Der "Tatort" am Sonntag: Ein eiskalter Engel zu Borowskis Jubiläum

Kommissar Borowski (Axel Milberg) stellt Sabrina Dobisch (Lavinia Wilson) zur Rede Foto: NDR/Christine Schröder

Eigentlich ist sie nicht wirklich böse - trotzdem hat Altenpflegerin Sabrina mehr oder weniger Schuld am Tod von drei Menschen. Gelingt es Borowski, das Lügengebäude der psychisch gestörten Frau zum Einsturz zu bringen?

 

Zehn Jahre ermittelt Klaus Borowski alias Axel Milberg (57, "Doktor Martin") bereits in Kiel - und seine Jubiläumsfolge ist tatsächlich etwas Besonderes geworden. Borowski und seine Kollegin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) haben es nicht mit einem Mörder im klassischen Sinne zu tun - drei Tote gibt es dennoch...

Im Mittelpunkt von "Borowski und der Engel" steht die Altenpflegerin Sabrina Dobisch (Lavinia Wilson), die von dem Leben anderer Menschen träumt. Die sieht sie in alten Hollywood-Klassikern und vor ihrem Fenster. Kurz nachdem einer ihrer Patienten gestorben ist, scheint durch eine schicksalhafte Fügung ihr Wunsch in Erfüllung zu gehen. Sie wird Zeugin eines Verkehrsunfalls - den sie durch das Auslassen einer Katze selbst mitverschuldet hat - und versucht beherzt, das Leben des jungen Fußgängers Christian van Meeren zu retten. Anschließend beschuldigt sie die Autofahrerin Doris Ackermann (Leslie Malton) des vorsätzlichen Mordes: Christian habe ihr im Sterben ins Ohr geflüstert: "Sie will mich töten" und auf Ackermann gezeigt, sagt sie bei der Polizei aus.

Ackermann hat zudem eine Waffe im Handschuhfach und Schulden bei der Bank von Christians Eltern (gespielt von Horst Janson und Victoria Trauttmansdorff). Borowski bleibt skeptisch. Als er sich mit Ackermann, zu der er sich offenbar nicht nur beruflich hingezogen fühlt, verabredet, verschwindet sie spurlos. Aber auch Christians Klavierlehrer André Rosenthal (Bruno Cathomas) merkt, dass mit Dobisch, die sich in der Zwischenzeit als tapfere Helferin feiern lässt und sich der Bankiersfamilie van Meeren anbiedert, etwas nicht stimmt - und bedient sich ihrer Methoden, um sie zu stoppen.

Obwohl der Zuschauer die ganze Zeit im Bilde ist, bleibt der "Tatort" bis zuletzt spannend. Dobisch verstrickt sich immer weiter in ihre Lügen, aber kann sie gestoppt und überführt werden? Borowski ist am Ende gezwungen, seine eigenen Moralvorstellungen über den Haufen zu werfen... Was ihm nichts weiter auszumachen scheint: In seiner Jubiläumsfolge wirkt Borowski auch sonst leichtlebiger und verjüngt: "Das Sakko hatte sich überlebt. Es hatte Risse und Flecken, und da hat Borowski eben in den Schrank gegriffen und eine Jacke gefunden", erklärt Milberg in einem ARD-Interview zum "Tatort". Was Borowski und die Frauen angeht, bleibt es aber geheimnisvoll: "Er mag Frauen sehr und je attraktiver desto besser, aber er bleibt Polizist. Entsteht eine Nähe zur Verdächtigen, nutzt er das Vertrauen, um mehr zu erfahren, als ihr vielleicht lieb ist." Das wird er auch in Zukunft nutzen: "Wir haben eine Reihe von Geschichten, die wir bis über 2014 hinaus entwickeln. Ich verspreche allen, es bleibt spannend, humorvoll und unvorhersehbar."

 

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