FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen schlägt ein Internet-Duell mit Markus Söder vor der Wahl vor – Bayerns Ministerpräsident könnte das mit Aussagen wie dieser selbst provoziert haben: "Offenkundig traut sich keiner das Amt des Ministerpräsidenten außer mir zu."

München - Dass sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor der Landtagswahl in Bayern schon seit längerem im Wahlkampfmodus befindet, ist offenkundig. Nun hat der 51-jährige Franke zum neuerlichen Rundumschlag gegen alle anderen Parteien ausgeholt. Der Bayerische Rundfunk hatte bereits am Dienstag bekanntgegeben, dass er sich ein direktes TV-Duell von Söder mit einem anderen Spitzenkandidaten zur Landtagswahl offenlasse. Darüber werde erst Mitte September entschieden, wenn die letzte Umfrage vorliegt, so der Sender weiter.

Ministerpräsident Söder provoziert auf Facebook

Söder schrieb dazu auf Facebook: "Jetzt ist es durch den BR amtlich: Es gibt kein TV-Duell vor der Landtagswahl. Schade. Offenkundig traut sich keiner das Amt des Ministerpräsidenten außer mir zu" (lesen Sie hierzu das AZ-Interview mit Markus Söder)

Eine Ansage, die FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen so nicht stehenlassen wollte. Zur AZ sagte er: "Söder beklagt, dass es keinen Herausforderer gibt, da habe ich mir gedacht: Ich fordere ihn mal heraus." Konkret will Hagen in einem Live-Stream im Internet gegen Söder antreten, ohne TV-Sender, ohne öffentlich-rechtliche Befindlichkeiten. Hagen: "Zu dem Sechser-Duell des BR am 12. September schickt die CSU Thomas Kreuzer, den Fraktionschef im Landtag, Söder selbst will anscheinend nicht kommen. Wir sehen das als Arroganz der Macht, zumal alle anderen Parteien mit ihren Spitzenkandidaten vertreten sein werden."

Überhaupt lässt der Spitzenmann der Liberalen kein gutes am Ministerpräsidenten: "Söder macht im Wahlkampf jetzt alles selbst. Das könnte ja gut sein für die Wahl, aber nicht, wenn man der unbeliebteste Ministerpräsident Deutschlands ist."

Breitbandausbau, PAG und Münchner Flughafen sollen diskutiert werden

Stellen wollen würde Hagen seinen christsozialen Kontrahenten unterer anderem bei den Themen Breitbandausbau, Polizeiaufgabengesetz (PAG), Bildungspolitik oder bei der Frage nach dem Ausbau des Münchner Flughafens. Hagen: "Selbst da verschiebt die CSU ihre Entscheidung bis nach der Wahl."

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