Deutschland Schuldenkrise halbiert Allianz-Gewinn

München - Die Euro-Schuldenkrise und die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben Europas größtem Versicherer Allianz das Jahr 2011 vermasselt. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern 2,5 Milliarden Euro und damit nur halb so viel wie ein Jahr zuvor.

 

Immense Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und Aktien kosteten die Allianz fast zwei Milliarden Euro. Für 2012 sah Vorstandschef Michael Diekmann am Donnerstag nur einen dünnen Silberstreif am Horizont. Ihre Aktionäre will die Allianz mit einer stabilen Dividende von 4,50 Euro bei Laune halten.

Insgesamt musste die Allianz auf Aktien und griechische Staatsanleihen 1,9 Milliarden Euro abschreiben. Den Wert ihrer Griechenland-Papiere korrigierte der Konzern im vierten Quartal dabei erneut nach unten: Statt mit knapp 40 Prozent stehen sie jetzt noch mit 24,7 Prozent des Nennwerts in den Büchern - das entspricht gerade noch 310 Millionen Euro. Zudem müssen die Lebensversicherungskunden einen Teil der Lasten tragen.

Die Allianz-Aktie startete mit Kursgewinnen in den Tag. Rund eine halbe Handelsstunde nach Start lag sie mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent an der Spitze des Dax. An der Börse wurden die immensen Abschreibungen zwar mit Schrecken aufgenommen. Das operative Geschäft habe sich jedoch überraschend gut entwickelt, sagte ein Händler.

Trotz teurer Naturkatastrophen und einem geschrumpften Anlageergebnis in der Lebensversicherung ging der operative Gewinn lediglich um fünf Prozent auf 7,9 Milliarden Euro zurück. Damit blieb der Konzern in der angekündigten Spanne von 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Im laufenden Jahr soll der Wert wieder auf 8,2 Milliarden Euro steigen - wobei er entweder 500 Millionen Euro darunter oder darüber liegen könnte. Allianz-Chef Diekmann erwartet, dass die Weltwirtschaft sich vorerst ähnlich schwierig entwickelt wie im Vorjahr. Erst ab Jahresmitte sei mit einer leichten Besserung zu rechnen.

Wie bereits in früheren Jahren war es die Schaden- und Unfallversicherung, die bei der Allianz für Stabilität sorgte. Der operative Gewinn ging um knapp drei Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zurück. Obwohl der Konzern mit 1,8 Milliarden Euro so viel für die Folgen von Naturkatastrophen bezahlen musste wie nie zuvor, reichten die Beitragseinnahmen aus, um die Kosten für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich zwar von 97,2 auf 97,8 Prozent, blieb damit jedoch unter der kritischen 100-Prozent-Marke.

In der Lebens- und Krankenversicherung bekam die Allianz die Verwerfungen an den Finanzmärkten zu spüren. Der operative Gewinn sank um fast 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Weitaus besser lief es trotz Euro-Krise in der Vermögensverwaltung: Der operative Gewinn stieg hier um ein Zehntel auf 2,3 Milliarden Euro. Die verwalteten Vermögenswerte legten um neun Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro zu.

 

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