Die Affäre des Francois Hollande Hollande: Der Präsident und die Frauen

Ein Mann zwischen zwei Frauen - und vielen Fronten: Francois Hollande mit seiner Partnerin Valerie Trierweiler. Mit der Schauspielerin Julie Gayet (kl. Foto) soll er eine Affäre haben. Foto: dpa/AZ

Immer mehr Details zur Affäre werden bekannt – und überschatten den geplanten Befreiungsschlag

PARIS Ausgerechnet jetzt. Für heute hat Frankreichs Präsident François Hollande gleich 600 Journalisten aus Frankreich und der ganzen Welt eingeladen, um angesichts seines verheerenden Images neu durchzustarten. Um seine großen Pläne vorstellen, wie er Frankreich wieder auf die Beine kriegt. Nun allerdings wird es vor allem um ein Thema gehen, über das er am liebsten gar nicht reden will: sein turbulentes Privatleben.

 

Am Freitag hatte ein Magazin berichtet, dass Hollande eine Affäre mit der Schauspielerin Julie Gayet (41) haben soll. Am Wochenende wurde bekannt, dass seine offizielle Lebensgefährtin Valerie Trierweiler (48) wegen der „hohen nervlichen Anspannung“ in eine Klinik eingeliefert wurde. Hollande soll Trierweiler nur Stunden vor Erscheinen des Magazins die Liebschaft gestanden haben, berichteten französische Medien gestern unter Berufung auf Vertraute der offiziellen Partnerin.

Natürlich habe sie von den Gerüchten gehört. „Aber sie wollte eben glauben, dass sie falsch sind“, erzählte eine Freundin weiter. Jetzt sei sie zutiefst geschockt und beschämt. „Sie fühlt sich, als sei ein Schnellzug durch ihr Wohnzimmer gefahren.“ Weihnachten noch hatte Hollande mit Trierweiler bei ihrer Familie verbracht – da lief seine Liaison mit Gayet schon seit vielen Monaten.

"Sie wird jetzt entscheiden, was sie will"

„Madame Trierweiler hatte noch keine Zeit, darüber nachzudenken, wie die Zukunft ihrer Beziehung zu François Hollande aussieht. Das wird jetzt aber kommen, sie wird entscheiden, was sie will“, sagte Patrice Biancone, Kabinettschef der Premiere Dame. Im Elysee hieß es, man gehe davon aus, dass sie zum Verzeihen bereit sei, sie sähe sich und Hollande „immer noch als Paar“. Auch sie hatte erst eine heimliche Affäre mit Hollande, während der noch offiziell mit Ségolène Royal, der Mutter seiner vier Kinder, liiert war. Schließlich machte er die Bindung mit ihr offiziell.

Die französischen Medien sind voll von der Affäre. Dass die Frau, die das Liebesnest von Hollande und Gayet bereitgestellt hat, Verbindungen zur korsischen Mafia haben soll, war da nur noch eine Randnotiz. Gestellt wird vor allem die Frage, ob die Geschichte dem Ansehen Hollandes schadet. Nein, sagt Frédéric Dabi, Chef des Meinungsforschungsinstituts Ifop, das dazu eine Umfrage gemacht hat: „Sein Image war mit 84 Prozent Ablehnung schon vorher derart schlecht, dass das auch nichts mehr ändert.“

Er ist nicht der erste französische Präsident, der eine Affäre hat: Das Liebesleben französischer Präsidenten ist legendär: Der konservative Jacques Chirac erhielt wegen seiner Quickies den Spitznamen „Monsieur fünf Minuten, inklusive Dusche“. Präsident Valéry Giscard d’Estaing stieß frühmorgens in Paris mal im Sportwagen mit einem Milchlaster zusammen, auf dem Beifahrersitz: seine Geliebte. Über ihn wurde sogar gemunkelt, er habe eine Affäre mit Prinzessin Diana gehabt. Ein richtiges Doppelleben führte der Sozialist François Mitterrand, samt Zweitfrau und unehelicher Tochter, die bei seiner Beerdigung plötzlich am Grab auftauchte. Nicolas Sarkozy war dagegen fast brav: Bevor er sich öffentlichkeitswirksam mit Sänger-Model-Sternchen Carla Bruni schmückte, lief ihm seine Ehefrau Cécilia wenigstens ordnungsgemäß davon.

 

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