Die älteste Wirtschaft der Stadt Der Alte Wirt in Moosach bekommt einen neuen Wirt

Der Alte Wirt in Moosach bekommt einen neuen Wirt: Toni Demirel, der die Wassermann-Lokale aufgebaut hat. Foto: Daniel von Loeper

Wassermann-Gründer Toni Demirel übernimmt die Traditionswirtschaft im Münchner Norden.

Moosach - Einen richtigen Wirt zu finden, einen, der in seiner Wirtschaft steht und seine Pappenheimer kennt, das ist auch in München nicht einfach - so erzählt's Hofbräu-Direktor Michael Möller.

Was für ein Glück, dass Toni Demirel (51) schon lange ein Auge auf den Alten Wirt geworfen hat. Toni, wer? Die Moosacher werden ihn ab Juni kennenlernen. Dann übernimmt der Gründer der Wassermann-Wirtshäuser als neuer Wirt den Alten Wirt und gibt den Wassermann Isarvorstadt und den in Schwabing ab. Den Wassermann in Neuhausen hat er 2003 seinem damaligen Partner überlassen.

Elf Jahre lang hatte Christian Härtl den Alten Wirt betrieben, doch Hofbräu hat den Pachtvertrag nicht verlängert, weil "es einfach nicht mehr passte", wie Michael Möller sagt.

"Ich werde als Wirt jeden Tag im Alten Wirt stehen" , verspricht Demirel. Bereits 1993 hatte er bei Löwenbräu, der das Gebäude damals gehörte, angefragt, ob er als Wirt in Frage käme. Demirel kommt aus einer Gastronomenfamilie, seine Eltern betrieben 27 Jahre den türkischen Imbiss gegenüber vom Hotel Excelsior. Demirel lernte im Königshof und übernahm das Café Melodie beim Gasteig.

Regionale bayerische Küche mit Ochse vom Grill

"Moosach ist ein Aushängeschild, weil es nirgendwo so intensive Vereinsaktivitäten wie in diesem Viertel gibt", sagt Demirel. Der Alte Wirt lebt nicht wie die Innenstadtlokale von den Touristen, sondern von den Menschen aus dem Stadtteil.

Deshalb soll der Alte Wirt eine traditionelle Gastwirtschaft bleiben . "Über 575 Jahre ist der Alte Wirt alt und auch wenn Moosach nicht immer zu München gehörte, ist es die älteste Wirtschaft der Stadt", sagt Michael Möller. "Man muss aber auch mit der Zeit gehen."

Erst vor elf Jahren war das Wirtshaus für 700.000 Euro sanft renoviert worden. Damals wurde im Innenbereich vollständig auf schnörkelige Ausstattung verzichtet und dafür die schlichte Schönheit der Wirtsstube mit der dunkel gebeizten Wandvertäfelung betont.

Wenn Demirel übernimmt, sollen Teilbereiche der Wirtschaft für die Erneuerung von Brandschutzmaßnahmen geschlossen werden, auch der Außenbereich soll umgestaltet werden. "Beim Spielplatz werden mich meine zwei Kinder beraten", sagt Demirel. Auf der Terrasse zur Dachauer Straße ist ein Brunnen geplant und auf einem Grill können Spanferkel oder gar ein Ochse gebraten werden.

400 Plätze sind im Biergarten , 220 innen und noch mal 30 in einem Nachbargebäude, das samt Grundstück zwar zuletzt von der Brauerei gepachtet war, nun aber von Hofbräu auch noch gekauft wurde.

Die Karte wird bayerisch, regional und saisonal. Sie wird zwei Mal im Jahr wechseln und Küchenchef Jörg Deffland wird auch eine Wochenkarte entwickeln. "Vegane, vegetarische und mediterrane Gerichte werden auf unserer Karte auch zu finden sein, da richten wir uns nach den Wünschen der Gäste", sagt Demirel.

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