Der zweite Teil des großen Ribéry-Interviews Franck Ribéry: Für immer München!

Bayern-Reporter Florian Bogner und Vize-Sportchef Marco Fenske mit Franck Ribéry. Foto: Gregor Feindt

Im zweiten Teil des großen AZ-Interviews mit Franck Ribéry spricht der Franzose über den Präsidenten Uli Hoeneß: „Eine sehr wichtige Person in meinem Leben.“ Er verrät, wie er ihm jetzt hilft, warum er selbst stark ist wie nie – und ihn sein eigener Prozess nicht belastet.

 

München -  Das Outfit ist ein Statement. „No. 1 LEGEND“ steht auf dem grauen Pulli, den Franck Ribéry beim Interviewtermin mit der AZ trägt. Die Nummer eins ist er tatsächlich – unter allen Münchner Fußballern, frisch gewählt von den Lesern der AZ. Der Franzose ließ am Sonntag so deutlich wie zuvor nicht Dampf ab nach der Weltfußballerwahl, bei der er (nur) Dritter wurde. Die Sätze „Ich habe alles gewonnen, Ronaldo nichts“, „ich hätte die Wahl gewinnen müssen“, „das ist Wahnsinn, das ist so viel Politik“ wurden sogar im englischen „Daily Mirror“ zitiert.

AZ: Herr Ribéry, Sie selbst sprechen vom besten Ribéry aller Zeiten. Was unterschiedet ihn vom Ribéry, der 2007 zu Bayern kam?

FRANCK RIBÉRY: Auf dem Platz bin ich komplett anders, viel ruhiger mit dem Ball. Als ich jung war, da wollte ich nur laufen, laufen, laufen. Bumm, bumm. Jetzt bin ich 30. Ich habe viel gelernt, bin ein besserer Spieler.

Was geht denn noch besser?

Das Niveau zu halten ist die Herausforderung. Ich muss jeden Tag hart arbeiten, ein Profi sein. Wenn ich im Kopf frei bin, dann bin ich stark, dann habe ich Spaß auf dem Platz. Aber das ist nicht leicht, ich bin ein Mensch, keine Maschine. Manchmal bin ich auch müde, brauche Pause.

Was spricht dagegen, dass Sie das Triple wiederholen?

Wir haben eine große Chance, wir werden wieder voll attackieren. Unsere Stärke ist: Wir sind nicht arrogant, wir respektieren jeden Gegner. Das ist die Mentalität des FC Bayern.

Im Sommer kommt nun auch noch Robert Lewandowski – zum Leidwesen von Mario Mandzukic.

Mario ist ein guter Stürmer, er arbeitet das ganze Spiel wahnsinnig hart für die Mannschaft. Aber so ist das bei Bayern: Als Einzelner kann man gar nicht 60 Spiele lang alle drei, vier Tage Vollgas geben. Wir brauchen alle Spieler!

Treiben Sie Ihre Kollegen immer noch so häufig mit Ihren Späßen in den Wahnsinn?

(lacht) Nicht mehr so oft – ich bin 30! Wenn man jung ist, ist man verrückter, macht viele witzige Dinge. Aber irgendwo bin ich noch ein kleines Kind geblieben. Ich muss einfach immer lachen, Spaß machen.

Wer lacht mehr: Sie oder Dante?

Dante ist super, er lacht viel. Das ist gut so! Wir haben ein schönes Leben als Fußballer, sind beim besten Klub, haben alles, was wir brauchen. Was will man mehr? Dafür müssen wir dankbar sein, das müssen wir jeden Tag genießen.

Ist München Ihre Heimat geworden?

Ja. Meine Familie und ich überlegen, ob wir für immer bleiben.

Eine Liebeserklärung an München.

Es fühlt sich einfach gut an. Meine älteste Tochter ist jetzt acht, hat fast ihr ganzes Leben hier gelebt. Meine zweite Tochter auch, und mein Sohn ist hier geboren. Das mit Bayern und mir, das ist etwas Besonderes. (schnippt mit den Fingern)

Wie ist Ihre Beziehung zu Uli Hoeneß?

Er ist eine sehr wichtige Person in meinem Leben, eine große Person mit einem großen Herz. Er hat mir sehr geholfen, als es mir 2010 nicht gut ging, als ich durch eine schwierige Phase ging.

Jetzt geht Hoeneß durch eine schwere Phase.

Ich wünsche ihm viel Kraft dafür. Aber wenn ich höre, dass die Leute sagen, er soll deswegen beim FC Bayern aufhören: niemals! Bayern ohne Uli Hoeneß, das geht nicht.

Im März beginnt der Prozess gegen ihn. Wie können Sie ihm jetzt helfen?

Ich habe mit ihm geredet, ihm Mut gemacht. Und wenn wir gut Fußball spielen, macht ihn das glücklich. Das wollen wir für ihn tun.

Auch der Prozess gegen Sie läuft aktuell in Frankreich. Ihnen wird Sex mit einer minderjährigen Prostituierten vorgeworfen.

Ich weiß nicht genau, wann es startet. Für mich ist diese Geschichte schon lange erledigt, ist Jahre her. Darüber will ich auch nicht mehr reden. Mein Anwalt klärt das, ich konzentriere mich auf Fußball.

 

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