Deutsches Theater Winnie & Mutti über das Musical "Chicago"

Winnie (von links), die Darsteller Carien Keizer, Livio Cecini, Regisseurin Tanja Nardini, Caroline Frank und Mutti. Foto: Oliver Haaker

Winnie & Mutti, Münchens schrägste Kritikerinnen, über die „Chicago“-Premiere im Deutschen Theater

Am Sonntag sind wir im Deutschen Theater gewesen, um der Premiere von „Chicago“ etwas Glanz zu verleihen. Es ist fast unangenehm, wie lang uns die Papparazzi immer fotografieren. Aber was soll man machen? Und wer sonst so auf der Gästeliste stand und wer heute alles als Schauspieler durchgeht...

Da ist es kein Wunder, wenn sich die Fotografen auf die großen Stars stürzen. Zum Glück hatten die Fotografen vom Joseph Hannesschläger noch das Weitwinkel drauf für Mutti.

Tolle Frauen

Passend zum Stück haben sich scheinbar viele Besucherinnen gedacht, dass so ein Stirnband doch sehr schick wäre. Ja, wäre. Wenn die Modelle dann zwischen Schuhband, Hosengummi und Paillettenkleid-Saum changieren, wird aus schick schnell schief. Naja, aber außer uns war da ja noch ein anderes Frauenduo von Format (nicht Mutti-Format): die Kessler-Zwillinge, tolle Frauen!

Tolle Frauen gab es dann auch auf der Bühne, besonders Caroline Frank als Velma. Auch die Mama Morton war nicht schlecht, aber mit unserer Mutti kann sie nicht mithalten, da fehlen noch ein paar Pfunde zur richtigen Matrone.

Dafür hat Mama Morton immer einen ganz schlechten Einfluss auf Mutti, die sich jetzt wieder wochenlang einbildet, man müsse „gut“ zu ihr sein und ihr für alles Geld geben – furchtbar.

Furchtbar war auch der Moment, als Mary Sunshine so hoch gesungen hat, dass uns der Prosecco-Flachmann in der Tasche geplatzt ist. Den hätten wir schon brauchen können, an der einen oder anderen Stelle.

Die Gurke im Getränk

Es zieht sich doch manchmal, und hin und wieder könnte so ein Lied auch einfach mal aus sein, oder das ganze Musical. Da könnte man schon rationalisieren. Aber dann hätten die Tänzer halt wenig Gelegenheit, zu zucken, zu strampeln, seltsam mit den Händen zu wedeln und zu zeigen, auf wie viele komische Arten man springen kann.

Winnie wollte das nach dem Pausengläschen auch fast ausprobieren. Das lag bestimmt an der Gurke im Getränk; die schmeißt man jetzt scheinbar überall rein. Wir sind ja gespannt auf die erste Gurkenmaß.

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Ein bisschen enttäuscht waren wir ja schon, dass Richard Gere nicht aufgetreten ist, aber Livio Cecini hat auch einen ziemlich glatten Billy Flynn gespielt. Sogar in einem Riesengänseblümchen hat der eine gute Figur gemacht.

Der war aber auch als einziger Mann gut angezogen. Warum die Kostüme der Männer so aussehen, als wären die Kerle Eiskunstläufer oder Teilnehmer bei einem Latin-Tanzturnier, verstehen wir ja bis heute nicht. Und so ein Netzhemd muss man halt auch tragen können und ausfüllen. Aber ein paar fesche Burschen waren da schon dabei. Mutti hätte fast ihr Strumpfband geworfen, aber man will ja niemanden verletzen – und mit ihren Schlaghosen sind die genug gestraft.

Winnie & Mutti besuchen herausragende Ereignisse des kulturellen Lebens in München. Ihre Kritiken erscheinen ab jetzt regelmäßig in der Abendzeitung.

 

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