DFL ermittelt Runjaic-Entlassung: Verstoß gegen 50+1?

Hasan Ismaik teilte auf der Löwen-Pressekonferenz ordentlich aus. Foto: sampics/ Augenklick

Hasan Ismaik entlässt Trainer Kosta Runjaic. Die Personalie vom Dienstag hat für viel Medienwirbel gesorgt - nicht zuletzt vom Investor selbst befeuert. Nun ermittelt die DFL in dem Fall.

 

München - Es besteht der Verdacht, Hasan Ismaik habe bei der Entlassung von Trainer Kosta Runjaic und seinem Stab die 50+1-Regel verletzt. Nun ermittelt die DFL, denn Kündigungen müssen von den zuständigen Gremien ausgesprochen werden, und eben nicht vom Investor.

Den Vorwurf, er würde die 50+1-Regel missachten, wies Isamik selbst in seinem aufsehenerregendem Facebook-Rundumschlag zurück: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Mit ihrer „Lügenkampagne“ brächten die Medien den Aufsichtsratsvorsitzenden „jeden Tag noch näher an 1860 als weg davon.“

Was ist dran an den Vorwürfen?

Und tatsächlich drohe den Löwen wohl keine Strafe, denn Ismaik habe seine Alleingänge über den Aufsichtsrat vertuscht, berichtet die Bild-Zeitung. Als Investor hält er 49 Prozent stimmberechtigte Anteile, gerade so viel, wie die  50+1-Regel zulässt. Aber im sechsköpfigen Aufsichtsrat sitzen daneben noch zwei seiner Brüder. Und Ismaik hat als Vorsitz doppeltes Stimmrecht. Die Ismaiks halten nach dieser Rechnung also die Mehrheit.

Auch der Bayerische Journalistenverband (BJV) schaltete sich nach Ismaiks Verbal-Attacke vom Donnerstagabend ein. Der Jordanier unterstellte den Medien eine "Lügenkampagne" sowie die Manipulation der Fans. Via Twitter appelierte der BJV an den Geschäftsmann und die anderen Verantwortlichen bei 1860, "ihre Medienkritik doch bitte sachlich zu äußern".

Am Freitagabend verkündeten die Löwen daraufhin einen Presseboykott (AZ berichtete) und wollen künftig weder Vereinsverantwortliche noch Spieler oder Trainer für Interviews zur Verfügung stellen. Den Verpflichtungen der Liga, etwa bei Spieltags-Pressekonferenzen, komme 1860 weiter nach.

Bierofka appelliert an die Mannschaft

Am Sonntag ist dann erstmal wieder Fußballspielen angesagt. Gegen Tabellenführer Eintracht Braunschweig konnten die Sechziger von zuletzt neun Zweitligaspielen nur eines gewinnen.

Daniel Bierofka fokussiert sich daher vor allem auf das anstehende Auswärtsspiel. "Mich persönlich tangiert das überhaupt nicht, ich will mich nur auf das Tagesgeschäft konzentrieren", sagte er am Freitag zum Wirbel an der Grünwalder Straße. "Ich habe der Mannschaft auch gesagt, sie soll sich nicht zur sehr mit dem Umfeld beschäftigen."

 

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