht vor allem ums Herz.

Tambosi gehört Familie Inselkammer

Dazu muss man wissen: Das Tambosi gehört Astrid und Hans Inselkammer aus der Brauerei- und Immobilien-Dynastie, die extrem bodenständig sind und sehr zurückgezogen leben. Noch scheuer, was die Öffentlichkeit betrifft, sind sie geworden, als ihr geliebter Sohn, der ehemalige Augustiner-Chef Jannik Inselkammer († 45), 2014 beim Heli-Skiing in Kanada in eine Lawine geraten und tödlich verunglückt ist.

Was kaum jemand weiß: Vor seinem Tod schenkte Jannik seiner Mama die Tambosi-Immobilie, weil sie diese Ecke Münchens so besonders gern mag. Für das Ehepaar Inselkammer war also klar: Wer das Tambosi nach dem Weggang von Frank und Andrea Waldecker (sie hörten wegen einer Pachterhöhung nach 20 Jahren auf) übernehmen wird, der muss so viel mehr sein als nur ein toller Gastronom.

Inselkammers beobachteten Ugo Crocamo

Derjenige, der das Tambosi bekommt, muss das haben, was man nirgendwo lernen oder kaufen kann: Er muss in die Familie Inselkammer passen. Astrid und Hans Inselkammer beobachteten über einen längeren Zeitraum den Karriereweg von Ugo Crocamo. In seiner Party-Pizzeria am Promenadeplatz und draußen am Starnberger See. Ihnen gefiel Ugos Rezept, sie waren gern bei ihm Gast. Immer häufiger besuchten sie den Italiener aus einem Dorf bei Salerno, der als Teenager nach München gekommen ist und sich in der Küche vom P1 bis ganz nach oben gekocht hat.

Inselkammers mochten nicht nur Ugos Art, sondern auch seine Kondition. Egal, wie kurz die Nacht auch wurde, Ugo war am nächsten Morgen, als Inselkammers zum Frühstück kamen, hellwach und fit im Laden. Als Ugo schließlich das Tambosi-Angebot bekam, konnte er nur Ja sagen: "Es ist so wunderschön hier. Ich glaube, es gibt kaum einen tolleren Platz in München. Ich freue mich sehr, das Tambosi wiederzubeleben und für alle zu eröffnen.“

Eröffnung im November

Mitte November soll es so weit sein. Endlich. Die Bauarbeiten hätten länger gedauert als befürchtet. Sechs Millionen Euro werden insgesamt investiert. Ob Druck, Stress oder Chaos – Ugo lässt sich von nichts und niemanden aus der Ruhe bringen: "Isse wie ist.“ Mit ins Boot hat er sich seinen älteren Bruder Pino (59, Master’s Home) als Geschäftsführer geholt. Aber: Wie soll das neue Tambosi werden?

Ugo stellt das Tambosi-Konzept vor

Beim Rundgang mit der AZ erklärt es Ugo zwischen Handwerkern, kleinen Trüffel-Häppchen und natürlich Augustiner-Flaschen so: "Ins Erdgeschoss kommt ein Café, das sich abends in eine Bar verwandelt. Mit super Getränken und Snacks. Oben entsteht ein gehobenes Restaurant mit 80 Plätzen und mediterraner Küche. Der Biergarten wird auch mediterran. Er ist 900 Quadratmeter groß, dort gibt es Pizza und Sonne satt für 700 Gäste.“

Draußen auf die legendäre Terrasse möchte er Sessel stellen: "Es soll so schön und bequem sein, dass man nie wieder weggehen möchte.“

 

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