Die AZ-Kritik Tatort "Lu": Schrillstimme, Puffmutter und Speed-Fantasien

Johanna Stern (Lisa Bitter), Mario Kopper (Andreas Hoppe) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) ermitteln bei der RheinNeckar-Chemie, wo vor 15 Jahren ein Mord stattfand, der womöglich mit ihrem aktuellen Fall zusammenhängt. Foto: Das Erste

Die AZ-Filmkritikerin hat sich den neuen Tatort "Lu" angesehen. Und ist nicht beeindruckt.

 

Lu, ein Ex-Geldeintreiber in Gestalt von Jürgen Vogel, gehört zu jenen krampfhaft konstruierten Figuren, mit denen ausgeleierte Tatortkrimis aufgemöbelt werden sollen. Möglichst noch hochgetrimmt mit dem Rivalitätszirkus unter Kripo-Kollegen - besonders, wenn eine "Neue" sich auf Biegen und Brechen profilieren will.

So giftet Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) wie eine feuerspeiende Furie durch Ludwigshafen und kläfft ihre neue Assistentin, die herzhaft unsympathisch-gschaftlhuberische Kollegin Stern mit der ehrgeizigen Schrillstimme (Lisa Bitter) gnadenlos an die Wand. Wobei Frau Stern auch noch den vortrefflichen Kollegen Kopper (Andreas Hoppe) ungebührlich in den Hintergrund drängt. So darf sich die Kreischziege Stern ungebührlich in den Vordergrund drängen und aufdringliche detektivische Talentproben ablegen.

Und der Krimi? Das "Tatort"-Puzzle "Lu" (Buch: Dagmar Graber, Regie: Jobst Christian Oetzmann, ARD/SWR) dröselt alte Fälle von Drogenmorden und Pharmakonzern-Intrigen auf und verfilzt sich in Speed-Fantasien.

Auch eine milieugerechte Puffmutter (Ingrid van Bergen) liefert wenig Erleuchtung im Knall-und-Peng-System des Frage-und-Antwort-Spiels. Und weil das den Zuschauer zunehmend nervt, vermutet er bald, der Autor sei wohl auf Ectasy gewesen. Also eher etwas für die Ludwigshafener Drogenfahnder.

 

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