Deutschland-Cup Plexi-Posse bei Pats Rückkehr

Die kaputte Scheibe in der Olympia-Eishalle. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Zum Start des Deutschland-Cups unterliegt das Team von Bundestrainer Cortina der Schweiz nach Penaltyschießen mit 2:3. Die Partie war wegen einer kaputten Scheibe lange unterbrochen

 

MÜNCHEN Eigentlich war alles angerichtet für die Rückkehr von Pat Cortina auf die Bank des EHC. Die Red Bulls waren nach Garmisch ins Trainingslager umgezogen, EHC-Trainer Pierre Pagé räumte sein Zimmer. Seit Dienstag war die Eishalle wieder das Hoheitsgebiet von Cortina, der den EHC sechs Jahre trainierte und dann das Bundestraineramt übernahm.


Doch als Nationalcoach hatte er am Freitagabend weniger Glück denn als EHC-Coach. Gegen die Schweiz verlor Cortinas DEB-Team in der Olympia-Eishalle 2:3 nach Penaltyschießen. Schuld daran war weder Cortina, noch die Mannschaft. Denn wie absurd ein Eishockeyspiel werden kann, bewiesen die Organisatoren des Deutschland-Cups: Knapp zwei Minuten vor dem Ende des zweiten Drittels sprang eine Plexiglas-Scheibe vor der Nordkurve aus der Verankerung – doch es war kein Ersatz vorhanden. Techniker spurteten in die Olympiahalle, holten eine zu große Scheibe und begannen diese zuzuschneiden. Oder besser: Wollten beginnen, denn in der Eishalle hatte die Stichsäge, mit der das Plexiglas bearbeitet werden sollte, keinen Strom.

Die zweite Pause wurde vorgezogen, die Spieler mussten gut 45 Minuten in ihrer Kabine bleiben. Dann wurde die neue Scheibe doch noch eingesetzt. Eine Farce, die direkten Einfluss nahm auf die Partie.


Denn die Führung, die Kapitän Michael Wolf (16.) erzielte, wurde von den Eidgenossen direkt nach der Endlos-Pause gedreht: Michael Linger (43.) machte den Ausgleich, Julien Sprunger traf zur 2:1-Führung (46.).


Dann erst war das DEB-Team auch mental wieder aus der Kabine gekommen: Frank Mauer glich aus (53.). Da hatte ein großer Teil der offiziell 5900 Fans die Halle bereits verlassen. „So eine verrückte Situation hatte ich noch nicht erlebt“, erklärte Torschütze Mauer nach dem Spiel – die Spieler hatten sich auf Ergometern warm gehalten.
 

Den entscheidenden Penalty verwandelte Michael Lininger für die Schweiz. Spielende: Nach über drei Stunden – ohne Happy End. Das zweite Spiel beginnt am Samstag bereits um 16.15 Uhr gegen die Slowakei, die am Freitag die USA 4:3 nach Penaltyschießen schlug.

 

0 Kommentare