Die AZ checkt die Kandidaten Wer übernimmt den Platz von Xabi Alonso?

Wer übernimmt den Platz von Xabi Alonso? Foto: dpa/Augenklick/AZ

Xabi Alonso hört beim FC Bayern auf, um seine Position im zentralen Mittelfeld gibt es ein großes Gerangel. Die AZ checkt die möglichen Kandidaten – wird Hoffenheims Rudy die Überraschung?

München - Das Selbstbewusstsein für den selbstbewusstesten Klub Deutschlands hat er, dieser Sebastian Rudy. "Ich weiß ganz genau, was ich kann und dass ich mich nicht verstecken muss", sagt der Neuzugang des FC Bayern, der aktuell noch in Hoffenheim spielt, im "Kicker". Er wolle sich in München "beweisen" und es den Skeptikern zeigen: "Das werden sie schon sehen."

Forsche Sätze für einen, der als eher ruhiger Zeitgenosse gilt – und dem die Kritiker die nötige Härte für den Konkurrenzkampf bei den Bayern absprechen. Genau der steht Rudy ab der kommenden Saison bevor, trotz des Karriere-endes von Xabi Alonso, der im zentralen Mittelfeld eine große Lücke hinterlässt.

Wie Rudys Chancen im Erbfolgestreit stehen? Die AZ checkt die Bayern-Kandidaten (ohne mögliche Neuzugänge wie Schalkes Leon Goretzka) auf der Sechser-Position.

Sebastian Rudy: Der 27-jährige Nationalspieler kann auch als Rechtsverteidiger spielen, sieht sich aber in der zentralen Position. "Das ist ganz klar mein Ziel", sagt er. "Da sehe ich mich am besten aufgehoben. Jeder weiß, das ist meine Lieblingsposition." Bei der TSG Hoffenheim überzeugte Rudy in dieser Saison als Sechser, war insgesamt an 13 Toren beteiligt. Sein großes Plus: die Ruhe am Ball, auch in Drucksituationen. Über Bayern will er sich in Joachim Löws WM-Kader spielen: "Ich denke, meine WM-Chancen stehen nicht so schlecht, eine gute Saison in München kann da sicher noch helfen."

Arturo Vidal: Der Chilene war in dieser Saison bei Trainer Carlo Ancelotti gesetzt, in 39 Pflichtspielen gelangen ihm acht Tore und vier Vorlagen. Die Bayern haben Vidal vor allem für die großen Spiele in der Champions League geholt. In diesen Partien trifft der 29-Jährige regelmäßig – fast genauso oft geht ihm sein Temperament durch. Er hat seinen Stammplatz weiter sicher, muss aber disziplinierter agieren.

Renato Sanches: Für den 19-Jährigen war es ein verlorenes erstes Bayern-Jahr, den hohen Erwartungen nach dem EM-Erfolg mit Portugal wurde Sanches nie gerecht. Ob ihm Ancelotti in der kommenden Saison mehr Einsatzzeit gibt? Schwer zu sagen. Sanches (keine einzige Torbeteiligung in dieser Saison!) braucht eine Top-Vorbereitung und mehr Coolness in seinen Aktionen.

Thiago: Im 4-2-3-1-System der Rückrunde agierte der Spanier sehr überzeugend auf der Zehnerposition. Falls Ancelotti Thomas Müller wieder in die Startelf integrieren will, könnte Thiago weichen und auf der Doppelsechs spielen. Der 26-Jährige, seit Mittwoch Vater von Sohn Gabriel, wäre eine äußerst spielstarke und inzwischen auch torgefährliche Variante (acht Treffer, neun Vorlagen) neben einem kampfstarken Typen wie Vidal.

Joshua Kimmich: Ancelotti, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge: Die Bayern-Führung sprach sich zuletzt für Kimmich als neuen Rechtsverteidiger, als Nachfolger Philipp Lahms aus. Der 22-Jährige mag diese Position, spielt genauso gern im zentralen Mittelfeld. Weil er von dort aus torgefährlich werden kann: Acht Treffer gelangen Kimmich in dieser Spielzeit. Tendenziell wird er eher rechts hinten gebraucht.

Javi Martínez: Präsident Hoeneß und gefühlt jeder zweite Bayern-Fan wünschen sich das spanische Zweikampfmonster zurück im defensiven Mittelfeld. Dort brillierte Martínez in der Triple-Saison 2013, speziell im CL-Finale gegen Borussia Dortmund. In dieser Saison allerdings wurde er von Ancelotti ausschließlich in der Innenverteidigung eingesetzt, mit großem Erfolg – abgesehen vom Platzverweis im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid.

Der Transfer von Hoffenheims Verteidiger Niklas Süle würde Ancelotti die Möglichkeit eröffnen, Martínez nach vorn zu ziehen. Der Konkurrenzkampf auf der Sechs würde noch härter werden.

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