Deutschland - Italien FC-Bayern-Spieler: "Irgendwann schaffen wir’s"

Ihm fehlte während des Turniers die Fitness: Bastian Schweinsteiger, (r.), Chef im deutschen Mittelfeld. Foto: Firo

Die nächste Niederlage für die Bayern-Spieler: Zum vierten Mal in diesem Jahr bitter gescheitert. Kapitän Philipp Lahm: „Wir waren nicht clever genug“.

 

Warschau - Und am Ende des Weges standen wieder Verzweiflung, Wut, Fassungslosigkeit, Trauer. Vielleicht hat Bastian Schweinsteiger sich einfach keinen Gefallen getan, sich durchs Turnier zu schleppen. Und mit aller Kraft zu versuchen, mit dem Kopf den maladen Körper zu besiegen. „Bastian opfert sich auf“, hatte sein Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld erkannt. Für dieses eine Ziel, für diesen Traum von einem großen internationalen Titel. Erneut scheiterte Schweinsteiger, dicht dran. Wenigstens nicht so traumatisch wie durch den Pfostenschuss im verlorenen Champions-League-Finale gegen Chelsea, die Süße des Sieges beinahe greifbar.

Aber eben zum vierten Mal in diesem Jahr gescheitert. Wie in der Bundesliga. Wie im Pokal, wie in der Champions League. Und jetzt? Immerhin nicht Vize, sondern schon im Halbfinale raus. Aber ist das ein Trost?

Acht Bayern standen gestern, bei diesem bitteren und verdienten 1:2 gegen Italien, auf dem Platz. Neben Schweinsteiger noch Neuer, Boateng Lahm, Badstuber, Kroos, Gomez in der Startelf, später kam noch Müller dazu. Mehr hatte Bundestrainer Joachim Löw nicht mitgenommen. Und alle scheiterten sie wieder daran, in einem wirklich entscheidenden Spiel Geschichte zu schreiben.

„Das ist schon sehr, sehr bitter. Solche dummen Gegentore, das darf uns nicht passieren. Wir haben so viel Potenzial in der Mannschaft, aber wenn man in gewissen Situationen nicht clever genug ist, dann verliert man so ein Spiel eben“, sagte Lahm, Kapitän in der Nationalmannschaft wie bei Bayern. Nicht clever genug, das hat man in diesem Jahr schon oft gehört von den Bayern.

Das 1:2 im gestrigen Halbfinale gegen Italien war für Lahm wie Schweinsteiger der dritter Anlauf bei einer EM. Bei ihren beiden Weltmeisterschaften wurden sie nur Dritter, umjubelt und dennoch enttäuscht. Immer nur Sieger der Herzen, für einen Sportler das Schlimmste. Hautnah musste Lahm mitsehen, wie Mario Balotelli zum 2:0 entwischte. Hautnah konnte Schweinsteiger gegen die Italiener sehen, wie Andrea Pirlo das Spiel der Azzurri lenkte und prägte. Mal waren es die Spanier Iniesta und Xavi (EM-Finale 2008, WM-Halbfinale 2010), die ihn bremsten, nun Pirlo – als wäre da eine unsichtbare Mauer.

Schweinsteiger ist nun 27 Jahre alt, Lahm 28, die anderen sechs DFB-Bayern noch jünger, sie haben noch einige Versuche, einige Turniere, einige Anläufe mit den Bayern in der Champions League vor sich. Doch von Ausgang dieser Saison, von diesen verflixten letzten zwei Monaten, werden sie sich erholen müssen. „Wir haben eine so gute Mannschaft, es muss auch weitergehen“, sagte Schweinsteiger. „Irgendwann schaffen wir’s dann hoffentlich.“

 

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