Sommerwetter und Wochenende – wenn dies alles aufeinander trifft, bildet sich über dem Land meist eine große Rauchwolke. Denn: Die Grills laufen auf Hochtouren.

Rezepte, die einem sagen wie richtig gegrillt wird, gibt es ja genügend, doch welche generellen Grillfehler gilt es unbedingt zu vermeiden? Denn der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Von der Vorbereitung über das Grillen bis hin zur Aufbewahrung. Hier einige Antworten…

Ein Grillfehler, der sich mit wenig Aufwand vermeiden lässt: Der schmutzige Grill-Rost
Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das gilt im übertragenen Sinn auch für den Grillrost: Ohne Rückstände von Fleisch, Marinaden oder Gemüse wird kein Grillrost den Grillabend überstehen. Diese Rückstände erkalten lassen und beim nächsten Mal wieder darauf grillen ist ein absolutes No-Go und somit ein Grillfehler.

Zum einen bilden sich darauf Bakterien, zum anderen nimmt das neue Grillgut den Geschmack des alten an. Guten Appetit! Darum bietet es sich an, den Grill sofort nach dem Grillen – wenn der Rost noch heiß ist – mit der Grillbürste zu reinigen.

Und zusätzlich: Beim nächsten Grillevent den heißen Rost vor dem Auflegen des Grillgutes ebenfalls nochmals reinigen: Besonders wenn das Grillgerät im Freien aufbewahrt wird können sich dort Insekten oder Staub absetzen.

Ein dreckiger Grillrost ist ein absolutes No-Go: Den Rost vor und nach dem Grillen reinigen! Foto: www.die-frau-am-grill.de

Die Glut: Weniger ist hierbei oft mehr…
Maximale Hitze im ganzen Grill und dann alles auf den Rost werfen – ein gravierender Grillfehler. Und zwar aus verschiedenen Gründen: Zum einen wird das Fleisch bei maximaler Hitze außen trocken (im schlimmsten Fall sogar schwarz), zum anderen gibt es keinen Platz wo man fertiges Grillgut „parken“ kann.

Und: meist benötigt man überhaupt nicht so viele Kohlen und könnte, nachdem alles gegrillt ist, die gleiche Menge mit der verblieben Hitze nochmals grillen. Sprich: Eine totale Geldverschwendung.

Darum: Wer mit Kohlen grillt sollte unbedingt nur eine Seite des Grills befeuern und die andere Seite frei lassen.

So kann fertig gegartes Grillgut „geparkt“ werden und außerdem Grillgut, das nicht so lange zum Garen braucht – wie zum Beispiel Champignon oder Käse – am Rande der Glut platziert werden und brennt nicht an oder verkohlt. Zudem schafft man sich durch eine geschickte Aufteilung der Glut zwei Zonen: Für Indirekte und direkte Hitze.

Die Fleisch-Temperatur beeinflusst den Gargrad

Vom Kühlschrank direkt auf den Grill – Ein Grillfehler mit Folgen für den Garprozess
Der Hintergrund: Wenn das Steak sofort aus dem Kühlschrank auf den Grill wandert wird das Äußere des Steaks ziemlich schnell gegart – gleichzeitig dauert es jedoch, je weiter man zur Mitte des Steaks gelangt, länger – bis das Fleisch den gewünschten Gargrad erreicht hat.

Zumindest verglichen damit, als wenn das Fleisch schon vorher Raumtemperatur angenommen hätte. Weil: Es ist ein Unterschied, ob man ein Steak direkt aus dem Kühlschrank mit einer Kerntemperatur von 8 Grad oder weniger auf 58 Grad bekommt oder von 16 bis 18 Grad aus den Garprozess hin zu 58 beginnt. Das Äußere des Steaks wird es einem Danken!

Warum soll ich beim Grillen nicht mit Grillgabel ins Fleisch stechen?
Der Fleischsaft im Inneren könnte teilweise auslaufen und das Stück Fleisch an dieser Stelle trocken oder zäh werden. Für Prozesse bei welchen das Grillfleisch bewegt werden muss – etwa weil es gewendet oder in die indirekte Hitze gelegt werden soll – gibt es Grillzangen.

Diese sind auch gar nicht teuer und schon für wenige Euro im Supermarkt zu erstehen.

Großer Grillfehler: Den Garpunkt mit dem Durchschneiden des Fleisches bestimmen
Den Garpunkt bitte nicht mit dem Durchschneiden des Fleisches an der dicksten Stelle bestimmen! Das läuft im schlimmsten Fall so ab: Mit der Gabel ins Fleisch gestochen (Fehler, siehe oben), auf den Teller gelegt und nach dem Durchschneiden mit einem professionellen Blick für nicht gut befunden und das Fleisch wieder auf den Rost gelegt.

Um den Garpunkt zu bestimmen gibt es nur eine richtige Möglichkeit: Mit dem Fleischthermometer vermeidet man diesen Grillfehler. Digitale Ausführungen gibt es in Supermärkten, Küchengeschäften oder im Internet bereits für gute 10 Euro zu erhalten. Tabellen mit Gargraden von verschiedenen Fleischsorten sind zur Genüge im Internet vorhanden.

Bier gehört in den Bauch, nicht aufs Fleisch

Kein Bier zum Ersticken der Flammen verwenden!
Sollten einmal ein paar Flammen unter dem Fleisch hervorzüngeln: Keinesfalls Bier darüber schütten. Bei diesem Grillfehler wird natürlich die Hitze der Glut massiv runtergefahren und eine möglicherweise vorhandene Marinade des Fleisches „abgewaschen“. Und zudem wirbelt Asche auf, die sich auf dem Grillgut absetzt.

Falls es zu viele Flammen gibt, liegt dies an austretendem Fett oder dem Fettanteil der Marinade. Dann das Fleisch einfach ein wenig auf die Seite ziehen. Bei einem richtigen Fettbrand darf man sowieso kein Bier darüber schütten. Da muss mindestens eine Löschecke her. Darum empfiehlt es sich immer diese oder einen Feuerlöscher parat zu haben.

Den Grill nicht der Witterung aussetzen
Jeder kennt es: Man hat gegrillt, gegessen und möchte einfach nur noch gemütlich an einer Unterhaltung im Freundeskreis teilnehmen – wäre da nicht der Grill: Ungeputzt, noch mit warmen Kohlen und mitten auf dem Balkon oder im Garten stehend. Hier heißt es nun: auch diesen Grillfehler vermeiden. Der Grill gehört an einen Platz, an dem er der Witterung nicht ausgesetzt ist.

Oder zumindest – sollte er im Freien stehen – eine Abdeckhaube (die auch gar nicht teuer sind) darüber. So verlängert sich die Lebensdauer um ein Vielfaches. Denn einmal Rost am Grill bekommt man diesen schwerlich wieder weg. Ein Auto würde man ja auch nicht mit offenen Fenstern rumstehen lassen…

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