Deutschland-Cup Pat Cortina gegen Riesen, Überflieger, Urlauber

Am Freitag startet der Deutschland-Cup in München. In der Abendzeitung stellt Bundestrainer Cortina die deutschen Gegner vor.

 

Die Liste war lang, extrem lang: 41 Spieler hatte Bundestrainer Pat Cortina notiert, die dabei sein könnten beim Deutschland-Cup an diesem Wochenende in der Olympia-Eishalle. Das sind zwei Kader-Stärken – nach der Absagenflut der letzten Woche stellte Cortina fest: „Zum Glück war die Liste so lang. Ich bin froh, dass die Spieler, die hier sind, stolz sind, das Nationaltrikot zu tragen.“
Top-Spieler wie die normalerweise gesetzten Hamburger Jerome Flaake und David Wolf sagten ab, mit teils fadenscheinigen Begründungen.

Die Absagenflut zeigt aber auch: Das Turnier gehört nicht zu den wichtigsten Ereignissen im Eishockey-Kalender. Vor allem, wenn es, wie für Deutschland, nicht einmal zur Vorbereitung auf Olympia dient. Denn Sotschi 2014 hat das DEB-Team verpasst – eine historische Pleite. Doch gerade diese Tatsache sollte den Deutschland-Cup aufwerten, findet zumindest Cortina: „Da kommen drei gute Hockeyteams, alle drei fahren zu Olympia. Sie haben nicht viel Zeit zur Vorbereitung, das heißt: Sie werden dieses Turnier nutzen wollen.“ Das DEB-Team muss beweisen, dass die verpasste Olympia-Quali nur ein Ausrutscher war.

Die Schweiz, die Slowakei und die USA sind in diesem Jahr in München zu Gast. In der AZ stellt Pat Cortina die jeweiligen Gegner vor:

Schweiz: Die Eidgenossen waren die Überflieger der WM im Frühjahr, als sie sensationell ins Finale kamen. In München treten sie nicht mit dem WM-Team an, sondern mit einem extrem jungen Team. Nur drei Spieler sind über 30, dafür 13 Spieler, die 23 Jahre oder jünger sind. „Jeder weiß, dass die Schweiz bei der WM ein tolles Turnier hatte. Aber weder deren Platz zwei, noch der vierte Platz der Deutschen Mannschaft bei der WM 2010 sind wahre Indikatoren für deren Leistungsvermögen“, sagt Cortina. Der Star im Schweizer Team: Trainer Sean Simpson. Der 53-Jährige trainierte die München Barons drei Jahre und führte sie 2000 zur DEL-Meisterschaft.

Slowakei: Sie sind die Riesen: Sieben Spieler über 1,90 Meter, zwei davon sogar über zwei Meter groß. Die meisten Spieler der Slowaken spielen in der Ost-Europäischen KHL. Die Liga gilt, nach der NHL, als stärkste Liga der Welt. Der Großteil der Teams kommt aus Russland. Es sind aber auch je ein Team aus Tschechien, Kasachstan, Weißrussland, Lettland, Ukraine, Kroatien und mit Slovan Bratislava eine Slowakische Mannschaft beheimatet. „Es sind sehr viele KHL-Spieler dabei. Der Kampf um die Olympia-Plätze ist nirgends so hart wie in der Slowakei, deshalb werden sie ganz sicher nicht zum Urlaub machen nach München kommen“, sagt Cortina. Die goldenen Jahre nach der Jahrtausendwende sind vorbei. Die Slowaken hatten mit der Silbermedaille bei der WM 2012 genauso wie Deutschland und die Schweiz einen Ausreißer nach oben.

USA: Immer im Wechsel mit Kanada tritt auch eine US-Auswahl an. Im letzten Jahr wurde Kanada abgeschlagen Letzter, sie waren wirklich nur zum Urlaub machen in München. Da passt es, dass bei den Amis drei EHC-Spieler dabei sind, denen Trainer Pierre Pagé unterstellte, sie seien München-„Urlauber“: Die Verteidiger Andy Wozniewski, Grant Lewis und Stürmer Nick Palmieri, der 2011 schon für die USA bei der WM in der Slowakei auflief. Cortina: „Sie werden so schnell nicht mehr für die USA auflaufen, deshalb sind sie extrem stolz, das US-Trikot zu tragen.“ Denn diese US-Auswahl ist höchstens die dritte Garde. Zu Olympia und WM besteht das Team fast ausschließlich aus NHL-Stars.

 

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