Deutsche Bahn muss an den Freistaat blechen 400 000 Euro Strafe für S-Bahn-Verspätungen

Kommt oft mit Verspätung: Die S-Bahn in München. Quelle: Unbekannt

Geld für Geduld : Viele Münchner S-Bahnen fuhren mit Verspätung ab – der Freistaat bekommt nun 400 000 Euro.

 

München - Stellwerkprobleme, Oberleitungsschäden, Betriebsstörungen: Verspätungen im Münchner S-Bahn-Verkehr sind für viele Menschen ein regelmäßiges Ärgernis, besonders für Pendler. Die Deutsche Bahn als Betreiberin der Züge muss dafür auch heuer Strafen an den Freistaat Bayern zahlen.

Für das vergangene Jahr wurden 400 000 Euro fällig für Verspätungen und andere Mängel wie verdreckte Züge oder zu wenige Zugbegleiter. Die Bahn zahlte damit doppelt so viel sogenannte Pönalen zahlen wie im Jahr davor, sagte Wolfgang Oeser, Sprecher der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

2013 hatte die Bahn 1,61 Millionen Euro an den Freistaat zahlen müssen, im Jahr davor noch 1,77 Millionen.

2015 seien 95,4 Prozent der Züge pünktlich abgefahren und damit etwas weniger als 2014 (95,8), sagte Oeser. Ein Grund sei unter anderem der Orkan Niklas gewesen, der den S-Bahn-Verkehr stark beeinträchtigte, ebenso der Streik der Lokführer. Auch sei das Bauvolumen auf Bahnstrecken ist in ganz Deutschland massiv angestiegen. „Auch, dass die DB Netz den Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern an den Strecken nicht richtig gemacht hat, war bei Sturmwarnungen ein Problem“, so Oeser. Das sei aber inzwischen behoben.

Es habe außerdem mehr Oberleitungsstörungen und „gefährliche Ereignisse“ wie Menschen auf den Bahngleisen gegeben, erklärte ein Bahn-Sprecher der AZ: „Gegen von Dritten verursachte Dinge wie die Jacke in der Oberleitung im Oktober ist man einfach nie gewappnet.“

Mit 840 000 Fahrgästen täglich ist die Münchner S-Bahn eines der größten Nahverkehrssysteme in Deutschland. Bis 2019 bleibt der Betrieb in der Hand der Deutschen Bahn.

Die Pönalen aller bayerischen Eisenbahnbetreiber an den Freistaat lag 2015 bei 18,7 Millionen Euro – sieben Millionen mehr als 2014. Das Geld wird laut BEG in Projekte investiert, „die dem Fahrgast zugutekommen“.

 

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