Die AZ nennt sechs Gründe Deshalb hält die Topform der Bayern bis Saisonende

Drei Spieler – sechs Tore: Robert Lewandowski, Thiago und Thomas Müller (v.l.) schießen den FC Bayern zum Sieg gegen den FC Augsburg. Foto: firo/Augenklick

Carlo Ancelottis Mannschaft brilliert beim 6:0-Sieg gegen den FC Augsburg, vor den entscheidenden Wochen der Saison sind die Bayern in Topform. "Wir müssen jetzt durchziehen", fordert Arjen Robben.

 

Verbrennungsgefahr? Nur für die Gegner! "Der April ist ein heißer Monat", sagte Thomas Müller nach Bayerns halbem Dutzend, dem 6:0 gegen den FC Augsburg. "Warten wir mal ab, wie wir durch das Feuer kommen."

Sein Grinsen verriet, dass Müller schon eine Ahnung hat, wie dieser Monat ausgehen wird – mit neun Spielen in 29 Tagen, inklusive Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid (12. und 18. April) und dem Pokal-Halbfinale gegen Dortmund (26. April). Teil eins ist geschafft, die Bayern sind auf dem Weg zur Meisterschaft, das zweite Triple nach 2013 scheint möglich.

Die AZ nennt ein halbes Dutzend Gründe, warum die Topform diesmal bis zum Saisonende anhält.

1. Lewandowski wie Gerd Müller

Trainer Carlo Ancelotti fehlten fast die Worte: "Was soll ich noch über ihn sagen? Ich bin glücklich, so einen Stürmer zu haben, der mehr oder weniger in jedem Spiel trifft." Mit seinen drei Toren (17. Minute, 55., 79.) schloss Lewy zu Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang auf (beide 24 Treffer), zum vierten Mal hat der Bayern-Bomber nun die 22-Tore-Marke in der Liga überschritten. Das gelang zuvor nur einem: Gerd Müller. "Wir haben als Mannschaft gezeigt, dass wir Spaß und Lust haben", sagte Lewandowski, stellte den Teamerfolg über die eigene Leistung. Der Pole hat nun 103 Pflichtspieltreffer für die Bayern erzielt – genauso viele wie Roy Makaay. Nur brauchte Lewy dafür 45 Spiele weniger. Gigantisch.

2. Die große Gier

"Wir müssen weiter konsequent spielen, nur so können wir unsere Topform halten in den nächsten Wochen", sagte Lewandowski. Der Bayern-Plan: Nur nicht wieder nachlassen, wenn die Meisterschaft demnächst fix ist. Es sei "wichtig, dass wir die Spannung hochhalten", erklärte Jérôme Boateng.

Kein anderer Spieler steht so sehr für die Gier nach dem Triple wie Arjen Robben, der beim Stand von 4:0 eingewechselt wurde und über die rechte Seite flitzte, als ginge es um den Champions-League-Sieg. "Wir müssen den Flow mitnehmen in die großen Spiele", forderte der Niederländer.

3. Müller trifft wieder

Nur einmal war der Weltmeister am Samstag richtig böse, nach seinem Treffer zum 6:0-Endstand (80.), als ihm Augsburgs Christoph Janker per Grätsche noch eine Erinnerung mitgab. Müller fluchte, ließ sich anschließend auf der Bank behandeln. Die Bayern hatten schon dreimal gewechselt. Kurz vor Schluss kam er auf den Rasen zurück. "Es hat heute Spaß gemacht", sagte Müller. "Wir sind gut drauf." Das gilt auch wieder für ihn, nachdem die Saison lange enttäuschend und torarm verlaufen war. Doch nach dem Siegtreffer zuletzt in Gladbach und dem Treffer mit der Nationalelf gegen Aserbaidschan knipste Müller gegen den FCA doppelt, einmal sogar mit dem Knie (36.). Gegen Real ist Müller wieder Startelfkandidat.

4. Thiago so gut wie nie

Wann hat man die Arena bei einer Auswechslung zuletzt so laut erlebt? Als der Bayern-Magier in der 66. Minute den Platz verließ, vergaßen sogar die Edelfans im VIP-Bereich für einen Moment ihre Weißweinschorlen und klatschten begeistert. Hackenpässe, Tricks, Streicheleinheiten für den Ball mit Außen- und Innenrist wie bei seinem Schlenzer ans Lattenkreuz (64.), dazu der Treffer zum 4:0 (62.) – was für eine Show! "Thiago hat Qualität und Persönlichkeit", lobte Ancelotti. Der Spielmacher ist endlich mal länger gesund und ein großer Trumpf im Triple-Kampf.

5. Boateng ist zurück

Seit Ende November hatte der Weltmeister wegen seiner Schulterverletzung nicht in der Startelf gestanden, da kam diese lockere Partie ganz recht. "Es war ein gelungener Tag", sagte Boateng. Nicht so gelungen fand er es, dass er zuletzt nicht für die Länderspiele nominiert worden war. "Das war vielleicht nicht optimal", sagte Boateng. Gern hätte er sich Spielpraxis geholt für den Saisonendspurt – und den Konkurrenzkampf mit Mats Hummels und dem diesmal gelbgesperrten Javi Martínez. Ob er fit sei für Real? Boateng: "Klar, sonst hätte ich heute nicht gespielt."

6. Fast keine Verletzten

Mit Ausnahme von Manuel Neuer (Fuß-OP,) und Douglas Costa (Knieverletzung) hatte Ancelotti gegen Augsburg den kompletten Kader zur Verfügung. "Das ist das Wichtigste", sagte Robben. Und ein großer Unterschied zu den Vorjahren. Die Bayern sind körperlich in Topform, der Trainer kann munter durchwechseln. Robben, der die Fans mit einer Rabona-Flanke (Schussbein hinter dem Standbein) verzückte, formulierte den Triple-Befehl: "Wir müssen jetzt durchziehen!"

 

5 Kommentare